145. Galvanoplastik. Herstellung dicker Metallniederschläge.

Die Galvanoplastik zerfällt in zwei Teile, 1) die ^eigentliche

Galvanoplastik^, die Herstellung dicker Metallniederschläge, um einen

Gegenstand in Metall abzuformen, 2) ^die Galvanostegie^, das Überziehen

eines Gegenstandes mit einer dünnen festhaftenden Metallschichte.

#Galvanoplastik in Kupfer.# (Jakobi 1838.) Will man eine Münze in Kupfer

nachbilden, so macht man von ihr einen ^Abdruck^ etwa in Blei, das

^Negativ^, welches die Erhabenheiten der Münze vertieft enthält. Hängt

man das Negativ an einem Kupferdrahte in ^eine Lösung^ von #Kupfersulfat

als Kathode#, ihm gegenüber als #Anode ein Kupferblech# und schließt den

Strom, so löst sich Kupfer von der Anode und schlägt sich auf dem Blei

als #metallischer fester Niederschlag# ab, der immer dicker wird. Ist er

stark genug, so kann man das Blei entfernen, und das Kupfer zeigt ein

getreues Abbild der Münze.

Hiezu genügt auch eine ^Abänderung des Daniellschen Elementes^. Man

füllt einen großen Trog (Steingut oder Holz mit Blei ausgeschlagen), mit

Kupfervitriollösung, die mit etwas Schwefelsäure angesäuert ist und

stellt mehrere Tonzellen mit Schwefelsäure und Zinkblöcken ein. Die

Zinkblöcke werden durch Drähte mit einem Kupferstab verbunden, und von

diesem aus hängt das Negativ in die Kupfervitriollösung. So stellt das

Ganze gleichsam ein Daniellsches Element vor; ^Zink löst sich auf,

Kupfer wird an den hineingehängten Negativen niedergeschlagen^.

[Abbildung: Fig. 186.]

Als Material für das Negativ benützt man leichtflüssige Metalle, Wachs,

Stearin, besonders auch Guttapercha. Bei nichtmetallischen Stoffen muß

das Negativ leitend gemacht werden durch Einreiben mit Graphit- oder

Bronzepulver.

Auf diese Weise macht man Kopien von Münzen, Medaillen,

Schmuckgegenständen, besonders auch von Kupferstichplatten und

Holzschnitten (Cliché).

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 150 / 340 题