#Licht ist eine von einem Körper ausgehende Tätigkeit, welche, wenn sie
in unser Auge gelangt, die Empfindung des Sehens hervorbringt.# Man nahm
früher an, von dem leuchtenden Körper werde ein ungemein feiner Stoff
ausgesandt, ^Lichtstoff^, der nach allen Richtungen hin gradlinig
weiterfliegt und so auch in unser Auge kommt, ^Emissionstheorie^, und
insbesondere Newton (1704) gelang es, durch sie alle damals bekannten
Erscheinungen zu erklären.
Man fand aber später noch einige Erscheinungen, welche sich durch
die Emissionstheorie nicht erklären ließen, und stellte deshalb
eine neue Theorie auf, die ^Undulationstheorie^, ^Wellen-^ oder
^Schwingungstheorie^ (Huyghens 1665, Thomas Young 1802 und Fresnel). Man
nimmt an: Das ganze Weltall ist angefüllt mit einem äußerst feinen
Stoffe, dem ^Äther^; dieser hat kein wahrnehmbares Gewicht, ist so fein,
daß er jeden Körper durchdringt, so daß auch zwischen den Molekülen des
Glases, Wassers etc. Ätherteilchen sind. ^Der Äther ist elastisch^; wenn
ein Ätherteilchen seine Stelle verläßt, so wirkt es ziehend und drückend
auf die benachbarten, so daß diese auch in Bewegung kommen, und nun
ihrerseits wieder ebenso auf ihre Nachbarn einwirken, so daß die
Bewegung eines Ätherteilchens sich auf sämtliche vorhandenen
Ätherteilchen fortpflanzt. #Das Licht besteht in einer wellenförmigen
Bewegung des Äthers.# Ein leuchtender Körper ist imstande, die
Ätherteilchen in schwingende Bewegung zu versetzen, und diese pflanzt
sich nach allen Richtungen hin in geraden Linien auf alle andern
Ätherteilchen fort. ^Eine in Schwingungen befindliche Reihe von
Ätherteilchen oder auch ein ganzes Bündel paralleler Ätherreihen nennt
man einen Lichtstrahl^.
Die Bewegung der Ätherteile ist eine ^transversale^: die Ätherteile
schwingen senkrecht zur Richtung des Lichtstrahles.