83. Stahlmagnete.

Nähert man ein Stück Stahl einem Magnetpole, so wird es angezogen und

magnetisch influenziert. #Entfernt man es vom Pole, so behält es

Magnetismus#; es ist ein bleibender, #permanenter Magnet# geworden.

Weiches Eisen behält in diesem Falle wenigstens eine Spur Magnetismus,

#remanenter Magnetismus#, aber um so weniger, je weicher das Eisen ist.

Weiches Eisen wird stärker magnetisch als Stahl; letzterer um so

schwächer, je härter er ist; er wird deshalb auch schwächer angezogen.

Glasharter Stahl wird nur sehr schwach angezogen. Aber je besser der

Stahl ist, um so besser behält er den Magnetismus.

Zur ^Herstellung künstlicher Magnete^ benützt man Stahl von mäßiger

Härte, geringer Sprödigkeit und hoher Elastizität. Bei ^kleinen^ Nadeln

genügt ein Anlegen an die beiden Pole eines Hufeisenmagnetes, um sie

genügend zu magnetisieren. ^Größere^ Stahlstäbe werden der Länge nach

mit einem Pole eines kräftigen Magnetes ^bestrichen^. Man setzt den

einen Pol auf die Mitte und streicht gegen das eine Ende, hebt den Pol

ab und kehrt in großem Bogen zur Mitte zurück und wiederholt denselben

^Strich^ mehrmals; dann setzt man den anderen Pol auf die Mitte und

streicht gegen das andere Ende und wiederholt auch das mehrmals. Einen

Hufeisenmagneten setzt man mit beiden Polen auf die Mitte des Stabes,

streicht von da zum linken Ende, dann zum rechten und so mehrmals und

hebt das Hufeisen von der Mitte ab. Wenn man mit demselben Pole nach

^rückwärts^ streicht, ^schwächt^ man den schon influenzierten

Magnetismus, ^hebt ihn auf^ und ruft dann den entgegengesetzten hervor.

Eine Magnetnadel, so an die Pole eines kräftigen Magnetes gehalten, daß

sich gleichnamige Pole berühren, wird nicht weggestoßen, sondern erhält

durch Influenz umgekehrte Pole, wird angezogen und behält die

umgekehrten Pole.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 87 / 340 题