111. Stärke der elektromotorischen Kraft.

#Je stärker ein Metall auf eine Flüssigkeit einwirkt#, je größer die

Wärmemenge ist, welche bei der Zersetzung zum Vorschein kommen sollte,

#desto größer ist das Potenzial der frei werdenden Elektrizitäten#,

desto größer ist die elektrische Potenzialdifferenz zwischen Metall und

Flüssigkeit.

Jedes Molekül ~Zn~, das sich mit ~SO₄~ verbindet und ~H₂~ ausscheidet,

bringt eine gewisse Menge ± ~E~ von bestimmtem Potenzial hervor. Diese

sammeln sich auf dem Zink und der Flüssigkeit, bis auch diese dieselbe

Potenzialdifferenz haben. Dann hört der chemische Prozeß auf, da die

durch ihn hervorgebrachten elektrischen Mengen nicht mehr imstande sind,

die schon vorhandene Elektrizität zu verdichten. #Die elektrische

Potenzialdifferenz wächst nur bis zu einer gewissen Grenze.#

Wenn man chemisch reines Zink oder sehr gut amalgamiertes Zink (Zink,

das man mit einer anhaftenden Schichte Quecksilber überzogen hat), in

die Schwefelsäure taucht, so bemerkt man, daß sich wohl einige Bläschen

~H₂~ bilden, daß damit aber der chemische Prozeß ebenso wie der

elektrische aufhört. Bei gewöhnlichem Zink ladet sich auch Zink und

Flüssigkeit mit Elektrizität von ebenso großer Potenzialdifferenz, aber

der chemische Prozeß dauert fort; es entsteht aber dann keine

Elektrizität mehr, sondern die Verbrennungswärme wird als solche frei.

#Die elektromotorische Kraft# zweier Substanzen, z. B. Zink und

Schwefelsäure #wird gemessen durch die Potenzialdifferenz der getrennten

Elektrizitäten#. Prüft man nun verschiedene Metalle und verschiedene

erregende Flüssigkeiten, so zeigt sich: je stärker die Stoffe auf

einander einwirken, desto größer ist die Potenzialdifferenz, desto

größer also die elektromotorische Kraft.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 116 / 340 题