3. Die neue Auffassung.

Der Leidensgedanke ist _=nur=_ von dem eschatologischen Reichsbegriff

beherrscht. In der Aussendungsrede handelt es sich _=nur=_ um die

eschatologische, nicht um die ethische Reichsnähe. Daraus folgt einmal,

dass Jesu Thätigkeit _=nur=_ mit der eschatologischen Realisierung

des Reiches rechnet. Dann kann aber das Verhältnis seiner ethischen

Gedanken zur eschatologischen Weltanschauung keine Umbildung durch

äussere Ereignisse erfahren haben, sondern es muss von Anfang an

dasselbe gewesen sein.

In welchem Zusammenhang standen aber seine Ethik und seine

Eschatologie? Solange man von der Ethik ausgeht und die Eschatologie

als etwas Hinzutretendes zu begreifen sucht, gibt es keinen organischen

Zusammenhang zwischen beiden, weil die Ethik Jesu, wie wir sie

aufzufassen pflegen, gar nicht auf die Eschatologie eingerichtet

ist, sondern viel höher steht. Man muss daher den umgekehrten Weg

einschlagen und versuchen, _=ob nicht seine ethische Verkündigung ihrem

Wesen nach durch die eschatologische Weltanschauung bedingt ist=_.

Drittes Kapitel.

Die Predigt vom Reich Gottes.

Das Abendmahl im Zusammenhang mit dem Leben Jesu und der Geschichte des Urchristentums Zweites Heft. Das Messianitäts- und Leidensgeheimnis. Eine Skizze des Lebens Jesu · 第 39 / 67 题