216. Das scharfe Sehen.

Will man einen Gegenstand möglichst gut sehen, d. h. die einzelnen Teile

gut unterscheiden können, so muß der Gegenstand jedenfalls in der

Akkommodationsbreite liegen. Sind aber zwei Punkte recht nahe beisammen,

z. B. 1 _mm_, und vom Auge recht weit entfernt z. B. eine Meile, so

liegen die Bilder wohl klar auf der Netzhaut, aber so nahe beisammen,

daß sie etwa auf dasselbe oder auf sehr benachbarte Nervenenden treffen;

man hat also auch nur ^eine^ Empfindung, man sieht die Punkte nicht

getrennt. Sie müssen näher am Auge liegen, damit ihre Bilder auf

verschiedenen oder ziemlich entfernten Nervenenden der Netzhaut liegen.

Man sieht daher um so mehr Einzelheiten (Details) an dem betrachteten

Gegenstand, je näher er dem Auge ist, also unter je größerem

^Gesichtswinkel^ man ihn sieht. Für ein gutes Auge ist eine Schrift von

1 _mm_ Höhe der kleinen Buchstaben in 1 _m_ Entfernung noch lesbar also

bei 2 _mm_ Höhe in 2 _m_ Entfernung u. s. w.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 229 / 340 题