105. Elektrizität der Gewitter.

Die Gewitterwolke ist mit großen Massen Elektrizität von hoher Spannung

geladen. #Franklin# ließ (1752) beim Herannahen eines Gewitters einen

Papierdrachen steigen, an welchem eine nach aufwärts gerichtete Spitze

angebracht war; das Ende der Schnur bestand aus Seide. Er bemerkte, wie

die Fasern der Hanfschnur sich sträubten (weil sie elektrisch geworden

waren) und sah, als die Schnur durch den Regen naß geworden war, Funken

aus einem an der Hanfschnur hängenden Schlüssel herausspringen. Drache,

Spitze und Hanfschnur stellen einen isolierten Leiter vor, aus der

Spitze strömt die Influenzelektrizität erster Art aus, und in der Schnur

wird deshalb die Influenzelektrizität zweiter Art frei. Seit Franklin

wurde dieser (sehr gefährliche) Versuch öfters und stets mit demselben

Erfolge wiederholt. Art und Stärke der Elektrizität prüft man

ungefährlich mit dem Elektroskop. Man findet die Elektrizität meist

positiv, sie wächst an Stärke, bis es blitzt, nimmt dann sprungweise ab,

wird wohl auch negativ und wächst dann wieder. Über die Art der

Entstehung und Ansammlung der Elektrizität in der Gewitterwolke weiß man

nichts Sicheres.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 110 / 340 题