Dröhnen von Pfotenklatschen, Ritzen von Krallen, die sich in Rinde
bohren, dumpfes Bumsen von losgerissenen Moosfladen, die in das Laub
unter dem Baume herabfallen, jagen wie Hiebe gegen ihr Trommelfell.
Da ist jemand auf dem Wege zu ihr herauf!
Im selben Augenblicke ist die Eule wach.
Es geht schnell zu ihr hinauf im runden Korkziehergang, ganz so, als
statte der Specht vormittags ihrem Wohnbaum einen Besuch ab. Jetzt ist
das Geräusch dicht hinter ihrem Rücken; sie hört das trockne Holz des
Stammes ächzen, und es dröhnt in dem hohlen Baum wie in einer leeren
Tonne.
Die Eule richtet sich auf und wird zweimal so groß! Sie wirft gleichsam
die Kissen ab und ihr vorhin so dicker, aufgeplusterter Körper wird
schlank und lang.
Plötzlich gleitet ein kleines, langgestrecktes, schlangengeschmeidiges
Raubtier in kastanienbraunem Pelz lautlos durch das Eingangsloch ...
Da leuchtet es unten aus dem Zunderdunkel wie Zauberglut auf. Ein
elektrischer Strom, aus Spannung und Erregung geschaffen, entzündet
magische Funken in den brandgelben Lichtern der Eule, sie sperrt ihren
mächtigen Schlund auf und gibt plötzlich ein Furcht einflößendes Fauchen
von sich.
Das geschmeidige Raubtier fährt mit einem Satz zurück; in langen
Sprüngen jagt es kopfüber am Stamm hinab und verschwindet in wilder
Flucht.
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Der Marder Taa ist der blutdürstigste Räuber des Waldes. Aber noch ist
er so jung, daß er dergleichen Fehlgriffe begehen kann.
Er hatte gehofft, ein Eichhörnchen in dem hohlen Stamm da oben zu
treffen oder doch wenigstens einen kranken, alten Häher.
Jetzt macht er sich schleunigst unsichtbar, ganz verwirrt infolge des
Irrtums.
Alle Bewohner des Waldes kennen ja den großen, braungefiederten
Nachtvogel -- _den fliegenden Wolf_, mit dem menschlichen Gesicht und
den geradeaus gerichteten Lichtern, die die Macht des Blickes besitzen.
Sie ist der Tyrann des Hochwalds, der seine Steuer von allen erheischt,
von den Hirschkälbern bis hinab zu den Mäusen.
Sie scheuen sie, sie fürchten sie ... Strix Bubo, die große Horneule!