258. Der Keil.

[Abbildung: Fig. 342.]

[Abbildung: Fig. 343.]

[Abbildung: Fig. 344.]

Der Keil ist ein dreiseitiges Prisma, von dem 2 Seitenflächen unter sehr

kleinem Winkel zusammenstoßen; die Seitenflächen sind im Querschnitt

gleich lang; die dritte Fläche heißt der Rücken.

Ist der Keil zwischen zwei Gegenstände geschoben, die dem weiteren

Eindringen einen großen Widerstand entgegensetzen, und übt man auf den

Rücken des Keiles eine Kraft ~Q~ aus, so zerlegt sie sich nach dem

Kräfteparallelogramm in zwei Seitenkräfte ~P~ und ~P~, welche senkrecht

stehen zu den Seiten des Keiles. Aus der Ähnlichkeit der Dreiecke folgt:

^die Kraft^ ~P~ ^verhält sich zum Drucke^ ~Q~ ^wie die Seite des Keiles

zum Rücken^. Da diese Seitenkräfte ~P~ bei kleinem Winkel vielmal größer

sind als ~Q~, so sind sie wohl imstande, einen großen Widerstand zu

überwinden. Der Keil liefert also auch Kraftgewinn. Ist der Winkel des

Keiles = 60°, so ist jede Kraft ~P = Q~.

Ein Holzklotz wird durch Eintreiben eines Keiles zersprengt. Ein solcher

Keil hat meist etwas gekrümmte Flächen, so daß besonders später, wenn

der Keil immer tiefer eindringt, und der Widerstand mit der Entfernung

der klaffenden Ränder größer wird, sich solche Teile der Keilseiten

zwischen den Rändern befinden, deren Winkel sehr klein ist, so daß der

Kraftgewinn nun sehr groß ist.

Auch zum Befestigen dient der Keil; z. B. man spaltet das eine Ende

eines hölzernen Stieles eines Hammers, steckt es in das Öhr des Hammers

und treibt nun einen Keil aus hartem Holze in den Spalt; dieser drückt

die zwei Teile des gespaltenen Stieles sehr stark an die Wände des Öhres

und bewirkt so eine starke Befestigung.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 281 / 340 题