[Abbildung: Fig. 122.]
Der ^Elektrophor^ besteht aus einem ^Harzkuchen^ oder einer
^Ebonitplatte^, die durch Reiben oder Peitschen mit einem Fuchsschwanze
- elektrisch gemacht wird, und aus einem ^Deckel^ oder ^Schild^, das ist
ein rundes Stück Blech oder mit Stanniol beklebter Pappendeckel, also
ein Leiter, der an drei isolierenden Seidenfäden gehalten werden kann.
Setzt man den Deckel auf die elektrische Platte, so wird er
influenziert, unten +, oben -; berührt man ihn nun mit dem Finger, so
läuft die abgestoßene - Influenzelektrizität zweiter Art fort, und der
Deckel behält die angezogene + Influenzelektrizität erster Art; entfernt
man nun auch den Finger und hebt den Deckel am Seidenfaden in die Höhe,
so hat er die + Influenzelektrizität, und zwar in ziemlich großer Menge,
so daß sie schon in Form eines Funkens auf den genäherten Finger
überspringt. Nimmt man dem Deckel seine Elektrizität, so kann man
denselben Versuch vielmals wiederholen. #Der Elektrophor dient dazu, um
größere Mengen Elektrizität zu erzeugen durch Influenz und Ableiten der
Influenzelektrizität zweiter Art.#
Die Platte verliert dabei nichts von ihrer Elektrizität, oder doch nicht
viel; denn nur in den wenigen Punkten, in denen der Deckel die Platte
wirklich berührt, geht die negative Elektrizität der Platte auf den
Deckel über, geht also verloren. Der Versuch gelingt auch, wenn man den
Schild nicht bis zur Berührung nähert; jedoch ist dann die influenzierte
Elektrizität schwächer.
Bedeckt man den Elektrophor mit dem Schild und läßt ihn so an einem
trockenen Orte stehen, so behält er wochen-, ja monatelang seine
Elektrizität. Denn die Elektrizität der Platte wird einerseits von der
Elektrizität des Deckels, anderseits von der auch influenzierten
Elektrizität der (leitenden) Unterlage gegenseitig angezogen und so
festgehalten.