110. Erregung der galvanischen Elektrizität.

Wenn man Zink in verdünnte Schwefelsäure bringt, so bildet sich

Zinksulfat und freier Wasserstoff.

~SO₄H₂ + Zn = SO₄Zn + H₂.~

[Abbildung: Fig. 130.]

Hiebei wird das aus der Flüssigkeit herausragende Zinkende negativ

elektrisch, und die Flüssigkeit positiv elektrisch. Zink ist imstande,

in Berührung mit Schwefelsäure Elektrizität zu erregen; #es wirkt

elektromotorisch, es hat eine elektromotorische Kraft#.

Ebenso wirkt Zink in Salz- oder Salpetersäure elektromotorisch. Ebenso

wie Zink wirken auch andere Metalle und man findet allgemein: #Wenn ein

Metall mit einer Flüssigkeit in Berührung kommt, auf die es chemisch

einwirkt, so tritt infolge der chemischen Einwirkung auch eine

elektrische Wirkung auf derart, daß das Metall negativ, die Flüssigkeit

positiv elektrisch wird.#

Wirkt das Metall nicht auf die Flüssigkeit wie Platin auf Wasser oder

Schwefelsäure, so tritt auch keine elektrische Wirkung ein.

Diese Elektrizitäten unterscheidet man von der Reibungselektrizität

durch die Bezeichnung: ^galvanische Elektrizität^ nach ihrem Entdecker

^Galvani^, einem italienischen Arzte 1789. Sie ist aber nur nach ihrer

Entstehungsart und Entstehungsursache von der Reibungselektrizität

verschieden, in ihrem Wesen, ihren Wirkungen und Gesetzen aber mit ihr

identisch.

Die Ursache der Elektrizitätserzeugung liegt in folgendem: wenn sich

Zink in Schwefelsäure auflöst, so entsteht dabei auch eine gewisse Menge

Wärme, ähnlich einer ^Verbrennungswärme^. Es entsteht aber hiebei nicht

so viel Verbrennungswärme, als entstehen sollte, sondern anstatt eines

Teiles derselben tritt Elektrizitätserregung auf.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 115 / 340 题