FUSSNOTEN:

[1] _W. E. Hartpole Lecky_, Gesch. des Ursprungs und Einflusses der

Aufklärung in Europa; übers. von Jolowicz, B. I. S. 69.

[2] Vgl. über ihn _Sprengel_, Gesch. der Arzneikunde, III. S. 275 ff.,

v. d. Aa.

[3] Zu der Ausgabe von 1577 fügte _Weier_ als =sechstes= Buch seiner

Schrift noch eine Abhandlung de lamiis sowie einen seltsamen Excurs über

Pseudomonarchia Daemonum hinzu. Die innere Einrichtung der Hölle schildernd

führt er die Namen von 572 Fürsten derselben auf, deren Unterthanen er auf

7 405 926 Dämonen schätzt. Es bleibt dahingestellt, wieviel davon er

wirklich geglaubt hat.

[4] _Jakob Vallick_, Pfarrer zu Groessen im Clevischen, wird von Scheltema

(Geschiedenis p. 150) als ein Mann genannt, der schon =vor= Weier den

Aberglauben bekämpft habe. Wer Vallick's Traktat »von Zauberern, Hexen und

Unholden« (im Theatrum de veneficis S. 54 ff.) kennt, wird den Verfasser

weit eher unter die =Beförderer=, als unter die =Bestreiter= des

Hexenglaubens zählen. Seine Geschichtchen, wie seine Gegenmittelchen sind

gleich abergläubischer Natur.

[5] Roger Baco und ähnliche Männer jener Zeit sind in Weier's Augen

eigentliche Zauberer und der strengsten Bestrafung werth.

[6] Vgl. _A. Wolters_, Konrad v. Heresbach, S. 149 ff.

[7] Nach der deutschen Uebersetzung von _Fuglinus_, Frankf. 1587. Die

schroffsten Eigenthümlichkeiten der Orthographie haben wir etwas

abgeglättet.

[8] Wohlweisslich hatte _Weier_ seine Schrift, bevor er sie unter die

Presse gab, dem Kaiser Ferdinand überreicht, um ein Privilegium gegen den

»Nachdruck« (contra =aemulorum= fraudes!) zu gewinnen, und dieses war auch

wirklich, und zwar mit dem Bemerken ertheilt worden, »dass das rühmliche

Vorhaben nicht nur gebilligt und gelobt, sondern auch gefördert zu werden

verdiene«.

[9] Buch II. Cap. 17.

[10] Der Geistliche, von welchem hier die Rede ist, war kein anderer, als

jener Jakob Vallick, welchen Scheltema unverdienter Weise unter den

Aufklärern genannt hat. Vallick erzählt dieselbe Geschichte in seinem oben

angeführten Traktat von Zäuberern, Hexen und Unholden.

[11] Die Veröffentlichung des Buches brachte Weier viele böse Tage ein. Als

nämlich Herzog Wilhelm IV. in Trübsinn verfallen war, wurde Weier

teuflischer Zauberkünste angeklagt, durch welche er den Geist des Fürsten

umnachtet hätte. Um sich daher dem schlimmsten Schicksal zu entziehen, floh

er von Düsseldorf. Doch fand er bei dem Grafen von Bentheim in Tecklenburg

Aufnahme und Schutz, und lebte daher hier von 1564 bis zu seinem Tode 1588,

als Arzt und Schriftsteller unablässig thätig.

[12] _Kaspar Borcholt_ empfiehlt das Buch dem lüneburgischen Rathe

_Bartolus Richius_ und sagt unter anderm: -- -- -- »Habe ich Euch das Buch

des hochgelahrten Mannes Wieri, welches er vor etlichen Jahren de

praestigiis daemonum, von Zauberei und Vergiftung, so artig und kunstreich,

dass es auch von allen hochgelahrten Leuten in ganzem Burgundia und Belgico

wie ein Heiligthum gehalten wird, geschrieben, zu übersenden verheissen. So

oft als ich meines Praeceptoris, des hochgelahrten ICti Jacobi Cujacii

eingedenk bin, welches dann zu dem oftermal von mir geschieht, muss ich

wahrlich mit ihm bekennen, dass ich kein Buch mit grösserem Lusten, als

eben dieses, gelesen und so viel befunden, wenn unsere der Gesetze

Glossatores, wenn sie gegen diesem Buche verglichen werden, da sie nichts,

so oft sie von dieser Sache zu handeln angefangen, denn Fabelwerk

verlassen.«

[13] Bei _Fichard_ Consil. Vol. III. p. 60 findet sich ein Consilium

derselben, in welchem der Malleus als Auctorität gilt. Dasselbe treibt sich

blindlings mit dem »die Zauberer sollst du nicht leben lassen« und

Constantin's Gesetzen herum und will =alle= Zauberer verbrannt wissen.

Weier wird citirt, aber nicht beachtet, oder nicht verstanden. In ähnlichem

Sinne hatte sich die heidelberger Juristenfakultät geäussert; die Zauberei

erschien ihr als ein ärgeres Verbrechen, als der Fall der Engel und der

Sündenfall. (_Fichard_ ibid.)

[14] _Fichard_ Consil. Vol. III. p. 80. In Baden war diess bis dahin noch

nicht gebräuchlich.

[15] _Delrio_ Lib. V. sect. 16.

[16] Sie ist der deutschen Uebersetzung der Schr. de praestigiis daemonum

von 1586 beigegeben. Der lateinische Titel lautet: Apologia adversus

quendam Paulum Scalichium, qui se principem de Scala vocitat.

[17] Das Werk liegt uns in einem Druck vor, welcher den Titel führt:

Repetitio disputationis de lamiis seu strigibus, in qua plene, solide et

perspicue de arte earum, potestate itemque poena disceptatur. Basil. (ohne

Jahresangabe). Das Vorwort ist vom April 1578 datirt. -- Auch in Jaquier's

Flagellum haeret. fascinariorum (Frankf., 1581) findet sich die Schrift

abgedruckt.

[18] Wir gebrauchten die lateinische Ausgabe des Werks, welche den Titel

führt: De magorum daemonomania seu detestando lamiarum ac magorum cum

Satana commercio libri IV. Accessit ejusdem opinionum Joannis Wieri

confutatio non minus docta, quam pia. Francofurti 1603.

[19] _Bodin_ hebt schliesslich hervor, dass es durchaus nicht in der

Befugniss der Obrigkeit liege, Diejenigen zu begnadigen, die Gottes Gesetz

zum Tode verurtheile. Ein Fürst, der sich einer solchen Ausschreitung

schuldig mache, beleidige die Majestät Gottes, indem er in der That und

Wahrheit das Gesetz Gottes verwerfe, wodurch er dann Hunger und Seuchen

über sein Land bringe. Ein abschreckendes Beispiel habe Gott an König

Karl IX. statuirt. Derselbe habe den grossen Zauberer Trois-Echelles unter

der Bedingung, dass er seine Mitschuldigen angebe, begnadigt. Darum habe

aber den König ein früher Tod ereilt. Denn das Wort Gottes sage ganz

bestimmt, dass Jeder, der einen des Todes Schuldigen entrinnen lasse, die

Strafe auf sich selbst bringe; wie der Prophet zum König Ahab gesagt habe:

er müsse sterben, weil er einen Mann begnadigt habe, der des Todes schuldig

sei. Darum habe man auch noch nie gehört, dass ein Zauberer begnadigt

worden sei etc.

[20] So wird er z. B. in buseckischen Prozessen häufig citirt und in einer

Deductionsschrift des Fiscals sogar einmal mit folgenden Worten

apostrophirt: Mi _Bodine_, si jam adesses et audires tam execrabilia

exempla hujus veneficae, nonne eam condemnares ad rogum constructissimum?

Akten von 1673.

[21] De Sagarum natura et potestate deque his recte cognoscendis et

puniendis, deque purgatione earum per aquam frigidam epistola.

Lemgov. 1583. Marp. 1588.

[22] Gegen Scribonius erschien 1589 zu Frankf.: Examen Epistolae et partis

Physiologiae de examine Sagarum per aquam frigidam a. G. A. Scribonio in

lucem editarum. Accedit in fine Scribonii Epistola, wodurch, da Scribonius

sich vertheidigte, ein Schriftenwechsel hervorgerufen ward, der sich bis in

das Jahr 1591 hinzog.

[23] Die Schrift erschien zu London zuerst unter dem angegebenen Titel

1584; später wurde sie öfter unter dem erweiterten Titel: Discovery of

witchcraft proving the common opinions of witches contreating with Devils,

Spirits etc. verlegt.

[24] _v. Wächter_, Beitr. zur deutschen Geschichte, S. 294-295.

[25] Das Buch war unter dem Titel veröffentlicht: »Tractatus de

confessionibus maleficorum et sagarum, an et quanta fides iis adhibenta

sit«, und führte das Motto (die Parole der Hexenrichter!): Exod. XXII.:

Maleficos non patieris vivere. Eine spätere Ausgabe (in 8^o. 795) erschien

zu Trier 1596. -- Ausserdem erschienen im sechszehnten Jahrhundert noch

eine Reihe kleinerer Traktate, welche zur Hexenverfolgung weitere Anregung

und Anleitung geben sollten, indem sie namentlich die den Unglücklichen

abgefolterten »Geständnisse« zu Markte brachten. Eine Anzahl derselben

stellte namentlich der Jurist _Abraham Sawr_ in einer Sammlung zusammen,

die er mit sonstigem Zubehör unter dem Titel veröffentlichte: »Theatrum de

veneficis d. i. von Teufelsgespenst, Zauberern und Giftbereitern,

Schwarzkünstlern, Hexen und Unholden etc.« Frankf. a. M. 1586 (396 S. in

Fol.).

[26] Ueber Loos s. _Hauber_ Bibl. mag. Bd. I. S. 74 ff. _Gesta Trevirorum_

Vol. III. p. 38. _Bayle_ Réponse aux questions d'un provincial,

Chap. 3. -- _Scheltema_, Geschiedenis, Aanteekeningen, S. 37 ff. --

_v. d. Aa_, Biographisch Woordenboek der Nederlande, Tom. VIII. s. v.

[27] _Delrio_ Lib. V. Append. p. 858 ff. Das Instrument selbst ist

lateinisch abgefasst; wir geben es in deutscher Uebersetzung.

[28] Ueber ihn s. _Reiffenberg's_ Historia Societatis Jesu ad Rhenum

inferiorem. Colon. Agripp. 1764, I. p. 241 ff. _Gesta Trevirorum_, Animadv.

ad Vol. III. p. 18. _Delrio_ Lib. V. sect. 3. _Hauber_, Bibl. mag. Bd. II.

S. 583 ff. _Flade_ wird der Name in den Gestis Trevir. und in Akten

geschrieben; bei manchen Schriftstellern findet sich »Flaet« und

»Vlaetius«.

[29] In einem trierischen Prozesse, der von 1591 bis 1594 dauerte,

mitgetheilt von _Liel_ im Archiv für Rheinische Geschichte von Reisach und

Linde, Th. I. S. 47 ff.

[30] Daemonolatriae Libri III., Lugd. 1595 (394 S.). Auf dem Titel ist

angegeben, dass zur Ausarbeitung des Buches die gerichtlichen Aussagen von

ungefähr neunhundert wegen Zauberei innerhalb fünfzehn Jahren in Lothringen

Hingerichteten benützt seien. Dem Buche ist das Motto vorgesetzt:

Levit. XX.: Vir sive mulier, in quibus pythonicus vel divinationis fuerit

spiritus, morte moriatur. Auch erschien dasselbe 1596 und 1598 deutsch

unter dem Titel: Daemonolatria d. i. von Unholden und Zauber Geistern, dess

Edlen, Ehrnvesten und Hochgelarten Herrn _Nicolai Remigii_, des durchl.

Hertzogen in Lothringen Geheimen Raths und Peinlicher Sachen Cognitoris

publici. -- Aus dem Latein in hoch Teutsch übersetzt durch _Teucridem

Annaeum Privatum_. Franckfurt bei Cratandro Palthenio 1598.

[31] Daemonolatr. Th. II. Cap. 2.

[32] _Jacobi I._ Daemonologia in den Opp. ed. Montague. Francof. 1689. Auch

einzeln.

[33] #Basilikôn dôrôn# lib. II.

[34] Ueber Delrio's Lebensschicksale s. _Hauber_, Bibl. mag. Bd. I.

S. 123 ff. _Bayle_ Réponse aux questions d'un provincial, Chap. 16. Ohne

Zweifel war Martin Delrio der jüngere Bruder desjenigen Ludwig Delrio, der

in Alba's Blutrathe eine Hauptrolle spielte.

[35] Dieses Buch, in den folgenden Auflagen (1600, 1606) von dem Verf.

selbst vermehrt, ist sehr häufig (z. B. noch 1679 zu Köln in 4^o.) gedruckt

worden. Die späteren Ausgaben sind indessen fast durchgängig durch zahllose

Druckfehler entstellt. -- Delrio wurde selbst von =deutschen= Behörden als

Auctorität für =deutsche Rechtsgewohnheiten= citirt, wie in dem Berichte

des Magistrats zu Coesfeld an das münster'sche Ministerium. _Niesert_

S. 91.

[36] Erste Ausgabe 1615, dann Mainz 1623.

[37] Von der gelehrt juristischen Darstellungsweise des Verfassers folgende

Probe: Contractus innominati formula, _Do ut facias_, de quo in _l. Labeo

scribit, l. Juris gentium, D. de pact._ apud magos passim recepta, quibus

diabolus permittit, _Si te mihi addixeris, ulciscar te, ditabo te etc._ ut

tradit _Petr. Binsfeld. in confess. malef. praelud. 6_. [+]. Ex quibus

praescriptis verbis nascitur obligatio pura, _l. obligatio l. naturalis, §.

sed si facio, D. de praescript. verbis cum aliis per Loriot. de apicib.

Jur. tract. 10 ex n. 15_. Adversus hominem videlicet, non tamen adversus

daemonem; nam etsi contractus arithmetica constent proportione et ultro

citroque obligationem producant, _l. Labeo, D. de verb. signif._ in

daemonem tamen cadere non potest obligatio, neque civilis, neque naturalis,

quia non est pura creatura anima et corpore constans, ut tradunt _D.

Thom. 2. 2. q^u. 95, concivis meus Card. Toledo in summa lib. IV. cap. 15_.

Neque ex eo homo queri potest; nam qui contrahit, vel est, vel debet esse

non ignarus conditionis ejus, cum quo contrahit, _l. pen. D. ad Macedo. l.

qui cum alio, D. de reg. jur. cum vulgatis, etc._

Soldan's Geschichte der Hexenprozesse. Zweiter Band · 第 15 / 63 题