257. Die Kniehebelpresse.

Die Kniehebelpresse hat ein ^Gerüst^ aus zwei starken Platten oben und

unten, die durch starke Stäbe verbunden sind; das ^Knie^ zwischen ihnen

wird gebildet aus zwei starken Stäben, die unter sehr großem, nahezu

gestrecktem Winkel zusammenstoßen; das Ende des oberen Stabes ist von

der oberen Platte etwas entfernt, so daß der zu pressende Körper

dazwischen gelegt werden kann.

Übt man nun auf das Knie eine Kraft ~Q~ aus in einer solchen Richtung,

daß sie den Winkel des Knies in einen gestreckten zu verwandeln sucht,

so zerlegt sich diese Kraft in die zwei Seitenkräfte ~P~ und ~P~, die in

den Richtungen der Kniestangen wirken und dadurch den zu pressenden

Körper zusammendrücken. Dabei ist ~P~ größer als ~Q~ und der

^Kraftgewinn ist um so größer, je flacher das Knie ist, je näher sein

Winkel an 180° liegt^. Um die Wirkung noch zu verstärken, drückt man

mittels eines Druckhebels auf das Knie (Kniehebelpresse).

Man benützt solche Maschinen zum Prägen von Münzen; von beiden Seiten

der Münze werden negative Formen in Stahl geschnitten, die eine wird auf

der Gerüstplatte, die andere am Ende der Kniestange angebracht, und

zwischen sie wird das zu prägende Metallstück gelegt; durch den starken

Druck der Presse wird das verhältnismäßig weiche Metall des Geldstückes

in die Vertiefungen der Prägstöcke gepreßt und so die Münze geprägt.

Ebenso wird sie benützt zum Stanzen von Blechen (Herausschlagen von

Löchern aus einem Bleche), zum Pressen von Blechen und ähnlichem.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 280 / 340 题