146. Herstellung dünner Metallniederschläge.

Die #Galvanostegie# oder galvanische Metallisierung wird angewandt, #um

einen metallenen Gegenstand mit einer dünnen Schichte eines edleren

Metalles zu überziehen#, um ihm ein schöneres Aussehen zu geben oder ihn

gegen Rost zu schützen. Am gebräuchlichsten sind:

~a~) Das galvanische #Versilbern#: ein passendes Bad macht man aus 10

_l_ destilliertem Wasser, darin löst man 250 _g_ Cyankalium auf und fügt

100 _g_ Silber (in Silbernitrat verwandelt und dann in etwas Wasser

aufgelöst) hinzu. Es findet Wechselzersetzung statt, indem sich

Kaliumnitrat und Cyansilber bildet, welch letzteres in dem überschüssig

vorhandenen Cyankalium gelöst bleibt.

Man versilbert mit einer Batterie, indem man den Gegenstand als Kathode

und ein Silberblech als Anode ins Bad bringt. Das Bad bleibt gesättigt,

da sich von der Anode so viel Silber löst, als sich an der Kathode

niederschlägt.

~b~) #Vergolden.# (Zuerst gefunden von ~de la Rive~ 1841). Es gibt eine

große Anzahl von Vorschriften für Vergoldungsbäder. Ein ^kalt^

angewandtes Bad hat folgende Zusammensetzung: Wasser 1 _l_, Cyankalium

40 _g_, Gold 10 _g_ (in Chlorid verwandelt), Ammoniak 2 _g_.

Ein ^warm^ (bei 60-80°) angewandtes Bad hat folgende Zusammensetzung: In

8 _l_ Wasser werden 600 _g_ krystallisiertes phosphorsaures Natrium

gelöst, in 1 _l_ Wasser werden 10 _g_ Gold (als Chlorid) gelöst und

beide Lösungen gemischt. In 1 _l_ Wasser löst man 100 _g_ zweifach

schwefligsaures Natrium und 15-20 _g_ Cyankalium und fügt diese Lösung

zu der zuerst bereiteten.

Als Anoden verwendet man entweder Goldblech, von dem sich beim

Stromschlusse Gold im Bade auflöst, jedoch meist nicht so viel, als sich

an der Kathode niederschlägt, weshalb das Bad sich erschöpft; oder man

nimmt ein Platinblech, von welchem sich nichts ablöst, so daß sich das

Bad erschöpft; es wird dann durch weiteren Zusatz von Goldsalz wieder

aufgebessert, oder durch ein neues ersetzt.

~c~) #Verkupfern.# Eisen und Zink lassen sich nicht gut direkt

versilbern oder vergolden, man muß sie zuerst verkupfern, und auch sonst

will man manche aus Eisen oder Zink gefertigte Gegenstände verkupfern,

um ihnen ein schöneres Aussehen zu geben oder sie gegen Rost zu

schützen. Man benützt als Anode einer starken Batterie ein Kupferblech

in folgendem Bade. Man löst in 20 _l_ Regenwasser 300 _g_

schwefligsaures Natrium und 500 _g_ Cyankalium, löst in 5 _l_ Wasser 350

_g_ essigsaures Kupfer und 200 _g_ Ammoniak und mischt nun beide

Flüssigkeiten, wobei sie sich vollständig entfärben.

~d~) Kupferne und eiserne Gegenstände (eisernes Küchengeschirr,

Eisendraht) werden auch oft #verzinnt#; ein Bad, das meist heiß

angewandt wird, ist folgendes: 300 _l_ Regenwasser, 3 _kg_ Weinstein,

300 _g_ Zinnchlorür.

~e~) #Vernickeln.# Man verwendet als Bad eine gesättigte Lösung von

schwefelsaurem Nickeloxydul, als Anode ein Nickelblech, und vernickelt

Gegenstände aus Kupfer, Messing und Eisen.

Aufgaben:

#105.# In welcher Zeit werden sich bei 2,6 ~Amp.~ 10 _g_ Silber

ausscheiden, und wie viel Zink wird dabei im Element verbraucht?

#106.# Wie lange muß ein Negativ im galvanischen Bad sein, damit es sich

bei 30 _cm_ Länge und 18 _cm_ Breite mit einer 0,8 _mm_ dicken

Kupferschichte überzogen hat, wenn die Stromstärke 12 ~Amp.~ beträgt?

Achter Abschnitt.

Induktions-Elektrizität.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 151 / 340 题