^Auch die Elektrolyse von Salzen benützt man zur Messung der
Stromstärke^; man benützt Kupfer- oder Zinksulfatlösung mit Kupfer-
resp. Zink-Anoden, oder Silbernitratlösung mit Silberanoden, ^bestimmt
durch Wägung die Menge des an der Kathode niedergeschlagenen Metalles^
und schließt daraus auf die Stromstärke: 1 ~Amp.~ scheidet in einer
Stunde 1,166 _g_ ~Cu~ oder 3,974 _g_ ~Ag~ aus.
Faraday fand 1834 hierüber folgende Gesetze:
1) Die Elektrolyse eines und desselben Stoffes ist der Stromstärke
proportional (schon erwähnt).
2) #Bei Elektrolyse verschiedener Stoffe werden# (bei gleicher
Stromstärke und in gleichen Zeiten) #solche Mengen von Stoffen
ausgeschieden, welche sich chemisch vertreten können# (äquivalent
sind). Äquivalente Mengen verschiedener Stoffe brauchen zu
ihrer elektrolytischen Ausscheidung gleich viel Elektrizität. Läßt
man also gleiche Ströme oder denselben Strom durch einen
Wasserzersetzungsapparat, eine Kupfer-, Silberlösung u. s. w. gehen, so
verhalten sich die ausgeschiedenen Gewichtsmengen
~H₂ : O : Cu : Ag₂ : Zn~ = 2 : 16 : 63,4 : 216 : 65,2.
Derselbe Strom, welcher in einer Stunde 1 _g_ Wasserstoff ausscheidet,
scheidet in einer Stunde 8 _g_ Sauerstoff, 31,7 _g_ Kupfer, 108 _g_
Silber, 32,6 _g_ Zink aus.
Aufgaben:
#102.# Wie viel ~Amp.~ hat ein Strom, welcher in 2½ Std. 116 _g_ Wasser
zersetzt? Wie viel _ccm_ Wasserstoff entstehen dabei?
#103.# In einem Kupfervoltameter wurden in 10 Minuten 3,62 _g_ Kupfer
niedergeschlagen. Wie groß war die Stromstärke?
#104.# Welche Stromstärke ist im stande, in 24 Std. 5 Ztr. Kupfer
auszuscheiden?
142. Anwendung des elektrolytischen Gesetzes auf galvanische Elemente
und Batterien.
#Das elektrolytische Gesetz gilt in jedem galvanischen Elemente.# Wenn
sich in einem Elemente 65,2 _g_ ~Zn~ auflösen, so produzieren sie so
viel Elektrizität, als 2 _g_ ~H~ zum Freiwerden nötig haben, und es
werden im Element selbst 63,4 _g_ Kupfer ausgeschieden. Leitet man
diesen Strom durch eine Kupferlösung, so werden darin auch 63,4 _g_ ~Cu~
aufgelöst und abgesetzt, und wenn man den Strom nacheinander durch
mehrere Kupfer- oder Silberlösungen leitet, so werden in jeder 63,4 _g_
~Cu~ oder 216 _g_ ~Ag~ ausgeschieden, die genau den 65,2 _g_ ~Zn~
entsprechen, welche sich im Elemente auflösen.
Ähnliches gilt auch bei einer ^auf elektromotorische Kraft verbundenen
Batterie^. Das erste Element liefert eine Elektrizitätsmenge, welche der
in Lösung gehenden Menge ~Zn~ entspricht (1 ~Amp.~ für je 0,0205 _g_
~Zn~ pro Min.). Vom + Pole läuft die Elektrizität zum - Pole des zweiten
Elementes; deshalb ist das Zink des zweiten Elementes Anode in Bezug auf
den Strom des ersten Elementes, also löst sich Zink des zweiten
Elementes auf in einer Menge, die der durchfließenden Elektrizitätsmenge
entspricht (0,0205 _g_ ~Zn~ pro Min. für je 1 ~Amp.~), die also der
gelösten Menge Zink des ersten Elementes gleich ist.
Die im ersten Elemente erzeugte Elektrizität wird also beim Durchgang
durch das zweite Element weder vermehrt noch vermindert, sondern ^bleibt
der Quantität nach dieselbe^; wohl aber wird sie verstärkt, wie wir bald
sehen werden. Dasselbe gilt von allen folgenden Elementen. Sind also
beliebig viele, der Art und Größe nach sogar beliebig verschiedene
Elemente in demselben Stromkreise auf Intensität verbunden, so ist die
im Stromkreise zirkulierende Menge Elektrizität nur so groß, als der in
^einem^ Elemente sich auflösenden Menge Zink entspricht, und #in jedem
Elemente wird gleich viel Zink gelöst#. Leitet man den Strom der
Batterie durch einen Silbervoltameter oder Wasserzersetzer etc., so
entspricht die Menge des niedergeschlagenen Silbers etc. der Menge des
in ^einem^ Elemente sich auflösenden Zinkes, also 0,06624 _g_ ~Ag~ oder
0,00552 _g_ Wasser oder 0,00492 ~O~ oder 0,0006 ~H~ pro Min. für jedes
Ampère.
Sind die ^Elemente auf Quantität geschaltet^, so läuft sämtliche in den
einzelnen Elementen produzierte Menge Elektrizität durch denselben
Draht; #die Stromstärke entspricht der Summe all der Zinkmengen, welche
in den einzelnen Elementen gelöst werden#, im Voltameter scheidet sich
deshalb eine dieser Gesamtmenge entsprechende Menge Elektrolyt aus, und
es ist wohl möglich, daß in den einzelnen Elementen in gleichen Zeiten
verschiedene Mengen ~Zn~ gelöst werden.