Sie nickt mit verzerrten Zügen. „Führt mich zum König --“

Kalt, mit ertöteter Liebe im Herzen, erwidert Castro: „Der König wird

nicht gewillt sein, ein haßerfülltes Geschöpf anzuhören. Lebt wohl,

Doña Leonore.“

Die Verlassene bricht lautlos zusammen.

Durch das dampfende Volk geht ein flüsterndes Wogen und Wallen. Aus

den dichtgeballten Haufen jagen Schreie in die stickige Luft. Auf die

Tribüne tritt der weltliche Corregidor und verkündet im Namen des

Königs das Urteil: Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Gleichzeitig

donnert eine Drommete, wie vom Sendling des Todes geblasen.

Der Graf steht unbeweglich, noch immer die Augen auf den Heiland

gerichtet. Es ist, als öffne sich durch seinen Blick die Seele und

als dringe ihr Gebet durch die schwarzen Leuchten ins Herz der

Christusstatue. Der Herr hat die Scheiterhaufen der heiligen Martina,

Columba und Katharina durch Regen gelöscht, er wird ein Wunder tun an

dem Bekenner seiner Allmacht, glüht der Glaube in dem Märtyrerherzen.

Aber der Himmel blaut erbarmungslos auf das furchtbare Gericht herab,

das seine sinnbildliche Klarheit schändet. Über dem Haupt des Grafen

ringt sich schon der Nimbus wunderbarer Reinheit aus dem irdischen

Leib, und seine Augen verklären sich aufs höchste.

Granada in Flammen · 第 146 / 190 题