Der Leidensgedanke ist _=nur=_ von dem eschatologischen Reichsbegriff
beherrscht. In der Aussendungsrede handelt es sich _=nur=_ um die
eschatologische, nicht um die ethische Reichsnähe. Daraus folgt einmal,
dass Jesu Thätigkeit _=nur=_ mit der eschatologischen Realisierung
des Reiches rechnet. Dann kann aber das Verhältnis seiner ethischen
Gedanken zur eschatologischen Weltanschauung keine Umbildung durch
äussere Ereignisse erfahren haben, sondern es muss von Anfang an
dasselbe gewesen sein.
In welchem Zusammenhang standen aber seine Ethik und seine
Eschatologie? Solange man von der Ethik ausgeht und die Eschatologie
als etwas Hinzutretendes zu begreifen sucht, gibt es keinen organischen
Zusammenhang zwischen beiden, weil die Ethik Jesu, wie wir sie
aufzufassen pflegen, gar nicht auf die Eschatologie eingerichtet
ist, sondern viel höher steht. Man muss daher den umgekehrten Weg
einschlagen und versuchen, _=ob nicht seine ethische Verkündigung ihrem
Wesen nach durch die eschatologische Weltanschauung bedingt ist=_.
Drittes Kapitel.
Die Predigt vom Reich Gottes.