125. Voltas Kontaktelektrizität.

Aber auch Volta blieb, nachdem durch den Fundamentalversuch der

Nachweis der Elektrizität gelungen war, bei seiner Meinung stehen und

bekräftigte sie durch weitere Versuche. Er behauptete, stets bei der

Berührung zweier verschiedener Leiter werde Elektrizität erregt, und

unterschied zwei Klassen von Elektromotoren, die festen (metallischen)

und die flüssigen, wovon die der ersten Klasse weitaus die wirksamsten

sind. Wenn man also eine Zink- und eine Kupferplatte in Schwefelsäure

taucht und oben verbindet, so wirkt die Berührung von ~Zn~ und ~Cu~

elektromotorisch; allerdings wirkt auch die Berührung jedes Metalles

mit der Flüssigkeit elektromotorisch, jedoch sehr schwach, so daß es

die elektromotorische Kraft von ~Zn~ ~Cu~ wenig schwächt; der flüssige

Leiter ermöglicht also das Zustandekommen eines Stromes.

Diese Theorie, der zufolge die ^Berührung^ zweier verschiedener

Metalle elektromotorisch wirkt, wird die ^Kontakttheorie^ genannt; sie

wurde von Volta und seinen Anhängern weiter ausgebildet und auf einen

hohen Stand der Vollkommenheit gebracht, so daß sämtliche

Erscheinungen und Gesetze des Stromes durch dieselbe erklärt werden

konnten.

Dieser Theorie gegenüber steht die „^chemische Theorie^“, wie wir sie

bisher entwickelt haben. Ihr zufolge entsteht die Elektrizität durch

Berührung heterogener (stofflich verschiedener) Körper infolge

chemischer Einwirkung der beiden Körper aufeinander und als Ersatz für

die Wärme, welche beim chemischen Prozeß zum Vorschein kommen sollte,

aber nicht zum Vorschein kommt.

[Abbildung: Fig. 155.]

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 131 / 340 题