Chlor Cl 35,5 60,41
Natrium Na 23 39,59
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58,5 100,00
und ist sowol im festen Zustande (als Steinsalz), als auch aufgelöst im
Meerwasser und als Salzsoole in der Rinde des Erdkörpers in reichlichster
Menge vorhanden. Als =Steinsalz= findet es sich in grossen Massen. Es
kommt mit Zwischenlagern von Thon und Gyps in grossen, fast ganz reinen
Stöcken in Lagern von bedeutender Mächtigkeit, meist erst in Tiefen von
100 Meter vor. Massenhafte Steinsalzlager finden sich in den
Tertiärgebilden der Karpathen und zwar im Norden derselben bei Wieliczka,
Bochnia, Laczko, Stebnik u. s. w., in der südlichen Abdachung bei
Szlatina, Vizackna u. s. w.; in der Kreideformation bei Cardona in der
spanischen Provinz Catalonien; in den Alpen und zwar in den Ostalpen
Bayerns, ferner in Salzburg, Steiermark und Tyrol sind die allbekannten
Salzlager von Berchtesgaden, Hall, Hallein, Aussee, Hallstadt, Ischl u.
s. w. In der Triasformation kommen wichtige Salzlager vor im Teutoburger
Walde, in Württemberg, in der preussischen Provinz Sachsen, obenan die
Salzlager von Stassfurt und Erfurt, und in der Mark Brandenburg zu
Sperenberg bei Berlin[36]. Bemerkenswerth ist das gleichzeitige Vorkommen
von Steinsalz und Erdöl (Petroleum) in den Alpen, den Karpathen, im
asiatischen Russland, in Syrien, Persien und an den Abfällen des
Himalaya; in Afrika, in Algerien und Abyssinien; in Amerika, sowol in der
Union und in Canada, als auch am Fusse der peruanischen und bolivischen
Anden etc. Nicht selten findet sich das Steinsalz mit Thon oder Mergel
gemengt und bildet dann den =Salzthon= und das =Haselgebirge=. Von der
ursprünglichen Lagerstätte des Steinsalzes ist sein secundäres Vorkommen
zu unterscheiden. Atmosphärische Wasser, welche in die Tiefe dringen,
lösen Salztheile auf und führen sie auf die Oberfläche. Auf solche Weise
bilden sich sowol einzelne Salzquellen, als auch Salzsümpfe und Salzseen,
aus denen durch allmälige Verdampfung das Salz sich wieder abscheidet;
damit steht auch das Vorkommen des Kochsalzes als Efflorescenz aus dem
Boden der Salzsteppen (=Steppensalz=, =Wüstensalz=, =Erdsalz=) in
Zusammenhang. Bekanntere =Salzseen= sind der salzige See bei Eisleben,
der Eltonsee in der Nähe der Wolga, das Todte Meer und der durch die
Mormonen bekannt gewordene =Salt-Lake= bei Utah im Osten von dem
Felsengebirge in Nordamerika. Was die Bildung der =Salzquellen= oder
=Soolen= betrifft, so erleidet es keinen Zweifel, dass sie ihren
Kochsalzgehalt durch Auslaugung von Steinsalz sich aneigneten. Der
grossen Verbreitung der Flötzformation, welche durch das Vorkommen von
Steinsalz sich besonders auszeichnet, entspricht die grosse Anzahl von
Salzquellen in Deutschland. Das Kochsalz findet sich ferner im Meerwasser
gelöst als =See=- oder =Meersalz=, oder in den Polargegenden auf den
Eisflächen in Körnerform abgeschieden, wo es den Namen =Rassol= führt.
Endlich ist nicht unerwähnt zu lassen, dass das Chlornatrium bei gewissen
chemischen Processen massenhaft als =chemisches Produkt= auftritt, so z.
B. in der Salpeterfabrikation aus Natriumnitrat und Chlorkalium.
[36] Die im norddeutschen Bunde gelegenen Steinsalzlager wurden in
folgenden Teufen erbohrt:
Heinrichshall bei Gera 91 Meter
Stotternheim (S.-Weimar) 334 "
Erfurt 345 "
Artern 286 "
Stassfurt 259 "
Schöningen (Braunschweig) 519 "
Schönebeck 555 "
[Sidenote: Gewinnung des Kochsalzes aus dem Meerwasser.]
Das Meerwasser der verschiedensten Gegenden enthält immer dieselben
Bestandtheile. Die Verschiedenheit in der Menge derselben ist äusserst
gering und wird durch gewisse örtliche Verhältnisse, durch den Untergrund
des Meeres, durch die Verdünnung des Meerwassers an den Küsten und
Mündungen der Flüsse durch Flusswasser, durch Eismassen in den
Polargegenden u. s. w. bedingt. Das spec. Gewicht des Meerwassers
schwankt bei +17° zwischen 1,0269 und 1,0289; das des Rothen
Meeres ist weit höher und beträgt 1,0306. In 100 Th. Meerwasser sind
enthalten:
================+=========+==============+==========+========
| Grosser | Atlantischer | Nordsee. | Rothes
| Ocean. | Ocean. | | Meer.
================+=========+==============+==========+========
Chlornatrium | 2,5877 | 2,7558 | 2,5513 | 3,030
Bromnatrium | 0,0401 | 0,0326 | 0,0373 | 0,064
Kaliumsulfat | 0,1359 | 0,1715 | 0,1529 | 0,295
Calciumsulfat | 0,1622 | 0,2046 | 0,1622 | 0,179
Magnesiumsulfat | 0,1104 | 0,0614 | 0,0706 | 0,274
Chlormagnesium | 0,4345 | 0,3260 | 0,4641 | 0,404
Chlorkalium | -- | -- | -- | 0,288
----------------+---------+--------------+----------+--------
| 3,4708 | 3,5519 | 3,4384 | 4,534
Das in den verschiedenen Meeren aufgelöste Salz ist, wie folgt,
zusammengesetzt:
A: Kaspisches Meer.
B: Schwarzes Meer.
C: Ostsee[37].
D: Nordsee durchschnittl. von 7 Stellen.
E: Mittelländ. Meer durchschnittl. von 3 Stellen.
F: Atlant. Ocean durchschnittl. von 3 Stellen.
G: Todtes Meer durchschnittl. von 5 Stellen.
A B C D E F G
Gehalt { feste Salzmasse 0,63 1,77 1,77 3,31 3,37 3,63 22,30
überhaupt { Wasser 99,37 98,23 98,23 96,69 96,63 96,37 77,70
Die gelösten festen Bestandtheile
enthalten in 100 Theilen
{ Chlornatrium 58,25 79,39 84,70 78,04 77,07 77,03 36,55
{ Chlorkalium 1,27 1,07 -- 2,09 2,48 3,89 4,57
{ Chlorcalcium -- -- -- 0,20 -- -- 11,38
{ Chlormagnesium 10,00 7,38 9,73 8,81 8,76 7,86 45,20
{ Bromnatrium und
{ -Magnesium -- 0,03 -- 0,28 0,49 1,30 0,85
{ Calciumsulfat 7,78 0,60 0,13 3,82 2,76 4,63 0,45
{ Magnesiumsulfat 19,68 8,32 4,96 6,58 8,34 5,29 --
{ Calcium- und
{ Magnesiumcarbonat 3,02 3,21 0,48 0,18 0,10 -- --
{ Stickstoffh. u.
{ bituminöse Substanzen -- -- -- -- -- -- 1,00
[37] Im Ostseewasser aus dem grossen Sunde zwischen den Inseln Oesel
und Moon fand Baron =Sass= (1866) bei 1,00474 spec. Gewicht nur
0,666 Proc. feste Bestandtheile.
1 Kubikmeter Meerwasser enthält mithin etwa 28-31 Kilogr. Chlornatrium
und 5-6 Kilogr. Chlorkalium.