*1,992* kg _niedergedrückt_ und mit *0,393* kg _gehemmt_.
Dies muß nun der Niederschlag unschädlich machen. Da derselbe aber
3/2mal so lange dauert, so braucht während seiner Zeit nur ein
_Hebedruck_ von 2/3 × 1,992 = *1,328* kg und
ein _Treibedruck_ von 2/3 × 0,393 = *0,262* kg
zu wirken.
Indem man nun aber vom hebenden Widerstand beim Niederschlag das
Storchgewicht, und vom treibenden Druck den Widerstand des Storchkörpers
abzieht, erhält man während der Niederschlagszeit den
_Hebedruck_ 5,428 - 4 = *1,428* kg und
den _Treibedruck_ 0,0360 - 0,025 = *0,335* kg,
welche beide noch etwas größer sind, als erforderlich war.
Der Storch kann also unter diesen Bewegungsformen horizontal bei
Windstille fliegen.
In den Figuren 4 und 5 auf Tafel VIII sind die hier ausgerechneten
Flügeldrucke sowohl beim Auf- als beim Niederschlag in richtigen
Verhältnissen eingezeichnet, unter Angabe der Profilneigungen und
Wegrichtungen an den entsprechenden Stellen. Bei den Schwungfedern ist
der Querschnitt einer solchen Feder in natürlicher Größe und richtig
geneigt angegeben.
Der Storch kann aber nun nicht bloß bei den gewählten Verhältnissen
fliegen, sondern es lassen sich noch viele andere Kombinationen der
Flügelneigungen heraussuchen, bei denen das Fliegen möglich ist. Die
gewählte Art wird aber annähernd das Minimum der Arbeit geben.
Beim Aufschlag braucht der Storch keine Arbeit zu leisten; denn die
Flügel geben nur dem von unten wirkenden Drucke nach. Wenn der Flügel
beim Aufschlag in seinen Gelenken wie eine elastische Feder nach oben
durchgebogen würde, so daß er den nach unten ziehenden Sehnen und
Muskeln beim Niederschlag zu Hülfe käme, so könnte derselbe sogar zu
einer Aufspeicherung der Arbeit verwendet werden, und in gewissem Grade
ist dieses beim natürlichen Flügel auch wohl der Fall. Diese theoretisch
gewonnene Arbeit erhält man, wenn man die hebenden Drucke mit ihren
Wegen multipliziert. Für einen Aufschlag giebt
die Fläche A die Arbeit 0,0
- - B - - 0,348 × 0,12 = 0,0417 kgm
- - C - - 0,235 × 0,44 = 0,1034 -
- - D - - -0,015 × 0,88 = -0,0132 -
-------------
0,1319 kgm.
Theoretisch ließe sich für beide Flügel ein Arbeitsgewinn von 2 × 0,1319
= 0,2638 kgm bei einem Aufschlag erzielen, der sich in einer Sekunde
verdoppelt auf 2 × 0,2638 = 0,5276 kgm.
Beim Niederschlag sind aufzuwenden an Arbeiten für die Fläche:
A die Arbeit 0,0
B - - 0,610 × 0,12 = 0,0732 kgm
C - - 0,964 × 0,44 = 0,4241 -
D - - 0,585 × 0,88 = 0,5148 -
-------------
1,0121 kgm.
Jeder Niederschlag verursacht also für beide Flügel die Arbeit 2 ×
1,0121 kgm, und da 2 Niederschläge pro Sekunde erfolgen, so erhält man
als Flugarbeit für den Storch bei windstiller Luft 2 × 2 × 1,01 = 4,04
kgm, wenn man die, theoretisch als Arbeitsgewinn anzusehende
Aufschlagsarbeit nicht abzieht. Würde man aber einen Teil der letzteren
in Abzug bringen, so ließe sich diese Arbeit des Storches beim
Ruderfluge in Windstille auf cirka 4 kgm abrunden.
Noch etwas vorteilhafter stellt sich das Arbeitsverhältnis heraus, wenn
der Storch die Flügelarme noch weniger auf und nieder bewegt, wie z. B.
in Fig. 2 auf Tafel VIII punktiert angedeutet, wenn also der Punkt b
etwa nur 0,06 m, c nur 0,26 m und d den verhältnismäßig großen Hub 0,76
m erhält. Es ergeben sich dann die analog wie früher gebildeten
nachstehenden Tabellen:
Aufschlag.
===+================++================++================++================
| A || B || C || D
+-------+--------++-------+--------++-------+--------++-------+--------
| vert. | horiz. || vert. | horiz. || vert. | horiz. || vert. | horiz.
| Komp | Komp. || Komp. | Komp. || Komp. | Komp. || Komp. | Komp.
---+-------+--------++-------+--------++-------+--------++-------+--------
+9°| 0,634 | -0,066 || | || | || |
+6°| 0,555 | -0,042 || 0,610 | -0,063 || | || |
+3°|*0,436*|*-0,023*||*0,479*|*-0,037*|| 0,560 | -0,102 || |
0°| 0,317 | -0,019 || 0,348 | -0,030 || 0,408 | -0,087 || 0,240 | -0,105
-3°| | || 0,216 | -0,028 ||*0,250*|*-0,059*|| 0,148 | -0,072
-6°| | || | || 0,131 | -0,057 ||*0,072*|*-0,055*
-9°| | || | || | ||-0,016 | -0,042
(wegen der Schlagwirkung und Verkürzung) × 1,0 × 1,0
Niederschlag.
===+================++================++================++================
| A || B || C || D
+-------+--------++-------+--------++-------+--------++-------+--------
| vert. | horiz. || vert. | horiz. || vert. | horiz. || vert. | horiz.
| Komp | Komp. || Komp. | Komp. || Komp. | Komp. || Komp. | Komp.
---+-------+--------++-------+--------++-------+--------++-------+--------
+9°| 0,634 | -0,066 || 0,690 | -0,060 || 0,808 | -0,014 || 0,505 | +0,071
+6°| 0,555 | -0,042 || 0,610 | -0,036 || 0,707 | +0,006 || 0,442 | +0,077
+3°|*0,436*|*-0,023*||*0,479*|*-0,017*||*0,555*|*+0,019*||*0,346*|*+0,069*
0°| 0,317 | -0,019 || 0,348 | -0,015 || 0,404 | +0,010 || 0,250 | +0,048
-3°| | || 0,216 | -0,019 || 0,252 | -0,003 || 0,132 | +0,020
(wegen der Schlagwirkung) × 1,55 × 2,15
Wenn dann beim Aufschlag die Flächenneigung für A gleich +3°, für B
gleich +3°, für C gleich -3° und für D gleich -6° ist, und beim
Niederschlag entsprechend die Neigungen +3°, +3°, +3° und +3° angenommen
werden, dann ergeben sich die Widerstandssummen:
beim Aufschlag beim Niederschlag
===+=============+================ ===+=============+================
|Vertikaldruck| Horizontaldruck |Vertikaldruck| Horizontaldruck
---+-------------+---------------- ---+-------------+----------------
A | 0,436 | -0,023 A | 0,436 | -0,023
B | 0,479 | -0,037 B | 0,479 | -0,017
C | 0,250 | -0,059 C | 0,860 | +0,029
D | 0,072 | -0,055 D | 0,744 | +0,148
---+-------------+---------------- ---+-------------+----------------
kg| 1,237 | -0,174 kg| 2,519 | +0,137
und für beide Flügel:
kg| 2,474 | -0,348 kg| 5,038 | +0,274
Hiernach wird der Storch beim Aufschlag, unter Berücksichtigung seines
Gewichtes und seines Körperwiderstandes, mit
1,526 kg niedergedrückt und mit 0,373 kg gehemmt.
Der Niederschlag muß daher geben:
2/3 × 1,526 = 1,017 kg Hebedruck und
2/3 × 0,373 = 0,248 kg Treibedruck,
er erzeugt aber
5,038 - 4 = 1,038 kg Hebedruck und
0,274 - 0,025 = 0,249 kg Treibedruck,
der Storch kann daher unter diesen Bewegungsformen auch fliegen.