Die Kraft, mit welcher sich zwei elektrische Massen anziehen (oder
abstoßen), hängt ab von der Menge der auf den Körpern befindlichen
Elektrizität und ist dem Produkte dieser Mengen proportional. Wenn sich
zwei gleiche Mengen Elektrizität gegenüberstehen und mit einer gewissen
Kraft anziehen, so ziehen sich zwei Mengen, von denen die eine 3 mal,
die andere 5 mal so groß ist wie die zuerst gewählten, mit einer Kraft
an, die 3 · 5 = 15 mal so groß ist wie die zuerst vorhandene Kraft.
Zudem nimmt die Anziehung ab, wie das Quadrat des Abstandes zunimmt.
#Die elektrische Anziehung ist also proportional dem Produkte der
elektrischen Mengen und umgekehrt proportional dem Quadrate ihres
Abstandes# (Coulomb.) Die #Einheit der Menge# oder Quantität der
Elektrizität ist diejenige Menge, welche eine ihr gleich große Menge,
welche 1 _cm_ von ihr entfernt ist, mit der Krafteinheit 1 ~Dyn~ (=
¹/₉₈₁ _g_) abstößt. (Siehe Anhang.)
#Die elektrische Anziehung wird durch Dazwischenschieben eines
Nichtleiters nicht gehindert.# Sie durchdringt gleichsam die
Nichtleiter, weshalb man dieselben auch ^dielektrische^ Massen nennt.
Dazwischenschieben von Leitern bringt eine wesentliche Änderung in der
elektrischen Anziehung hervor, da die Leiter selbst elektrisch
influenziert werden und mit diesen elektrischen Mengen nun selbst
anziehend wirken.
Gerade diese Fernewirkung der Elektrizität, sowie die Fähigkeit, hiebei
manche Stoffe zu durchdringen, manche aber selbst elektrisch zu erregen,
lassen uns das Wesen der Elektrizität, sowie der elektrischen Anziehung
rätselhaft erscheinen.