Venne Richerdes.«

Dieser Fehdebrief haftete schon am nächsten Morgen am St.-Viti-Tore zu

Goslar und rief in der Stadt ungeheure Aufregung hervor. Man wußte,

wessen man sich von Raßler zu versehen hatte, und Fluchen und Klagen

erscholl überall. Im Rate vernahm man die Absage mit Wut und Grimm, und

Achtermann schwur, wenn man Venne Richerdes ergreife, sie dem Henker

als gemeine Hexe übergeben zu wollen. Wie ernst es dieser aber, wie

vor allem Raßler mit der Ausübung der Fehde war, zeigte sich schon am

Abend, als vor dem Breiten Tore zwei Feldscheunen in Flammen aufgingen.

Man schimpfte auf den Rat, man fluchte auf Venne Richerdes und Hermann

Raßler, aber man hatte sie nicht, um Vergeltung zu üben.

Venne erfuhr gar nicht, wie inzwischen ihr Beauftragter sein Amt

ausführe. Sie saß im stillen Rohde und ließ die Einsamkeit und Ruhe auf

sich wirken. Am Tage beschäftigte sie sich auch gern mit den Kindern

des Bauern, die, nachdem sie die erste Scheu überwunden hatten, mit

stürmischer Zärtlichkeit an ihr hingen. Das Kleinste saß auf ihrem

Schoß und hielt die Ärmchen um sie geschlungen, als einmal Raßler

dazukam. Überrascht blickte er auf die liebliche Gruppe, dann aber

quoll es heiß in ihm auf: Das war das Bild, das ihm vorschwebte

für die Zukunft. Wenn er diese Frau gewönne, wäre alles ausgetilgt,

was ihm an Häßlichem und Niedrigem im Leben widerfuhr. Dieser Traum

war auch der Anlaß gewesen, weshalb er den Herzog bat, ihn zum

ehrlichen Kriegsmann zu machen. Alles Edle in ihm drängte zum Licht.

Er wollte heraus aus dem Schmutz, in dem er bis an die Knie gewatet

hatte, seitdem man ihn wegen der Jugendstreiche aus der Gesellschaft

ausgeschlossen.

»Venne, werde die Meine«, das war sein Sehnen. Aber er zwang das Wort

nieder, das sich ihm auf die Lippen drängte. Er wollte das Mädchen

nicht beunruhigen, das sich vertrauensvoll in seinen Schutz begeben

hatte. Erst für sie kämpfen, ihr Recht verschaffen, dann würde er vor

sie hintreten und sie um sein Urteil bitten, das ihn zum glücklichsten

Menschen machen oder der Verzweiflung für immer in die Arme treiben

mußte. Das alte Leben würde er nicht wieder aufnehmen, eine Kugel im

ehrlichen Kampfe sollte auch ihm dann die Erlösung bringen.

Vier Wochen schon weilte Venne in dem stillen Rohde. Kein Lärm störte

die Einsamkeit. Für die Sicherheit sorgten Posten, die in unauffälliger

Weise den Ort bewachten. Nichts gemahnte sie daran, daß sie im Kampf

lag mit ihrer Heimatstadt. Raßler kam, so oft er konnte. Auf ihre

Frage, wie es in Goslar stehe, antwortete er nur immer kurz.

»Es steht gut. Alles andere mag Euch nicht bekümmern. Ist es an der

Zeit, so sollt Ihr schon hören, was vor sich geht. Jetzt denkt nur

daran, Euch zu pflegen. Ihr seht mir immer noch etwas mitgenommen aus.«

Venne blickte ihn sinnend an: »Was seid Ihr nur für ein Mensch, daß Ihr

Euch für mich aufopfert. Und Euch sagt man so viel Schlechtes nach!

Könnte ich Euch doch meinen Dank abstatten. Aber ich werde immer in

Eurer Schuld bleiben.«

»Vielleicht mache ich einmal meine Forderung geltend. Hoffentlich

schreckt Ihr dann nicht vor der Größe derselben zurück!« antwortete

er. Dabei sah er ihr mit einem innigen Blick ins Auge. Venne errötete,

sagte aber nichts.

In Goslar war derweilen ihr Name und der Raßlers auf aller Lippen.

Fast keine Woche verging, in der man nicht über irgendeinen Schaden zu

klagen hatte. Da war ein Warenzug trotz reisiger Bedeckung überfallen

und weggenommen worden, dort ein Teil der Herde weggetrieben. Klagen

und Jammern, wohin man hörte; es wagte sich fast niemand mehr aus der

Stadt heraus. Johannes Hardt und sein Weib waren tief bekümmert über

die Vorgänge, denn Venne versperrte sich damit den Weg der Rückkehr

für alle Zeit. Und es erschütterte sie, daß jene sich in die Hand des

Räubers gegeben und so viel Unheil über ihre Vaterstadt gebracht hatte

und noch anrichtete.

»Das hätte sie nie und nimmer tun dürfen,« sagte Johannes. »Lieber

Unrecht leiden, denn Unrecht tun. Sie kann sich jetzt nicht mehr

beklagen, daß man ihr übel mitgespielt habe. Was sie der Stadt angetan

hat, wiegt den Schaden hundertfältig auf, den sie erlitt. Sie soll sich

nur hüten, sich noch einmal in die Hände des Rates zu geben; ihr kann

niemand mehr helfen.«

Auch Gisela war tieftraurig, daß die Freundin diesen Weg gegangen. Und

auch ihre selbstlose Liebe fand kaum noch eine Entschuldigung für

Venne.

Bei dieser selbst regte sich langsam die Sehnsucht nach der Heimat.

»Oh, könnte ich nur einmal noch die Türme meiner Heimat sehen; einmal

nur noch die trauten Räume des Vaterhauses betreten!« seufzte sie in

stillen Stunden. Noch zwang sie das Heimweh nieder, aber es pochte

immer gebieterischer an ihr Herz.

Als sie Raßler eine Andeutung machte, wehrte er erschrocken ab: »Ihr

ahnt nicht, welche Stimmung in Goslar gegen uns herrscht. Man würde

Euch steinigen, bekäme man Euch zu Gesichte.«

Da schwieg sie betrübt, doch die Sehnsucht war nicht verflogen.

Wieder verstrichen die Wochen, und immer tiefer wurden die Seufzer und

immer größer der Schmerz um die verlorene Heimat. Da sagte sie eines

Tages entschlossen zu Raßler: »Ich halte es nicht länger aus. Schafft,

daß ich nur einmal, und sei es nur auf eine Stunde, nach Goslar komme

und die alte Katharina sehe und spreche, dann will ich gern wieder

still sein.«

Raßler wehrte mit aller Entschiedenheit ab. »Um Gottes willen, Venne,

steht ab von Eurem Vorhaben. Es ist Euer Verderben. Die Goslarer sind

mehr denn je auf der Hut und werden Euch erkennen. Ich kann Euch

nicht Euren Feinden ausliefern, denn Euer Tod wäre auch der meinige.«

Verzweiflung klang aus seinem Wort, und die treueste Hingebung war auf

dem Grunde seiner Augen zu lesen.

»Und dennoch bitte ich Euch, laßt mich hin. Ich verspreche Euch, alles

zu tun, wie Ihr es für gut befindet, und mich der größten Vorsicht zu

befleißigen. Nur laßt mich hinein nach Goslar!«

»Hinein kommt Ihr schon, Venne Richerdes,« sprach er erschüttert,

»aber heraus findet Ihr nicht. Man wird Euch greifen, Euch töten, und

das, Venne, überlebe ich nicht. Venne, tut es mir zuliebe. Ihr ahnt

nicht, was ich in Euch verliere!« In wilder Angst fast wurden die Worte

ausgestoßen. Venne traten die Tränen in die Augen: »Hermann Raßler, es

schmerzt mich, daß ich Euch Kummer mache. Ihr habt es wahrlich nicht um

mich verdient, Ihr, der Ihr mir der treueste, uneigennützigste Freund

waret in dieser Zeit. Glaubt nicht, daß ich Euch das je vergesse.

Noch sind die Wunden frisch, die man mir geschlagen, aber es kommt

wohl einmal die Zeit, wo sie verharscht sind. Dann will ich auch Euch

Antwort geben auf Eure stumme Frage.«

»Venne«, jubelte er, doch dann bezwang er sich. »Ihr habt recht, noch

ist es nicht Zeit, Wünsche zu äußern. Aber laßt mir die Hoffnung, dann

will ich mich gern gedulden.

Ich werde Euch selbst nach Goslar begleiten und in die Stadt bringen.

Mir sind die Wege bekannt, wie man ungesehen hineingelangt.«

* * * * *

Das Käuzchen schrie in der sternlosen Septembernacht vor dem Thomaswall

am Dicken Zwinger. Einmal, zweimal, zehnmal wiederholte es seinen

klagenden Ruf, daß die guten Bürger hinter der Stadtmauer sich gruselnd

die Decken über die Ohren zogen, denn den Todesvogel hört niemand gern.

Aber bald öffnete sich leise und geräuschlos ein Mauerpförtchen, und

ein verschlafener Kopf lugte heraus. »Wer ist's, der Einlaß begehrt?«

war die leise Frage. »Gut Freund«, hieß es ebenso leise. Zwei Gestalten

schlüpften durch die Lücke und folgten dem Öffnenden in die warme

Stube. Dort traf das Licht der trübe brennenden Kerze die Gäste.

Erschrocken fuhr der Wärter zusammen. »Um Gott, Herr Raßler, Ihr hier?

Wißt Ihr nicht, was man Euch zugedacht hat? Und Eure Begleiterin?«

Damit leuchtete er der zweiten Gestalt unter die Kapuze. »Alle Teufel,

Ihr seid ein nettes Paar. Euch, Venne Richerdes, gilt es fast noch mehr

als diesem da. Macht nur eilends, daß Ihr wieder aus dem Loche kommt,

das ich Euch öffnete, sonst ist's um Euch geschehen.«

Raßler ließ sich ganz behaglich in dem gichtbrüchigen Sessel nieder.

»Vorerst denken wir nicht daran, die gute Stadt Goslar zu verlassen.

Wir fühlen uns bei Dir sicher wie in Abrahams Schoß.«

»Aber um Gottes willen, wenn man Euch bei mir findet,« wimmerte er

ängstlich, »dann geht es auch mir an den Kragen.«

»So sorge dafür, daß wir nicht gefunden werden, dann kannst Du Dein

edles Haupt weiter durch die Straßen von Goslar tragen«, fuhr Raßler

gemütlich fort. »Jetzt aber wollen wir ruhen, denn unsere Besorgungen

können wir doch erst morgen verrichten.« Der Wächter sah schon, hier

war nichts mehr zu ändern, daher bereitete er oben im Turm schnell ein

Lager.

Am nächsten Tage wurde er mit geheimer Botschaft zu Katharina

geschickt. Eilfertig und zitternd kam das alte Weiblein angetrippelt.

Der Bote hatte ihr wohl schon gesagt, wen sie treffen werde, denn mit

allen Zeichen der Aufregung und Angst trat sie in das Zimmer. »Venne,

meine Venne,« schluchzte sie, »wie konntest Du mir das antun!«

»Still,« herrschte Raßler, »wollt Ihr zum Verräter werden?« Da bezwang

sie ihre Erregung, aber noch lange zitterte ihr gebrechlicher Körper

unter verhaltenem Schluchzen. Dann begann das Fragen hin und her. Venne

wollte wissen, wie es Hardts gehe, wie der guten Immecke Rosenhagen und

ihren Kindern, und Katharina wieder forschte, wie und wo ihr Herzblatt

lebe. Darüber war die Zeit verflossen, und es schlug die Stunde des

Abschieds. Wieder konnte die gute Alte sich nicht fassen, bis Raßler

nachdrücklich zum Aufbruch mahnte. Noch eine letzte Umarmung, dann

schritt die Alte davon, gebeugt von ihrem Gram und das Weinen mühsam

bekämpfend.

War die Einladung Katharinas auch mit aller Vorsicht erfolgt, es

konnte doch nicht unbemerkt bleiben, daß die Magd der Richerdes in der

stillen Gasse auftauchte. Neugierige Blicke folgten ihr, als sie in das

Haus des Wächters hastete, und neugierige Augen geleiteten sie, als

sie wieder fortging. Was hatte die hier zu tun, und was verursachte

ihre Tränen? Hatte sie Nachricht von ihrer Herrin, der verruchten

Venne, bekommen? Die Zungen ruhten nicht. Wußte der eine, daß sie die

Nachricht vom Tode der Richerdes erhalten habe, so fügte der zweite und

dritte schon hinzu, daß sie jene selbst gesprochen, und sie wußten doch

nicht, wie nahe sie der Wahrheit kamen!

Es dauerte nicht lange, und die Menschen versammelten sich vor dem

Hause, Stadtsoldaten marschierten auf, das Gebäude war von den freien

Seiten umzingelt.

Die beiden beabsichtigten, mit dem Anbruch der Dunkelheit wieder

zu verschwinden. Sie unterhielten sich noch mit dem Mann, der sie

eingelassen hatte, da traf Stimmgewirr ihr Ohr. Raßler warf einen Blick

durch das kleine Fensterchen und fuhr erschreckt zurück. »Wir sind

verraten«, flüsterte er. Venne erblaßte. An sich dachte sie zuletzt.

»Oh, nun habe ich Euch auf dem Gewissen«, klagte sie.

»Sorgt Euch nicht um mich,« wehrte er ab, »Euch gilt es zu retten, denn

ich fürchte, Ihr seid ihnen im Augenblick wichtiger als ich.«

Verzweifelt spähte er umher: Gab es denn gar keinen Ausweg aus der

Falle? Es war ausgeschlossen, denn auf der Rückseite, nach dem Walle

zu, lehnte sich das Häuschen an die Stadtmauer. Verflucht, so war

man den Pfeffersäcken ins Garn gegangen, ohne daß sie es ausgespannt

hatten! -- Fieberhaft arbeitete sein Gehirn: Sollte er versuchen,

durchzubrechen? Er allein würde sich nicht besonnen haben. Aber Venne.

Kein Ausweg, keine Rettung! Wieder irrte sein Blick über den Platz,

wieder überlegte er, doch es ging nicht, er mußte Venne für den

Augenblick aufgeben, nicht um sie den Goslarern zu überlassen, sondern

um sie bald, morgen, in wenigen Tagen zu befreien. Er teilte ihr seinen

Entschluß mit.

»Verzagt nicht. Solange noch ein Atemzug in mir ist, wartet Euer die

Rettung.« Dann traf er die Anstalten zum Durchbruch.

Absichtlich zeigte er sich an einer Giebelöffnung, als ob er von dort

aus entkommen könne. Sofort erhoben sich die Stimmen: »Da ist er, dort

will er entfliehen!« In wenigen Sätzen stand er an der Tür, riß sie

auf und warf sich auf die überraschten Nächststehenden. Es war ihm ein

leichtes, sie zu überrennen. Ehe noch die Menge wußte, was geschehen,

rannte er davon und verschwand. Venne aber wurde ergriffen und im

Triumph in festes Gewahrsam geführt.

Luthers kräftige Stimme wider den Ablaßmißbrauch, die zuerst im Jahre

1517 ertönte, fand in Goslar vielstimmigen Widerhall. Denn auch hier

hatte man Tetzel reichlich gespendet, und ein in der St.-Jakobi-Kirche

stehender Armenkasten führte noch lange den Namen ›Tetzelkasten‹.

Aber noch bekannte man sich nicht offen zu der neuen Lehre. Der Rat

im besonderen hielt noch einmütig am alten Glauben fest. Als jedoch

im Sommer 1521 die heldenmütige Standhaftigkeit Luthers zu Worms vor

Kaiser und Reichstag bekannt wurde, da war auch in Goslar die Bewegung

nicht mehr einzudämmen. Es fanden die ersten Predigten in lutherischem

Geiste statt, und der Vikar Johann Klepp lieh ihm von der Kanzel der

St.-Jakobi-Kirche das Wort. Der Oheim Hardts, der Pleban an dieser

Kirche, setzte beim Rate durch, daß jenem das Predigen in dieser Kirche

verboten wurde. Da zog Klepp in die Kirche zum Heiligen Grabe, und

seine Anhänger mehrten sich von Tag zu Tag.

Zuletzt wurde ihm das Reden in allen Kirchen verboten, doch der Stein,

der ins Rollen gekommen war, konnte nicht mehr aufgehalten werden. An

Klepps Stelle traten andere, und was man in den Gotteshäusern nicht

mehr verkünden durfte, fand auf den öffentlichen Plätzen das Ohr einer

noch größeren Zuhörerschaft. Magister Schmiedecke predigte auf dem

Lindenplan, und seine Anhänger, ›die Lindenbrüder‹, gewannen ihm neue

Gefolgsleute. So groß war der Zulauf, daß die Kirchen und Kapellen bald

leer standen.

Die Stadt war voll innerer Unruhe; die Masse des niederen Volkes stand

gegen die Besitzenden, besonders den Rat, in ablehnender Kampfstimmung.

Der Funken glühte; wer ihn zu entfachen vermochte, konnte große

Verwirrung über die Stadt bringen.

Hermann Raßler war über diese Zustände wohlunterrichtet, und er baute

darauf seine Befreiungspläne. Seit einigen Tagen lebte er wieder

unerkannt in den Mauern der Stadt, und seine Agenten bearbeiteten

das Volk, um es für seine Ziele einzuspannen. In geschickter Weise

wurde die Stimmung aufgepeitscht durch die Verquickung der religiösen

Spannung mit dem wirtschaftlichen Elend. Raßlers Plan ging dahin, einen

Auflauf des Volkes zu verursachen und während dieser Zeit die Gefangene

zu befreien. Die Zusammenrottung fand planmäßig statt. Große Mengen

schreienden und brüllenden Volkes drängten sich auf dem Marktplatz

zusammen. »Fort mit den Pfaffen! Heraus mit dem Rat! Brot! Brot! Der

Bürgermeister soll kommen!« so tobte und schrie es durcheinander.

Nur Achtermann verlor die Ruhe nicht. »Laßt die Kartaunen abbrennen,

schickt ihnen Vollkugeln auf den Wanst, daß sie satt werden«, riet er

höhnisch.

Das Gesicht Karsten Balders war in ernste Falten gelegt. Er übersah

das Unwetter, das heraufzog, in seiner ganzen Schwere. Es handelte

sich nicht nur darum, die Ruhestörer vom Marktplatz zu verscheuchen,

einigen Dutzend Schreiern den Mund zu stopfen, sondern eine Bewegung zu

bekämpfen, die das gesamte Volk bis in seine Tiefen hinein erregte und

die, wenn sie Wurzel faßte, die Stadt in ausgesprochenen Gegensatz zu

Kaiser und Papst bringen und damit den katholischen Herzögen den Weg

frei machen mußte, um ihr Mütchen an ihr zu kühlen. Er entschloß sich,

auf den Altan zu treten und beruhigend zu der Menge zu reden.

Als er erschien, schrien einige: »Still, der Bürgermeister will zu uns

reden. Ruhe für Karsten Balder!«

»Soll das Maul halten!« brüllten andere. Es drohte zu einem Handgemenge

zwischen den beiden Parteien zu kommen.

Die Leute Raßlers, geschickt auf den Platz verteilt, hetzten die einen

gegen die anderen, und der Tumult schien sich in sich selbst verzehren

zu wollen. Der Bürgermeister, der ein paarmal vergeblich versuchte,

sich Gehör zu verschaffen, wollte wieder wegtreten.

Während des Lärmens und Tobens hatte Raßler selbst sich mit einigen

handfesten Leuten Eintritt von der Seite der Marktkirche ins Rathaus

verschafft, in dessen Keller Venne Richerdes schmachtete. Da er durch

seine Späher auch über die Örtlichkeit genau unterrichtet war und alles

vorgesehen hatte, um bis zu ihr vorzudringen, stand er bald in ihrem

Kerker. Sie war schon oft zum Verhör vorgeführt worden und glaubte, man

wolle sie wieder vernehmen. Da erklang es hastig: »Kommt, die Befreiung

naht.«

Venne erkannte Raßler und warf sich ihm aufschreiend in die Arme.

»Gott sei Dank, daß Ihr kommt. Ich glaubte schon, ich sei von allen

verlassen.«

Einen Augenblick ruhte sie an seinem Herzen, und seine Arme umschlossen

die geliebte Gestalt; dann aber ermannte er sich. »Fort, keinen

Augenblick verlieren!«

Durch Gänge und Türen stolperte sie an seiner Hand bis auf den Hof

hinauf. Das Licht der Sonne, das sie seit Wochen nicht geschaut hatte,

blendete so, daß sie die Augen mit der Hand schützen mußte.

Noch hatte niemand die Flucht bemerkt, denn aller Aufmerksamkeit war

den Vorgängen auf dem Markt zugewandt, und sie wäre auch wohl weiter

zunächst unbeachtet geblieben, wenn nicht zufällig ein Ratsherr aus

der rückwärts mit Fenstern versehenen Stube gesehen hätte, wie das

Paar eilig aus dem Hofe hastete. Er schlug sofort Lärm, und der Ruf:

»Venne Richerdes ist entflohen!« ertönte weithin. Dieser Ruf, ins Volk

geworfen, bewirkte, was weder der Bürgermeister noch andere erreichen

konnten: Der ganze Haufe setzte sich nach dem Hohen Wege in Bewegung,

wohin das Paar gelaufen war.

Die beiden hatten einen ziemlichen Vorsprung, und es wäre Raßler bei

seiner Kenntnis aller Winkel und Ecken wohl gelungen, sie in dem Gewirr

der Gassen am Liebfrauenberge in Sicherheit zu bringen, wenn nicht

Venne von der langen Haft geschwächt gewesen und ihre Kleider ihr beim

Laufen hinderlich gewesen wären. Einige leichtfüßige Burschen hefteten

sich an ihre Fersen. Um sie abzuwehren, mußte Raßler sich wiederholt

umkehren. So verlor er kostbare Minuten. Der Haufe kam immer näher, die

Wut funkelte aus aller Augen, dumpfe Schreie tönten an ihr Ohr.

Einige Leute Raßlers, die in Erkenntnis der Gefahr mit der Menge

vorgestürzt waren, warfen sich ihr entgegen; auch Raßler selbst zog

sein Schwert. Aber ihre Tapferkeit zerschellte an der Wucht der Masse.

Ein klobiger Rademacher, der ein Stück Holz am Wege aufgegriffen hatte,

schmetterte es auf Raßlers Kopf hernieder, daß er zu Boden sank. Alles

war verloren; da wollten die Knechte wenigstens ihren Hauptmann retten.

»Laßt das Weib, der Hauptmann ist uns mehr wert.«

Während die einen noch kämpften, schleppten die anderen den todwunden

Mann davon. Venne blieb in den Händen ihrer Verfolger und wurde im

Triumph zum Rathaus zurückgebracht. So endete der Befreiungsversuch,

und der Rat trug fortan durch verdoppelte Wachsamkeit Sorge, daß man

nicht ohne seinen Willen wieder zu ihr gelangen konnte.

* * * * *

Johannes Hardt bewahrte seine Treue gegen Venne auch jetzt noch, obwohl

sie ihn durch ihre Verbindung mit Raßler schwer enttäuscht hatte. Er

übernahm die Verteidigung der Angeschuldigten, und er unterließ nichts

anzuführen, was zu ihrer Entlastung dienen konnte, verhehlte sich

indes nicht, daß keine Aussicht bestand, sie zu retten. Gisela, die

von tiefem Kummer über das Los der Freundin erfüllt war, beschwor ihn,

nichts unversucht zu lassen. Sie erwog sogar den Plan, Venne heimlich

freizulassen durch Bestechung der Wärter. Auch Immecke Rosenhagen und

Erdwin Scheffer waren dafür gewonnen, aber Johannes erhob nachdrücklich

Einspruch. Sein Pflichtgefühl litt es nicht, daß er, der im Solde der

Stadt stand, etwas duldete oder sogar förderte, was ihn mit seinem

geschworenen Eide in Konflikt brachte. Außerdem erkannte er, daß

der Plan doch zum Scheitern verurteilt war. »Ich habe nur noch eine

Hoffnung,« sagte er zu Gisela, »sie beruht auf Ernesti, an den ich

schon vor langer Zeit eilige Botschaft schickte. Er ist mächtig und

einflußreich; sein Wort gilt auch bei dem Rate viel. Gelingt es ihm

nicht, Venne frei zu bekommen, so weiß ich keinen Rat mehr.« Seufzend

ergab sich Gisela in das Unabänderliche.

Ernesti kam; Johannes besprach mit ihm alles, und auch jener erkannte

den furchtbaren Ernst der Lage. Doch er wollte nichts unversucht

lassen. Schon am nächsten Tage begab er sich auf das Rathaus und hatte

mit Karsten Balder eine ernste Besprechung.

»Herr Karsten Balder,« sagte er, »ich verstehe Euren Zorn gegen mein

Niftel; ich will auch zugestehen, daß sie sich schwer gegen die Stadt

vergangen hat. Aber laßt ihr auch Gerechtigkeit widerfahren. Bedenkt,

wie schwer sie gekränkt war, wie man sie und ihren Vater gehetzt hat,

bis sie so weit kam. Ihre Begriffe von Recht und Unrecht mußten sich

verwirren; die Hauptschuld trägt der Ratsherr Achtermann, wie Ihr nicht

bestreiten werdet. Ich will von dem Geschwätz absehen, das er über sie

ausstreute, sie sei eine Hexe. Ihr selbst als vernünftiger Mann werdet

das nicht glauben, denn Heinrich Achtermann war ihr in treuer Liebe

zugetan, und es steht fest, daß er bis zuletzt nie an ihr gezweifelt

hat. Wie sollte also dieses reine, keusche Mädchen dazu kommen, sich

solcher buhlerischen Mittel zu bedienen, um etwas zu gewinnen, was sie

schon besaß? Ein anderes ist es um den Schaden, den sie oder Raßler,

vielleicht ohne ihre Kenntnis und Einwilligung, Eurer Stadt zugefügt

hat. Er mag groß sein, aber er ist zu ersetzen, und ich bin reich

genug, um dafür einzustehen.«

Karsten Balder hatte ihn sprechen lassen; unbewegten Antlitzes hörte

er ihm zu. Dann nahm er mit ernster Stimme das Wort: »Ihr wißt, Herr

Ernesti, daß Venne Richerdes wie ihr Vater mir die Hauptschuld an dem

beimessen, was sie an Ungemach betraf. Sie taten mir bitter unrecht

damit, aber ich habe geschwiegen. Meine Hand ist rein von Schuld gegen

sie. Mein Mund hat nichts geredet, das ich nicht verantworten könnte.

Sie taten mir unrecht, aber es soll ihnen nicht vorbehalten bleiben.

Doch anders ist es mit dem, was der Stadt widerfuhr. Für diese tat ich,

was jene mir als persönlich gemeinte Kränkung auslegten; für diese muß

ich geschehen lassen, was jetzt über die Tochter kommt. Sie tut mir

leid, die Venne, ich will es Euch gestehen, und was der Achtermann ihr

antut, mag kleinlich, verächtlich, verabscheuungswürdig sein. Aber

es steht mir nicht zu, über ihn zu Gericht zu sitzen. Hätte sie sich

früher an mich gewandt, so wäre vielleicht manches anders geworden;

jetzt ist es zu spät.«

»Herr Bürgermeister,« entgegnete Ernesti, der noch nicht alle Hoffnung

aufgeben wollte, »ich bin, wie Ihr wißt, ein Freund Eurer Stadt. Ihr

selbst nanntet mich so. Ich habe -- wiederum gebrauche ich Eure Worte

-- ihr Dienste geleistet, für die mir Dank zugesichert wurde. Wohlan,

jetzt ist die Stunde der Vergeltung gekommen. Ich begehre nichts als

die Befreiung Venne Richerdes'. Sie soll Euch Urfehde schwören; ich

will sie mit mir nehmen, daß Ihr sie nie wieder zu Gesicht bekommt,

aber laßt sie gehen.

Ich habe Euch geholfen, ich werde Euch helfen. Ich sorge, Ihr werdet

diese Hilfe gut gebrauchen können. Gebt sie mir. Sie ist nur mein

Niftel, aber Ihr seid selbst Vater, habt eine blühende Tochter. Sagt,

wie täte es Euch, wenn man sie töten wollte. Würdet Ihr nicht Himmel

und Hölle in Bewegung setzen, um sie zu retten?«

»Wenn ich an Eurer Stelle wäre, Herr Ernesti, sicher. Wäre ich der

Bürgermeister Karsten Balder, nein! Ich stehe hier für die Stadt, der

ich geschworen habe. Ihr mahntet mich an die unruhige Zeit, in der wir

leben; wie sollte ich es verantworten, gäbe ich die Schuldige frei,

um vielleicht demnächst ein Dutzend armer Schelme dem Gericht zu

überantworten. Solange ich über Recht und Gerechtigkeit in der Stadt

Goslar zu wachen habe, wanke ich nicht. ›+Fiat justitia, pereat

mundus+!‹ Die Gerechtigkeit soll ihren Lauf haben auch in diesem

Falle.«

Bleich waren beide Männer, die sich jetzt gegenüberstanden.

»Ihr hattet meine Freundschaft, Karsten Balder,« sagte Ernesti mit

düsterer Stimme, »so nehmt meine Feindschaft. Daß ich einen Fehdebrief

schreibe, wollet nicht erwarten, aber die Absage sollt Ihr merken!«

»Ich muß es gelten lassen«, sagte Karsten Balder tiefernst; damit

schieden die beiden Männer.

Den Hardts berichtete er von seinem Mißerfolge. Venne wollte er nicht

mehr sehen. »Es geht über meine Kraft, vor sie zu treten«, sagte er,

»mit dem Bewußtsein, daß der Tod hinter ihr steht, und ihr leere

Trostworte zuzuraunen. Sagt ihr auch nicht, daß ich hier gewesen.«

Dann brach er auf. Von Goslar fuhr er geradeswegs nach Wolfenbüttel, um

mit dem Herzog zu verhandeln; darauf kehrte er in seine Heimat zurück.

Auch Herzog Heinrich versuchte noch einmal, zugunsten Vennes zu

vermitteln; es war vergebens. Mit fast ingrimmiger Festigkeit lehnte

der Bürgermeister die Einmischung des Welfen ab. So nahm der Prozeß

gegen Vene Richerdes seinen Lauf.

Auf dem Rosenberge, in einsamer Lage, wohnte der Henker der Stadt

Goslar, Meister Henning Voß, mit Weib und Kind und mit seinen

Knechten. In den Akten der Stadt führt er den harmlos klingenden Namen

»Suspensor«. Für den armen Delinquenten, der ihm überantwortet wurde,

war es indes gleich, ob der Rat Meister Henning seine sechzehn Groschen

lötigen Silbers als »Henker« oder als »Suspensor« zahle.

Die Amtseinnahmen des Henkers waren nicht immer glänzend. Zwar flossen

ihm neben den Einnahmen aus seinem blutigen Beruf auch sonst noch

manche Sporteln zu, die ihm für allerlei unsaubere Arbeit zustanden,

wie Reinigen der Gruben bei den Herren Ratsleuten, Abholen und

Vernichten der Kadaver gefallener Tiere; aber es wäre doch in manchem

Jahre Schmalhans Küchenmeister bei ihm gewesen, wenn sich ihm nicht

noch andere einträgliche Einnahmequellen erschlossen hätten. Er war

bekannt als Besitzer mancher dunklen Wissenschaft, geheime Tränke zu

brauen, krankes Vieh zu besprechen, Liebe zu sichern und zu stören

zwischen jungen Pärchen. Das alles fiel in den Bereich seiner Kunst.

An manchem dunklen Abend pochte es an das Tor des Gehöfts, und ein

zitternd Jüngferlein oder ein beherzterer Bursche holte sich Rat bei

Meister Voß.

Als bestellter Henker hatte er auch dem Peinlichen Gericht seine

Dienste zur Verfügung zu stellen. Und mancher, dem seine Rute den

Rücken gestrichen oder dem er das Schandmal aufgebrannt hatte, sandte

ihm im stillen und aus der Ferne seine Segenswünsche zu. Jetzt stand

wieder einmal eine große Sache an, bei der es etwas zu verdienen gab.

Daß es sich dabei um die Tochter eines Vornehmen handelte, erhöhte noch

den Reiz der Arbeit.

Das Peinliche Gericht tagte in der Stadtfronei, die zur Zeit unter

der Sankt-Ulrichs-Kapelle in der Kaiserpfalz untergebracht war. Dort

hingen an den Wänden all die Geräte, mit denen man schweigsame Leute

zum Reden brachte. Und dort bereitete jetzt auch Meister Voß und seine

Leute alles vor, um die Angeklagten gehörig behandeln zu können. Es

waren eingezogen außer Venne die alte Katharina und die Gittermannsche.

Die beiden letzteren traf der Vorwurf des Zauberns und der Beihilfe

zu diesem Verbrechen. Venne Richerdes hatte sich außerdem wegen

Hochverrats und Mordes, begangen an ehrsamen Bürgern, zu verantworten,

wie auch dafür, daß sie mit Hermann Raßler, der Stadt abgeschworenem

Feinde, gemeine Sache gemacht habe.

Noch war der Henker mit seinen Knechten allein in dem düsteren Raume.

Die Folterkammer entbehrte nicht des frommen Apparates, um auch keines

der Mittel unversucht zu lassen, die auf das schon über die Maßen

erregte Gemüt des peinlich zu Befragenden von Wirkung sein konnte.

Der Freitag, der Sterbetag des Heilandes, galt den Inquisitoren als

furchtbarster Erntetag. So wählte man ihn auch in Goslar. Das Gemach

war schwarz ausgeschlagen; ein riesengroßes Kruzifix an der Wand trug

nicht minder zur Erhöhung der düsteren Stimmung bei.

Meister Voß war ein frommer Mann, so ungereimt das auch manchem

vorkommen mag. Er hatte das Geschäft vom Vater überkommen, wie dieser

vom Großvater. Morgens sprach man in seinem Hause den Frühsegen,

und der Abend fand nicht sein Ende, ohne daß dem lieben Gott gedankt

wurde für das Gute, das er den Tag über beschert hatte, und war auch

etwas Ungemach dazwischen gewesen. Daß dem Herrn der Heerscharen seine

kleinen außerberuflichen Nebenbeschäftigungen vielleicht nicht ganz

genehm sein möchten, kam ihm in seiner christlichen Einfalt nicht in

den Sinn.

Lag ein besonderes Werk vor, so folgte dem Morgengebet noch ein

zweites, in dem er den Herrn um eine sichere Hand anflehte und den

Himmel bat, ihm die Tat nicht vorzubehalten, die er im Namen eines

wohlweisen Rates zu tun berufen war. So geschah es auch heute, obschon

es nur galt, die peinliche Frage zu tun, wenn die Angeklagten nicht

jetzt vor dem Gericht geständig waren. Er nahm die Kappe ab, die

Knechte taten ein gleiches, der eine ein wenig langsam und grinsend.

Da unterbrach Meister Voß für einen Augenblick die schon begonnene

Andacht, und seine Faust saß dem Säumigen im Nacken. »Willst Du Hund

unserem Herrgott nicht den nötigen Respekt erweisen?« Der Gemaßregelte

ließ sich willig belehren, und das Gebet verlief nach dem Fürspruch des

Meisters.

Während dieser Zeit tagte über ihnen noch in einem Gemach das

Gericht. Hinter einem schwarzbehangenen Tische, auf dem ein großer

Kruzifixus zwischen zwei Kerzen stand, saßen schweigsamen und düsteren

Antlitzes der Inquisitor und die Schöffen. An der Seite wartete

der Aktuarius mit sorgsam zugeschnittenem Federkiel darauf, die

Angaben niederzuschreiben. Es läutete dem Herkommen gemäß gerade die

Angelusglocke, als die Beschuldigten von dem Büttel hereingeführt

wurden. Das Malefizverfahren schrieb vor, daß die Tortur, die sich

etwa anschließen konnte, die Übeltäter mit nüchternem Magen antreffe.

So war es auch hier.

Als erste kam die Gittermannsche. Das häßliche Weib überfiel den

Gerichtshof sogleich mit einem Schwall von Beteuerungen ihrer Unschuld.

Die Magd habe ihr überhaupt nicht gesagt, daß der Trank für einen

Menschen sei; er gelte einem Hunde, so sei ihr gesagt worden. Der

Richter unterbrach sie strenge und ermahnte sie, zu schweigen und nur

auf die Fragen zu antworten. Da sie bei ihrer Behauptung blieb, brach

man das Verhör ab.

Katharina gestand unumwunden, daß sie zur Gittermannschen gegangen

sei, um sich einen Liebestrank für Heinrich Achtermann zu holen. Die

Gittermannsche, welche ihr empfohlen sei, habe durchaus gewußt, wem es

gelte. Sofort fiel diese mit einem Schwall von greulichen Flüchen und

Verwünschungen über sie her, so daß das Gericht ihr schon jetzt mit

Auspeitschen drohen mußte, wenn sie das Verhör noch weiter störe. Da

begnügte sie sich, den beiden anderen Frauen giftige Blicke zuzusenden.

Die alte Magd beteuerte bei allen Heiligen, daß ihre Herrin nichts von

der ganzen Sache gewußt habe.

Auch Venne erzählte den Vorgang so. Der Richter schüttelte den Kopf.

»Und Ihr behauptet allen Ernstes und mit Vorbedacht, daß Ihr von dem

ganzen bösen Handel nichts wußtet?«

Venne Richerdes · 第 11 / 14 题