[Abbildung: Fig. 342.]
[Abbildung: Fig. 343.]
[Abbildung: Fig. 344.]
Der Keil ist ein dreiseitiges Prisma, von dem 2 Seitenflächen unter sehr
kleinem Winkel zusammenstoßen; die Seitenflächen sind im Querschnitt
gleich lang; die dritte Fläche heißt der Rücken.
Ist der Keil zwischen zwei Gegenstände geschoben, die dem weiteren
Eindringen einen großen Widerstand entgegensetzen, und übt man auf den
Rücken des Keiles eine Kraft ~Q~ aus, so zerlegt sie sich nach dem
Kräfteparallelogramm in zwei Seitenkräfte ~P~ und ~P~, welche senkrecht
stehen zu den Seiten des Keiles. Aus der Ähnlichkeit der Dreiecke folgt:
^die Kraft^ ~P~ ^verhält sich zum Drucke^ ~Q~ ^wie die Seite des Keiles
zum Rücken^. Da diese Seitenkräfte ~P~ bei kleinem Winkel vielmal größer
sind als ~Q~, so sind sie wohl imstande, einen großen Widerstand zu
überwinden. Der Keil liefert also auch Kraftgewinn. Ist der Winkel des
Keiles = 60°, so ist jede Kraft ~P = Q~.
Ein Holzklotz wird durch Eintreiben eines Keiles zersprengt. Ein solcher
Keil hat meist etwas gekrümmte Flächen, so daß besonders später, wenn
der Keil immer tiefer eindringt, und der Widerstand mit der Entfernung
der klaffenden Ränder größer wird, sich solche Teile der Keilseiten
zwischen den Rändern befinden, deren Winkel sehr klein ist, so daß der
Kraftgewinn nun sehr groß ist.
Auch zum Befestigen dient der Keil; z. B. man spaltet das eine Ende
eines hölzernen Stieles eines Hammers, steckt es in das Öhr des Hammers
und treibt nun einen Keil aus hartem Holze in den Spalt; dieser drückt
die zwei Teile des gespaltenen Stieles sehr stark an die Wände des Öhres
und bewirkt so eine starke Befestigung.