154. Verwendung der Dynamomaschine zur Galvanoplastik.

Man verwendet solche Maschinen zur ^Galvanoplastik^ in großen Anstalten

für galvanisches ^Versilbern^, ^Vergolden^, ^Vernickeln^, ^Verkupfern^

etc. anstatt der Batterien. Da es hiebei darauf ankommt, möglichst viel

Metall niederzuschlagen, die Menge des Metalles aber direkt proportional

ist der Menge der durchfließenden Elektrizität (Faraday), so sucht man

eine möglichst große Stromstärke zu erzielen; da nun der äußere

Widerstand in den kurzen Zuleitungsdrähten und in den großen Bädern mit

den breiten Elektroden sehr klein ist, so macht man auch den ^inneren

Widerstand sehr klein^; man macht also wenig Windungen am Gramme’schen

Ringe, etwa bloß 24 Gruppen ~à~ 1 oder 2 Windungen, macht dafür die

Drähte sehr dick, so daß sie wie Kupferstäbe oder -barren aussehen, und

gibt auch den Elektromagneten nur wenige Windungen, aus dicken

Kupferstäben bestehend. Die elektromotorische Kraft ist dann nicht

bedeutend, aber, da der Gesamtwiderstand sehr klein ist, ist die

Stromstärke doch sehr groß, und auch die Elektromagnete werden trotz der

wenigen Windungen stark magnetisch.

Mittels solcher durch Dampfmaschinen betriebener Maschinen scheidet man

metallisches Kupfer aus dem bergmännisch gewonnenen Kupfersulfat aus,

und erhält dabei sehr reines Kupfer, da es frei ist von Schlacken und

anderen Metallen. Man gewinnt durch eine Maschine, die 6-8 Pferdekräfte

erfordert, täglich 5-6 Ztr. Kupfer. Mit solchen Maschinen wird

fabrikmäßig versilbert, vergoldet oder vernickelt, und nur die

Billigkeit des dadurch erzeugten Stromes ermöglicht die weite

Verbreitung und allgemeine Verwendung galvanisch versilberter und

vernickelter Gegenstände.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 159 / 340 题