Die Kniehebelpresse hat ein ^Gerüst^ aus zwei starken Platten oben und
unten, die durch starke Stäbe verbunden sind; das ^Knie^ zwischen ihnen
wird gebildet aus zwei starken Stäben, die unter sehr großem, nahezu
gestrecktem Winkel zusammenstoßen; das Ende des oberen Stabes ist von
der oberen Platte etwas entfernt, so daß der zu pressende Körper
dazwischen gelegt werden kann.
Übt man nun auf das Knie eine Kraft ~Q~ aus in einer solchen Richtung,
daß sie den Winkel des Knies in einen gestreckten zu verwandeln sucht,
so zerlegt sich diese Kraft in die zwei Seitenkräfte ~P~ und ~P~, die in
den Richtungen der Kniestangen wirken und dadurch den zu pressenden
Körper zusammendrücken. Dabei ist ~P~ größer als ~Q~ und der
^Kraftgewinn ist um so größer, je flacher das Knie ist, je näher sein
Winkel an 180° liegt^. Um die Wirkung noch zu verstärken, drückt man
mittels eines Druckhebels auf das Knie (Kniehebelpresse).
Man benützt solche Maschinen zum Prägen von Münzen; von beiden Seiten
der Münze werden negative Formen in Stahl geschnitten, die eine wird auf
der Gerüstplatte, die andere am Ende der Kniestange angebracht, und
zwischen sie wird das zu prägende Metallstück gelegt; durch den starken
Druck der Presse wird das verhältnismäßig weiche Metall des Geldstückes
in die Vertiefungen der Prägstöcke gepreßt und so die Münze geprägt.
Ebenso wird sie benützt zum Stanzen von Blechen (Herausschlagen von
Löchern aus einem Bleche), zum Pressen von Blechen und ähnlichem.