187. Schatten.

Wegen der gradlinigen Fortpflanzung des Lichtes erhält der Raum hinter

einem undurchsichtigen Körper kein Licht vom leuchtenden Körper; ^dieser

lichtleere Raum heißt der Schatten^. Wir befinden uns nachts im

Erdschatten; bei einer Mondsfinsternis tritt der Mond in den

Erdschatten, bei einer Sonnenfinsternis befinden wir uns im

Mondschatten.

Ist der leuchtende Körper ein Punkt, so hat der Schatten die ^Form eines

Kegels^, der vom undurchsichtigen Körper nach rückwärts sich immer mehr

erweitert (Schattenkegel).

[Abbildung: Fig. 235.]

Ist der leuchtende Gegenstand selbst einigermaßen ausgedehnt, so

entsteht außer dem Haupt- oder Kernschatten noch ein Halbschatten, d. h.

ein Raum, in welchem nur ein Teil des Lichtes des leuchtenden

Gegenstandes eindringt.

[Abbildung: Fig. 236.]

In Fig. 236 ist ~SUOS′~ der Kernschatten, welcher rings umgeben ist vom

Halbschatten ~HUS~, ~H′OS′~. Eine Stelle des Halbschattens erhält um so

weniger Licht, je näher sie dem Kernschatten liegt.

[Abbildung: Fig. 237.]

Ist der schattengebende Körper ~UO~ kleiner als der leuchtende

Gegenstand (Fig. 237), so ist der Kernschatten begrenzt, da er sich in

~OSU~ kegelförmig zuspitzt, ist jedoch umgeben von einem sich

kegelförmig erweiternden Halbschatten.

So gibt die Erde, von der Sonne beschienen, einen Kernschatten, der in

eine Spitze ausläuft, also kegelförmig ist (weil ja die Erde kleiner ist

als die Sonne), und einen diesen Kernschatten umgebenden Halbschatten,

der außen noch am meisten Licht enthält und um so dunkler, tiefer wird,

je mehr man sich dem Kernschatten nähert. Bei einer Mondsfinsternis

zeigt der Erdschatten auf dem Monde keine scharfe Grenze, sondern einen

verwaschenen Rand, den Halbschatten.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 195 / 340 题