84. Stärke des Magnetismus.

[Abbildung: Fig. 106.]

[Abbildung: Fig. 107.]

#Absolute Tragkraft eines Magnetes ist das Gewicht, das ein Pol tragen

kann.# Sie ist bei großen Magneten größer als bei kleinen, hängt auch ab

von der ^Güte^ des Stahles und von der ^Stärke^ des Magnetisierens. Man

kann jedoch die Tragkraft eines Magnetes nicht beliebig hoch steigern,

sondern sie nähert sich einer Grenze, über welche hinaus der Magnetismus

nicht wachsen kann. Dieser Grenze, dem #Sättigungsgrade#, kann man sich

um so mehr nähern, je kleiner der Magnet ist; große bleiben stets weit

von ihr entfernt.

Ist ein Magnet hufeisenförmig gestaltet, und hängt man an seine beiden

Pole ein einziges Stück weiches Eisen (Anker), so trägt er mehr als an

den einzelnen Polen zusammen, da beide Pole in demselben Sinne

influenzierend auf den Anker wirken.

#Relative Tragfähigkeit ist das Verhältnis des getragenen Gewichtes zum

Gewichte des tragenden Magnetes.# Sie ist bei kleinen Magneten viel

beträchtlicher als bei großen. So kann ein kleiner Magnet wohl sein

sechsfaches, ein großer kaum sein eigenes Gewicht tragen.

Dies kommt wohl daher, daß bei kleinen Stücken die Influenzwirkung auch

die Innenteile beeinflussen kann, was bei großen nicht der Fall ist; ein

großes (dickes) Stahlstück wird beim Streichen nur in den äußeren

Schichten magnetisch, während der Kern unmagnetisch bleibt. Sehr starke

Magnete setzt man deshalb aus einzelnen Stücken zusammen, indem man

mehrere Stäbe von geringer Dicke (Blätter, Lamellen) einzeln magnetisch

macht und mit gleichen Polen aufeinander legt (^Lamellenmagnet^ Fig.

106), oder durch geringe Zwischenräume getrennt mit gleichen Polen in

zwei weiche Eisenstücke (Polschuhe) einsteckt (^Magnetisches Magazin^,

Fig. 107).

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 88 / 340 题