Um ein Uhr fünfzehn Minuten erschien der Präsident des Kongostaates mit
seinen Begleitern und ließ sich im Fahrstuhl auf die Plattform eines
turmartigen Gerüstes befördern. Während er mit seiner Umgebung, zu welcher
auch der Direktor der Sternwarte vom Kilimandscharo gehörte, im Gespräch
blieb, rückte der Zeiger an der Uhr allmählich weiter. Um ein Uhr zwanzig
Minuten legte der Astronom sein Chronometer auf den Tisch neben den
elektrischen Druckknopf. Um ein Uhr fünfundzwanzig Minuten blieben Minuten-
und Sekundenzeiger auf der Uhr des deutschen Astronomen stillstehen und
setzten sich erst nach etwa zehn Sekunden wieder in Bewegung.
»Soeben habe ich mit Hilfe der drahtlosen Telegraphie die Sternwartenzeit
vom Kilimandscharo bekommen,« bemerkte der Astronom. »Das Chronometer ist
jetzt maßgebend für die Abfahrt des Raumschiffes.« Um ein Uhr dreißig
Minuten begann der Präsident den Sekundenzeiger dieses Chronometers zu
beobachten. Als der Zeiger die zwanzigste Sekunde passierte, drückte er auf
den Knopf. In demselben Augenblick vernahm man einen schrillen Klang. Ein
gewaltiger Riegel flog zur Seite und schimmernd und opalisierend drang das
Raumschiff einem riesigen Geschosse gleich aus dem Rohr. Etwa mit der
Schnelligkeit einer Rakete stieg es schräg in die Höhe, um nach wenigen
Sekunden der Reichweite des unbewaffneten Auges zu entschwinden.
Wiederum war ein Sendbote zum Mars entlassen, trieb ein Gebilde von
Menschenhand in den Weltraum. Die Frage, ob es glücklicher sein würde als
seine Vorgänger, beschäftigte alle Herzen und lag auf allen Lippen.
Vorläufig indessen konnte man nichts anderes tun, als abwarten und man
verkürzte sich die Zeit wirksam, indem man sich zu einem feierlichen
Bankett begab, welches das Marskuratorium zu Ehren der Abgereisten
veranstaltete. Man trank auf das Wohl der Herren Durand und Doktor Müller,
ebenso wie auf das des Mars und seiner hypothetischen Bewohner. Während man
noch beim Nachtisch saß und über die Vorzüge des Kapweines und der Reben
vom Rhein praktische Untersuchungen anstellte, lief eine Depesche der
Deutschen Sternwarte vom Kilimandscharo ein, der zufolge man das Raumschiff
an der Mondscheibe vorüberziehen und hinter derselben verschwinden gesehen
habe. Neue Toaste wurden darob ausgebracht und erst in später Abendstunde
trennte man sich vom gemeinschaftlichen Mahle.