256. Schiefe Ebene.

[Abbildung: Fig. 337.]

Wirkt eine Kraft auf einen Körper in einer Richtung, in der sich der

Körper nicht bewegen kann, so zerlegt sich die Kraft in zwei

Seitenkräfte (Komponenten); die eine wirkt in der Richtung, in der sich

der Körper bewegen kann, die andere wirkt senkrecht dazu. Liegt ein

Körper auf einer ^schiefen Ebene^, so wirkt auf ihn die Schwerkraft

~Q~, sein Gewicht; sie zerlegt sich in die ^zwei Komponenten^: ~P~

^parallel der schiefen Ebene, und^ ~D~ ^senkrecht zu ihr^; die erste

Komponente bewirkt eine ^Bewegung längs der schiefen Ebene^,

#Bewegungskomponente#, die zweite einen ^Druck auf die Ebene^,

#Druckkomponente#. Die Größe der Komponenten findet man durch das

Kräfteparallelogramm, das mit ~KJ = Q~ als Diagonale zu konstruieren

ist. Man bezeichnet ~AB~ mit ~l~ (Länge der schiefen Ebene), ~BC~ mit

~h~ (Höhe), ~AC~ mit ~b~ (Basis), so ist ~△ JKL # △ ABC~ also

~P : Q = BC : AB = h : l~,

d. h. #es verhält sich die parallel der schiefen Ebene wirkende

Komponente zur Last wie die Höhe der schiefen Ebene zur Länge#; auch ist

P h

~- = - = sin α~;

Q l

~P = Q sin α~. Ferner: ~D : Q = AC : AB = b : l~, d. h. #der Druck

verhält sich zur Last wie die Basis zur Länge#, oder

D b

~- = - = cos α~; ~D = Q cos α~.

Q l

Will man den Körper auf der schiefen Ebene ruhig erhalten, so muß man

eine der Kraft ~P~ gleiche Kraft parallel der schiefen Ebene nach

aufwärts anbringen. Diese Kraft wächst mit der Steigung. Ist die

Steigung gering, wie bei Straßen, wo sie nur selten 8% erreicht (~BC :

AC~ = 8 : 100), so kann man, ohne nennenswerten Fehler statt ~AB~ auch

~AC~ setzen; dann ist

P BC BC 8 8

~- = -- = -- = ---, also ~P = --- Q~.

Q AB AC 100 100

Zur Überwindung der Steigung von 4% ist demnach bei einem Wagen von 3500

_kg_ Gewicht eine Kraft von

4

~--- · 3500 _kg_ = 140 _kg_

100

erforderlich.

Die ^Arbeit^, die man aufwenden muß, um einen Körper mittels der

schiefen Ebene auf eine gewisse Höhe zu bringen, ^ist stets dieselbe, ob

die schiefe Ebene schwach oder stark geneigt ist^. Dies beweist man

folgendermaßen:

[Abbildung: Fig. 338.]

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 278 / 340 题