Ein Körper habe eine Geschwindigkeit und werde zugleich von einer Kraft
angezogen, die stets von einem Punkte (Zentrum) ausgeht, welcher nicht
in der Richtung der Geschwindigkeit liegt.
[Abbildung: Fig. 356.]
Es sei ~AB~ der Weg, welchen der Körper vermöge seiner Geschwindigkeit
in einem kleinen Zeitteilchen durchlaufen würde, und ~AD~ der Weg,
welchen er infolge der von ~C~ aus wirkenden Kraft (Zentripetalkraft) in
demselben Zeitteilchen zurücklegen würde, so durchläuft er die Diagonale
~AA′~ des Parallelogramms ~ABA′D~. Nach dem Trägheitsgesetz sucht er
seinen jetzigen Bewegungszustand beizubehalten und würde im nächsten
Zeitteilchen den Weg ~A′B′~ (= ~AA′~) zurücklegen; zugleich wirkt aber
die Zentralkraft und würde den Körper von ~A′~ nach ~D′~ bringen; der
Körper bewegt sich wieder längs der Diagonale ~A′A′′~ und kommt nach
~A′′~. Im nächsten Zeitteilchen würde er ebenso von ~A′′~ nach ~B′′~
kommen; aber wegen der Zentralkraft kommt er nach ~A′′′~ und so geht es
fort. Der Körper legt also den Weg ~AA′A′′A′′′~, etc. zurück. Wenn wir
die Zeitteilchen, während welcher wir die Bewegung immer als
gleichmäßige betrachten, sehr klein (unendlich klein) denken, so
beschreibt der Körper nicht eine gebrochene Linie, sondern eine krumme
Linie um das Zentrum; er macht eine ^Zentralbewegung^.