Nähert man ein Stück Stahl einem Magnetpole, so wird es angezogen und
magnetisch influenziert. #Entfernt man es vom Pole, so behält es
Magnetismus#; es ist ein bleibender, #permanenter Magnet# geworden.
Weiches Eisen behält in diesem Falle wenigstens eine Spur Magnetismus,
#remanenter Magnetismus#, aber um so weniger, je weicher das Eisen ist.
Weiches Eisen wird stärker magnetisch als Stahl; letzterer um so
schwächer, je härter er ist; er wird deshalb auch schwächer angezogen.
Glasharter Stahl wird nur sehr schwach angezogen. Aber je besser der
Stahl ist, um so besser behält er den Magnetismus.
Zur ^Herstellung künstlicher Magnete^ benützt man Stahl von mäßiger
Härte, geringer Sprödigkeit und hoher Elastizität. Bei ^kleinen^ Nadeln
genügt ein Anlegen an die beiden Pole eines Hufeisenmagnetes, um sie
genügend zu magnetisieren. ^Größere^ Stahlstäbe werden der Länge nach
mit einem Pole eines kräftigen Magnetes ^bestrichen^. Man setzt den
einen Pol auf die Mitte und streicht gegen das eine Ende, hebt den Pol
ab und kehrt in großem Bogen zur Mitte zurück und wiederholt denselben
^Strich^ mehrmals; dann setzt man den anderen Pol auf die Mitte und
streicht gegen das andere Ende und wiederholt auch das mehrmals. Einen
Hufeisenmagneten setzt man mit beiden Polen auf die Mitte des Stabes,
streicht von da zum linken Ende, dann zum rechten und so mehrmals und
hebt das Hufeisen von der Mitte ab. Wenn man mit demselben Pole nach
^rückwärts^ streicht, ^schwächt^ man den schon influenzierten
Magnetismus, ^hebt ihn auf^ und ruft dann den entgegengesetzten hervor.
Eine Magnetnadel, so an die Pole eines kräftigen Magnetes gehalten, daß
sich gleichnamige Pole berühren, wird nicht weggestoßen, sondern erhält
durch Influenz umgekehrte Pole, wird angezogen und behält die
umgekehrten Pole.