Wenn man Zink in verdünnte Schwefelsäure bringt, so bildet sich
Zinksulfat und freier Wasserstoff.
~SO₄H₂ + Zn = SO₄Zn + H₂.~
[Abbildung: Fig. 130.]
Hiebei wird das aus der Flüssigkeit herausragende Zinkende negativ
elektrisch, und die Flüssigkeit positiv elektrisch. Zink ist imstande,
in Berührung mit Schwefelsäure Elektrizität zu erregen; #es wirkt
elektromotorisch, es hat eine elektromotorische Kraft#.
Ebenso wirkt Zink in Salz- oder Salpetersäure elektromotorisch. Ebenso
wie Zink wirken auch andere Metalle und man findet allgemein: #Wenn ein
Metall mit einer Flüssigkeit in Berührung kommt, auf die es chemisch
einwirkt, so tritt infolge der chemischen Einwirkung auch eine
elektrische Wirkung auf derart, daß das Metall negativ, die Flüssigkeit
positiv elektrisch wird.#
Wirkt das Metall nicht auf die Flüssigkeit wie Platin auf Wasser oder
Schwefelsäure, so tritt auch keine elektrische Wirkung ein.
Diese Elektrizitäten unterscheidet man von der Reibungselektrizität
durch die Bezeichnung: ^galvanische Elektrizität^ nach ihrem Entdecker
^Galvani^, einem italienischen Arzte 1789. Sie ist aber nur nach ihrer
Entstehungsart und Entstehungsursache von der Reibungselektrizität
verschieden, in ihrem Wesen, ihren Wirkungen und Gesetzen aber mit ihr
identisch.
Die Ursache der Elektrizitätserzeugung liegt in folgendem: wenn sich
Zink in Schwefelsäure auflöst, so entsteht dabei auch eine gewisse Menge
Wärme, ähnlich einer ^Verbrennungswärme^. Es entsteht aber hiebei nicht
so viel Verbrennungswärme, als entstehen sollte, sondern anstatt eines
Teiles derselben tritt Elektrizitätserregung auf.