242. Starres System.

Wenn auf einen festen Körper eine Kraft wirkt, so bewegt er sich wegen

der gegenseitigen Anziehung der Moleküle so, daß all seine Teile in

Bewegung kommen. Man nennt deshalb einen festen Körper ein #starres

System materieller Punkte#. Diese Bezeichnung gilt auch für einen festen

Körper, der aus mehreren Teilen so zusammengesetzt ist, daß die

gegenseitige Lage der Teile durch äußere Kräfte nicht geändert wird. Man

sieht dabei ab von den unausbleiblichen kleinen Änderungen, Biegungen,

Verkürzungen und ähnlichem.

Die Erfahrung lehrt: #die Wirkung einer Kraft auf ein starres System

ändert sich nicht, wenn man den Angriffspunkt der Kraft in der Richtung

der Kraft an einen andern Punkt des Systems verlegt#.

Wir betrachten ein ^ebenes^ starres System und lassen an ihm beliebige

Kräfte wirken, deren Richtungen alle in der Ebene des Systems selbst

liegen. Wir suchen die Resultierende.

Wir ziehen in der Ebene eine beliebige Gerade, verlegen den

Angriffspunkt jeder Kraft in diese Gerade, und haben somit eine starre

Gerade, an welcher an verschiedenen Punkten Kräfte ~P₁~, ~P₂~, ~P₃~

. . . . . . unter verschiedenen Winkeln ~α₁~, ~α₂~, ~α₃~, . . . . . .

wirken. Dabei seien alle Winkel in demselben Sinne gemessen, etwa nach

rechts und abwärts bis 180°, und nach rechts und aufwärts auch bis 180°,

letztere jedoch als negativ betrachtet.

Wir zerlegen jede Kraft in zwei Komponenten, von denen die eine (~x~) in

der Richtung der Geraden, die andere (~y~) senkrecht dazu wirkt. Dann

ist

~x₁ = P₁ cos α₁~; ~x₂ = P₂ cos α₂~; . . . . . . ~xₙ = Pₙ cos αₙ~.

~y₁ = P₁ sin α₁~; ~y₂ = P₂ sin α₂~; . . . . . . ~yₙ = Pₙ sin αₙ~.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 258 / 340 题