186. Durchsichtigkeit.

#Das Licht pflanzt sich in gerader Linie fort.# Trifft es auf einen

Körper, so durchdringt es ihn; dann nennen wir ihn #durchsichtig#, wie

Luft, Wasser, Glas, Diamant etc.; oder es ist nicht imstande, den Körper

zu durchdringen; dann nennen wir den Körper #undurchsichtig# (opak), wie

die Metalle, Steine, Holz etc.

Es gibt weder einen vollständig durchsichtigen, noch einen vollständig

undurchsichtigen Körper. Auch die klarsten Stoffe lassen nicht alles

Licht durchdringen, sondern verschlucken, vernichten (absorbieren) immer

mehr Licht, je tiefer es eindringt. Meerwasser ist stellenweise sehr

klar; aber in Tiefen von 3-400 _m_ dringt kein Sonnenlicht mehr. Es gibt

auch keinen ganz undurchsichtigen Körper; jeder läßt das Licht

wenigstens in geringe Tiefen eindringen. Gold läßt, zu einem sehr dünnen

Blättchen ausgeschlagen, wenigstens etwas (grünliches) Licht hindurch

(Robert Boyle). Körper, die bei mäßiger Dicke etwas Licht durchdringen

lassen, nennt man #durchscheinend# (transparent); solche sind: Fett,

Wachs, Alabaster, weißer Marmor, Milchglas, Achat etc. Bei geringer

Dicke sind solche Körper fast ganz durchsichtig, bei großer Dicke

undurchsichtig.

[Abbildung: Fig. 234.]

Auf der gradlinigen Fortpflanzung des Lichtes beruht die hübsche

Erscheinung in einer Dunkelkammer, einem Zimmer, das man ganz

verfinstert hat. Bringt man in einem Fensterladen eine kleine Öffnung (1

_mm_ weit) an, so dringen von den außenliegenden Gegenständen

Lichtstrahlen in das Zimmer, treffen dort einen Papierschirm oder die

Wand und erzeugen so ein Bild der äußeren Gegenstände. Das Bild ist

verkehrt, lichtschwach, aber deutlich. Durch Vergrößerung der Öffnung

wird das Bild lichtstärker, aber undeutlicher. Sonnenstrahlen, die

zwischen den Blättern eines Baumes zu Boden fallen, erzeugen dort

kreisrunde oder rundlich begrenzte Bilder; bei einer Sonnenfinsternis

dagegen Bilder, die der Form der verfinsterten Sonne entsprechen.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 194 / 340 题