271. Zentrifugalbewegung.

Ein Körper habe eine Geschwindigkeit und werde zugleich von einer Kraft

angezogen, die stets von einem Punkte (Zentrum) ausgeht, welcher nicht

in der Richtung der Geschwindigkeit liegt.

[Abbildung: Fig. 356.]

Es sei ~AB~ der Weg, welchen der Körper vermöge seiner Geschwindigkeit

in einem kleinen Zeitteilchen durchlaufen würde, und ~AD~ der Weg,

welchen er infolge der von ~C~ aus wirkenden Kraft (Zentripetalkraft) in

demselben Zeitteilchen zurücklegen würde, so durchläuft er die Diagonale

~AA′~ des Parallelogramms ~ABA′D~. Nach dem Trägheitsgesetz sucht er

seinen jetzigen Bewegungszustand beizubehalten und würde im nächsten

Zeitteilchen den Weg ~A′B′~ (= ~AA′~) zurücklegen; zugleich wirkt aber

die Zentralkraft und würde den Körper von ~A′~ nach ~D′~ bringen; der

Körper bewegt sich wieder längs der Diagonale ~A′A′′~ und kommt nach

~A′′~. Im nächsten Zeitteilchen würde er ebenso von ~A′′~ nach ~B′′~

kommen; aber wegen der Zentralkraft kommt er nach ~A′′′~ und so geht es

fort. Der Körper legt also den Weg ~AA′A′′A′′′~, etc. zurück. Wenn wir

die Zeitteilchen, während welcher wir die Bewegung immer als

gleichmäßige betrachten, sehr klein (unendlich klein) denken, so

beschreibt der Körper nicht eine gebrochene Linie, sondern eine krumme

Linie um das Zentrum; er macht eine ^Zentralbewegung^.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 305 / 340 题