124. Galvanis Grundversuch.

Der Entdecker der galvanischen Elektrizität, Galvani, fand (1789), daß

ein frisch abgeschnittener Froschschenkel Zuckungen macht, wenn man

den Funken einer Leydener Flasche durchgehen läßt und daß eben solche

Zuckungen zum Vorschein kamen, als der Froschschenkel mit einem

kupfernen Haken an einem eisernen Gitter hing und durch den Wind an

die Stäbe des Gitters anschlug. Indem er die Bedingungen dieses

„Froschexperimentes“ untersuchte, wurde er der Entdecker der nach ihm

benannten Elektrizität. Er deutete die Erscheinung jedoch nicht

richtig, und erst Volta behauptete 1794, daß durch Berührung zweier

verschiedener Metalle Elektrizität erzeugt werde. Wenn man nämlich

eine Zink- und eine Kupferplatte mit isolierenden Handgriffen (aus

Glas) versieht, aneinander drückt und wieder voneinander entfernt, so

zeigen beide Platten am Kondensationselektroskop Elektrizität. Volta

behauptete, die Elektrizität sei nur durch die Berührung der zwei

verschiedenen Metalle entstanden, und nannte sie deshalb auch

^Berührungs- oder Kontaktelektrizität^. Dieser Versuch war der

Fundamentalversuch der galvanischen Elektrizität (1800). Das Zucken

des Froschschenkels kommt, meinte Volta, davon her, daß die getrennten

Elektrizitäten sich durch den Froschschenkel ausgleichen. Dieser

Erklärung schloß sich Galvani nicht an, da sich fand, daß die

Zuckungen auch eintreten, wenn nur ^ein^ Metall, ja wenn nur ein

feuchter Leiter vorhanden war; deshalb blieb Galvani bei seiner

Ansicht stehen, daß hier tierische Elektrizität vorhanden sei, wovon

die eine Art Elektrizität in den Nerven, die andere in den Muskeln

sei, und daß der Leiter, der beide berührt, bloß den Ausgleich beider

Elektrizitäten ermöglicht, und so die Zuckung verursacht. In der Tat

gibt es eine ^tierische^ Elektrizität, die auf ähnliche Weise im

tierischen Organismus vorhanden ist, und Galvani wurde so zugleich der

Entdecker der tierischen Elektrizität.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 130 / 340 题