Die Galvanoplastik zerfällt in zwei Teile, 1) die ^eigentliche
Galvanoplastik^, die Herstellung dicker Metallniederschläge, um einen
Gegenstand in Metall abzuformen, 2) ^die Galvanostegie^, das Überziehen
eines Gegenstandes mit einer dünnen festhaftenden Metallschichte.
#Galvanoplastik in Kupfer.# (Jakobi 1838.) Will man eine Münze in Kupfer
nachbilden, so macht man von ihr einen ^Abdruck^ etwa in Blei, das
^Negativ^, welches die Erhabenheiten der Münze vertieft enthält. Hängt
man das Negativ an einem Kupferdrahte in ^eine Lösung^ von #Kupfersulfat
als Kathode#, ihm gegenüber als #Anode ein Kupferblech# und schließt den
Strom, so löst sich Kupfer von der Anode und schlägt sich auf dem Blei
als #metallischer fester Niederschlag# ab, der immer dicker wird. Ist er
stark genug, so kann man das Blei entfernen, und das Kupfer zeigt ein
getreues Abbild der Münze.
Hiezu genügt auch eine ^Abänderung des Daniellschen Elementes^. Man
füllt einen großen Trog (Steingut oder Holz mit Blei ausgeschlagen), mit
Kupfervitriollösung, die mit etwas Schwefelsäure angesäuert ist und
stellt mehrere Tonzellen mit Schwefelsäure und Zinkblöcken ein. Die
Zinkblöcke werden durch Drähte mit einem Kupferstab verbunden, und von
diesem aus hängt das Negativ in die Kupfervitriollösung. So stellt das
Ganze gleichsam ein Daniellsches Element vor; ^Zink löst sich auf,
Kupfer wird an den hineingehängten Negativen niedergeschlagen^.
[Abbildung: Fig. 186.]
Als Material für das Negativ benützt man leichtflüssige Metalle, Wachs,
Stearin, besonders auch Guttapercha. Bei nichtmetallischen Stoffen muß
das Negativ leitend gemacht werden durch Einreiben mit Graphit- oder
Bronzepulver.
Auf diese Weise macht man Kopien von Münzen, Medaillen,
Schmuckgegenständen, besonders auch von Kupferstichplatten und
Holzschnitten (Cliché).