Die #Galvanostegie# oder galvanische Metallisierung wird angewandt, #um
einen metallenen Gegenstand mit einer dünnen Schichte eines edleren
Metalles zu überziehen#, um ihm ein schöneres Aussehen zu geben oder ihn
gegen Rost zu schützen. Am gebräuchlichsten sind:
~a~) Das galvanische #Versilbern#: ein passendes Bad macht man aus 10
_l_ destilliertem Wasser, darin löst man 250 _g_ Cyankalium auf und fügt
100 _g_ Silber (in Silbernitrat verwandelt und dann in etwas Wasser
aufgelöst) hinzu. Es findet Wechselzersetzung statt, indem sich
Kaliumnitrat und Cyansilber bildet, welch letzteres in dem überschüssig
vorhandenen Cyankalium gelöst bleibt.
Man versilbert mit einer Batterie, indem man den Gegenstand als Kathode
und ein Silberblech als Anode ins Bad bringt. Das Bad bleibt gesättigt,
da sich von der Anode so viel Silber löst, als sich an der Kathode
niederschlägt.
~b~) #Vergolden.# (Zuerst gefunden von ~de la Rive~ 1841). Es gibt eine
große Anzahl von Vorschriften für Vergoldungsbäder. Ein ^kalt^
angewandtes Bad hat folgende Zusammensetzung: Wasser 1 _l_, Cyankalium
40 _g_, Gold 10 _g_ (in Chlorid verwandelt), Ammoniak 2 _g_.
Ein ^warm^ (bei 60-80°) angewandtes Bad hat folgende Zusammensetzung: In
8 _l_ Wasser werden 600 _g_ krystallisiertes phosphorsaures Natrium
gelöst, in 1 _l_ Wasser werden 10 _g_ Gold (als Chlorid) gelöst und
beide Lösungen gemischt. In 1 _l_ Wasser löst man 100 _g_ zweifach
schwefligsaures Natrium und 15-20 _g_ Cyankalium und fügt diese Lösung
zu der zuerst bereiteten.
Als Anoden verwendet man entweder Goldblech, von dem sich beim
Stromschlusse Gold im Bade auflöst, jedoch meist nicht so viel, als sich
an der Kathode niederschlägt, weshalb das Bad sich erschöpft; oder man
nimmt ein Platinblech, von welchem sich nichts ablöst, so daß sich das
Bad erschöpft; es wird dann durch weiteren Zusatz von Goldsalz wieder
aufgebessert, oder durch ein neues ersetzt.
~c~) #Verkupfern.# Eisen und Zink lassen sich nicht gut direkt
versilbern oder vergolden, man muß sie zuerst verkupfern, und auch sonst
will man manche aus Eisen oder Zink gefertigte Gegenstände verkupfern,
um ihnen ein schöneres Aussehen zu geben oder sie gegen Rost zu
schützen. Man benützt als Anode einer starken Batterie ein Kupferblech
in folgendem Bade. Man löst in 20 _l_ Regenwasser 300 _g_
schwefligsaures Natrium und 500 _g_ Cyankalium, löst in 5 _l_ Wasser 350
_g_ essigsaures Kupfer und 200 _g_ Ammoniak und mischt nun beide
Flüssigkeiten, wobei sie sich vollständig entfärben.
~d~) Kupferne und eiserne Gegenstände (eisernes Küchengeschirr,
Eisendraht) werden auch oft #verzinnt#; ein Bad, das meist heiß
angewandt wird, ist folgendes: 300 _l_ Regenwasser, 3 _kg_ Weinstein,
300 _g_ Zinnchlorür.
~e~) #Vernickeln.# Man verwendet als Bad eine gesättigte Lösung von
schwefelsaurem Nickeloxydul, als Anode ein Nickelblech, und vernickelt
Gegenstände aus Kupfer, Messing und Eisen.
Aufgaben:
#105.# In welcher Zeit werden sich bei 2,6 ~Amp.~ 10 _g_ Silber
ausscheiden, und wie viel Zink wird dabei im Element verbraucht?
#106.# Wie lange muß ein Negativ im galvanischen Bad sein, damit es sich
bei 30 _cm_ Länge und 18 _cm_ Breite mit einer 0,8 _mm_ dicken
Kupferschichte überzogen hat, wenn die Stromstärke 12 ~Amp.~ beträgt?
Achter Abschnitt.
Induktions-Elektrizität.