[Abbildung: Fig. 134.]
Auf der Summierung der elektromotorischen Kräfte beruht die
^Zamboni’sche^ oder die ^trockene Säule^. Wenn man unechtes Gold- und
Silberpapier (Kupfer- und Zinkpapier) mit den Papierflächen auf einander
klebt und daraus etwa talergroße Scheibchen schneidet, so stellt jedes
Scheibchen ein Element dar, bei dem die Schwefelsäure vertreten ist
durch die Feuchtigkeit des Kleisters. Wenn man viele Scheibchen auf
einander legt, so daß immer die Kupferseite des vorhergehenden und die
Zinkseite des folgenden sich berühren, Zambonische Säule (1812), so ist
bei mehreren Hundert, ja Tausend solcher Scheibchen das Potenzial der
freien Elektrizität auf den Polen meist so groß, daß sie schon mit einem
gewöhnlichen Goldblatt-Elektroskope nachgewiesen werden kann.
[Abbildung: Fig. 135.]
#Das Bohnebergersche Elektroskop#: Man schließt die Säule in eine
Glasröhre ein, legt auf beide Pole Messingplatten und führt von diesen
Drähte weg, die sich mit ihren Enden nähern und in geringem Abstand in
zwei Messingplatten endigen; diese sind nun die Pole. Über ihnen
befindet sich der Stift eines Elektroskopes, von welchem ein langes,
schmales ^Goldblättchen^ herunterhängt gerade zwischen die beiden
Polplatten. Da beide Polplatten gleich stark und entgegengesetzt
elektrisch sind, so wird das zwischen ihnen hängende Goldblättchen von
keiner angezogen und hängt ruhig in der Mitte. Teilt man nun dem Knopfe
etwas Elektrizität, z. B. negative, mit, so wird das Goldblatt auch -,
also vom + Pole angezogen und vom - Pole abgestoßen. Schon sehr geringe
Mengen Elektrizität bewirken einen Ausschlag.
#Das Fechner’sche Elektroskop# benützt auch noch Kondensation der
Elektrizität. Man schraubt auf den Knopf dieses Elektroskopes eine gut
abgeschliffene Messingplatte, die oben mit einer dünnen Firnisschichte
versehen ist und die Rolle der Kolektorplatte spielt. Auf sie setzt man
mittels eines isolierenden Handgriffes eine eben solche, unten
gefirnißte Messingplatte, die Kondensatorplatte; die Firnisschichte
zwischen beiden ist der Isolator. Wenn man nun die untere Platte mit
einer Elektrizitätsquelle in Verbindung setzt, deren Potenzial so
gering ist, daß sie am gewöhnlichen Elektroskope keinen Ausschlag gibt,
zugleich aber die obere Platte aufsetzt und ableitend mit dem Finger
berührt, so sammelt sich auf beiden Platten vielmal mehr Elektrizität,
da wegen der großen Annäherung der Platten die Verstärkungszahl groß
ist. Entfernt man zunächst die Elektrizitätsquelle, dann die obere
Platte, so verbreitet sich die auf der unteren Platte angesammelte
Elektrizität auf dem Elektroskop, das Goldblättchen bekommt also eine
stärkere Elektrizität und gibt nun einen Ausschlag. Mit guten Apparaten
dieser Art kann man nachweisen, daß Zink in Schwefelsäure negativ
elektrisch ist: Fundamentalversuch des Galvanismus. Der Kondensator kann
auch auf ein gewöhnliches Goldblatt-Elektroskop aufgeschraubt werden,
und wurde so von Volta 1783 erfunden und zum Nachweise der galvanischen
Elektrizität benutzt 1794.