#Leitungswiderstand ist der Widerstand, welchen ein Stoff dem Durchgange
der Elektrizität entgegensetzt.# Man fand folgende Gesetze:
#Der Leitungswiderstand ist 1) proportional der Länge, _l_,#
#2) umgekehrt proportional dem Querschnitte, _q_,#
#3) proportional dem spezifischen Leitungswiderstand, _c_.#
Letzteres zieht man in Rechnung, indem man einen beliebigen Stoff als
Vergleichsstoff annimmt, z. B. ^Quecksilber^, und den Widerstand jedes
Stoffes mit dem eines Quecksilberkörpers von gleicher Lange und gleichem
Querschnitt vergleicht. ^Diese Zahl ist der spezifische Widerstand des
Stoffes^.
Als ^Widerstandseinheit^ war gebräuchlich ^der Widerstand einer
Quecksilbersäule von 1 _m_ Länge und 1 _qmm_ Querschnitt bei 0° ~C~^;
sie heißt die #Siemens-Einheit# = ~SE~. Jetzt ist das #Ohm# eingeführt,
das um etwa 6% größer ist als eine ~SE~; 1 ~SE~ = 0,9413 Ohm.
Bezeichnet man allgemein die Länge in Metern mit ~l~, den Querschnitt in
_qmm_ mit ~q~, den sp. W. mit ~c~, so ist der Widerstand
l l
~w = c · - SE = c · - · 0,9413 Ohm~.
q q
[Abbildung: Fig. 149.]
Apparate, welche ermöglichen, eine beliebige Anzahl gemessener
Widerstände in den Stromkreis einzuschalten, sind:
[Abbildung: Fig. 148.]
1) der #Rheostat#, z. B. der ^Stöpselrheostat^. Mehrere Messingblöcke
sind neben einander in kurzen Zwischenräumen angebracht. Der erste und
zweite Block sind durch einen Draht verbunden, dessen Widerstand genau
ein ~Ohm~ ist; ebenso der 2. und 3. Block durch einen Widerstand von 2
~Ohm~ und so folgen Widerstände, die man = 2, 5, 10, 20, 20, 50, 100,
200, 200, 500 ~Ohm~ macht. Außerdem kann man benachbarte Blöcke
verbinden durch Einstecken eines Messingstöpsels. Man leitet den Strom
in den ersten Block und aus dem letzten Block heraus. Sind alle Stöpsel
eingesteckt, so durchläuft der Strom nur die Blöcke und Stöpsel ohne
Widerstand. Zieht man irgend einen Stöpsel aus, so muß der Strom den
Widerstand zwischen den getrennten Blöcken durchlaufen. #Durch Ausziehen
der Stöpsel kann man beliebige Widerstände einschalten.#
2) Das #Rheochord#. Zwei Messingblöcke sind auf einem Brette in geringer
Entfernung befestigt. Von ihnen aus sind 2 Platindrähte parallel über
das Brett gespannt, laufen dabei durch ein Kästchen aus Eisen, das mit
Quecksilber gefüllt ist, und stehen dadurch in leitender Verbindung.
Leitet man den Strom in die Blöcke und zieht zwischen ihnen den Stöpsel
aus, so muß der Strom die Stücke der Platindrähte von den Blöcken bis
zum Kästchen durchlaufen. #Durch Verschieben des Kästchens kann man den
Widerstand verändern#, und auf einer Skala neben der Schiene sind die
Bruchteile von Widerstands-Einheiten angegeben, die diesem Widerstande
gleich sind. Rheostat und Rheochord sind gewöhnlich nach „Ohm“ geteilt
(Ohmkasten).