[Abbildung: Fig. 106.]
[Abbildung: Fig. 107.]
#Absolute Tragkraft eines Magnetes ist das Gewicht, das ein Pol tragen
kann.# Sie ist bei großen Magneten größer als bei kleinen, hängt auch ab
von der ^Güte^ des Stahles und von der ^Stärke^ des Magnetisierens. Man
kann jedoch die Tragkraft eines Magnetes nicht beliebig hoch steigern,
sondern sie nähert sich einer Grenze, über welche hinaus der Magnetismus
nicht wachsen kann. Dieser Grenze, dem #Sättigungsgrade#, kann man sich
um so mehr nähern, je kleiner der Magnet ist; große bleiben stets weit
von ihr entfernt.
Ist ein Magnet hufeisenförmig gestaltet, und hängt man an seine beiden
Pole ein einziges Stück weiches Eisen (Anker), so trägt er mehr als an
den einzelnen Polen zusammen, da beide Pole in demselben Sinne
influenzierend auf den Anker wirken.
#Relative Tragfähigkeit ist das Verhältnis des getragenen Gewichtes zum
Gewichte des tragenden Magnetes.# Sie ist bei kleinen Magneten viel
beträchtlicher als bei großen. So kann ein kleiner Magnet wohl sein
sechsfaches, ein großer kaum sein eigenes Gewicht tragen.
Dies kommt wohl daher, daß bei kleinen Stücken die Influenzwirkung auch
die Innenteile beeinflussen kann, was bei großen nicht der Fall ist; ein
großes (dickes) Stahlstück wird beim Streichen nur in den äußeren
Schichten magnetisch, während der Kern unmagnetisch bleibt. Sehr starke
Magnete setzt man deshalb aus einzelnen Stücken zusammen, indem man
mehrere Stäbe von geringer Dicke (Blätter, Lamellen) einzeln magnetisch
macht und mit gleichen Polen aufeinander legt (^Lamellenmagnet^ Fig.
106), oder durch geringe Zwischenräume getrennt mit gleichen Polen in
zwei weiche Eisenstücke (Polschuhe) einsteckt (^Magnetisches Magazin^,
Fig. 107).