[329] Noch im Jahr 1809 lebte in Baiern ein alter Mann, der einst wegen
angeblicher Zauberei unschuldig torquirt worden war und alle Marter
glücklich überstanden hatte. Derselbe pflegte bei dem baierischen Rentamte
zu Mitterfels allmonatlich seinen Gnadengehalt in Empfang zu nehmen und
dabei sich noch in den beiden Kanzleien ein Almosen einzusammeln. Neu
angestellten Beamten, welche den Mann zum ersten Male sahen, musste er dann
die verschiedenen Arten der Folterung, die er erlitten, beschreiben, wobei
er an seinen ausgerenkten Händen und Füssen es sehen liess, bis zu welchem
Grade er gemartert worden war. -- _Schuegraf_, der damals als Schreiber bei
dem Amte fungirte, theilt dieses in der Zeitschr. für d. Kulturgesch. 1858,
S. 765 bis 766 mit.
[330] _Schuegraf_, S. 767.
[331] _Buchmann_, S. 324.
[332] _Lenormant_, S. 493.
[333] Siehe die zahlreichen Angaben bei _Wuttke_, »Der deutsche
Volksaberglaube der Gegenwart« und bezüglich der Schweiz in der Schrift des
Pfarrers _Thellung_ in Biel: »Der Aberglaube nach seinen verschiedenen
Erscheinungen« (Biel, 1867).
[334] _Schwalbe_, Ueber Wetteraberglauben (Berl. 1876 S. 5).
[335] Vgl. Oberyssel'sche Zeitung vom Dienstag, 25. März 1823 und
_Scheltema_, Beil. S. 99-101. -- _Schindler_ (»Der Aberglaube des
Mittelalters«, S. 305) sagt: »Noch im Jahr 1832 wurde in der Gegend von
Danzig eine Unglückliche hinausgefahren und auf grausame Art ertränkt; und
noch 1854 wurde in meiner Nähe eine alte Frau beerdigt, die im ganzen Dorfe
als Hexe galt, und =der man desshalb die Leichenbegleitung versagte=.«
[336] _Waldbrühl_, Naturforschung und Hexenglaube, S. 37-38 in Virchow's
und v. Holtzendorff's Vorträgen, Heft 46.
[337] _Horst_, Zauberbibl. B. VI. S. 368. -- Das Ereigniss, welches Horst
S. 373 desselben Bandes aus dem Mémorial Bordelais mittheilt, ist offenbar
nicht ein weiteres, sondern das bereits S. 368 erzählte Vorkommniss.
[338] _Cordier_, Légendes des Hautes Pyrénées, Lourdes, 1855, S. 79-88 und
_Hartpole Lecky_, I. S. 3-4.
[339] Dieselben hatten ihr bereits mit einem schneidenden Instrument über
der Brust einen langen Schnitt beigebracht. Die Maréchaussée bemächtigte
sich der Verbrecher. S. _Horst_, Zauberbibl. B. VI. S. 371.
[340] Die Nachrichten über die Hexenverfolgung in Mexiko bis zum Jahr 1874
sind -- da uns die Originalquellen nicht zu Gebote standen, aus _Nippold_
»Die gegenwärtige Wiederbelebung des Hexenglaubens« S. 11-12 wörtlich
entlehnt.
[341] Selbst in der =allerneuesten= Zeit liefert Russland noch derartigen,
fast unglaublichen Stoff. Zeitungen aus dem Februar des Jahres 1879 melden:
»In dem Dorfe Wratschewo des Nowgoroder Gouvernements ist ein Bauernweib
Namens Agrafena Ignatiewa von den Einwohnern des genannten Dorfes wegen
Verdachts der Hexerei lebendig verbrannt worden. Die Aeltesten des Dorfes
liessen Thür und Fenster des Hauses, in welchem die vermeintliche Hexe
wohnte, mit Brettern verschlagen, hierauf Stroh und Holz um das Haus legen
und schliesslich das Haus mit der »Hexe« verbrennen. Das unglückliche Opfer
der abergläubischen Bauern wurde im buchstäblichen Sinne des Wortes zu
=Asche= verbrannt. Ueber hundert Dorfbewohner, darunter der =Ortspope=,
wohnten diesem schrecklichen Schauspiele bei. So geschehen im Jahre
=1879=.«
[342] =Praelectiones theologicae=, quas in Coll. Rom. S. J. habebat. Wir
benutzen hier die erste Regensburger (überhaupt die einundzwanzigste)
Ausgabe des Werkes, welche 1854 erschien. Der von uns besprochene Abschnitt
de daemonum cum hominibus commercio findet sich daselbst vol. V. p. 31-54.
[343] Vgl. _Avanzini_, de constitutionibus apostolicae sedis, Romae, 1872.
S. 67.
[344] Wir berichten hier über dieses Buch nach den sehr ausführlichen
Excerpten, welche _F. Nippold_ seiner Schrift, »Die gegenwärtige
Wiederbelebung des Hexenglaubens« S. 18-35 aus demselben mitgetheilt hat.
[345] Das Alles wollte _Vilmar_ aus seiner »Erfahrung« wissen!
[346] Sonst wird dieses nur von =Gott= gelehrt!
[347] Es ist uns durchaus unerfindlich, woher Vilmar dieses weiss.
[348] Man denke an die Wasserprobe der Hexen!