Der Entdecker der galvanischen Elektrizität, Galvani, fand (1789), daß
ein frisch abgeschnittener Froschschenkel Zuckungen macht, wenn man
den Funken einer Leydener Flasche durchgehen läßt und daß eben solche
Zuckungen zum Vorschein kamen, als der Froschschenkel mit einem
kupfernen Haken an einem eisernen Gitter hing und durch den Wind an
die Stäbe des Gitters anschlug. Indem er die Bedingungen dieses
„Froschexperimentes“ untersuchte, wurde er der Entdecker der nach ihm
benannten Elektrizität. Er deutete die Erscheinung jedoch nicht
richtig, und erst Volta behauptete 1794, daß durch Berührung zweier
verschiedener Metalle Elektrizität erzeugt werde. Wenn man nämlich
eine Zink- und eine Kupferplatte mit isolierenden Handgriffen (aus
Glas) versieht, aneinander drückt und wieder voneinander entfernt, so
zeigen beide Platten am Kondensationselektroskop Elektrizität. Volta
behauptete, die Elektrizität sei nur durch die Berührung der zwei
verschiedenen Metalle entstanden, und nannte sie deshalb auch
^Berührungs- oder Kontaktelektrizität^. Dieser Versuch war der
Fundamentalversuch der galvanischen Elektrizität (1800). Das Zucken
des Froschschenkels kommt, meinte Volta, davon her, daß die getrennten
Elektrizitäten sich durch den Froschschenkel ausgleichen. Dieser
Erklärung schloß sich Galvani nicht an, da sich fand, daß die
Zuckungen auch eintreten, wenn nur ^ein^ Metall, ja wenn nur ein
feuchter Leiter vorhanden war; deshalb blieb Galvani bei seiner
Ansicht stehen, daß hier tierische Elektrizität vorhanden sei, wovon
die eine Art Elektrizität in den Nerven, die andere in den Muskeln
sei, und daß der Leiter, der beide berührt, bloß den Ausgleich beider
Elektrizitäten ermöglicht, und so die Zuckung verursacht. In der Tat
gibt es eine ^tierische^ Elektrizität, die auf ähnliche Weise im
tierischen Organismus vorhanden ist, und Galvani wurde so zugleich der
Entdecker der tierischen Elektrizität.