[Abbildung: Fig. 104.]
#Wenn man einem Magnetpole ein Stück weiches Eisen nähert, so wird es
angezogen und dabei selbst magnetisch#; in ihm wird durch das Annähern
magnetische Kraft erregt, #influenziert#, und zwar bekommt es am
^genäherten^ Ende einen dem einwirkenden Pole ^ungleichnamigen^, am
^entfernten^ Ende einen ^gleichnamigen^ Magnetismus: beides ist leicht
nachzuweisen.
Das magnetische Doppelpendel besteht aus zwei Stäbchen Eisen, die an
gleich langen Fäden an einem Punkte aufgehängt sind. Nähert man ihnen
einen Magnetpol, so werden sie angezogen; zugleich aber stoßen sie sich
gegenseitig ab, da sie an den benachbarten Enden gleichen Magnetismus
haben.
Hängt man an einen Magnetpol ein Stück weiches Eisen, so kann man an
dessen freies Ende, weil es jetzt selbst magnetisch ist, ein zweites
Eisenstück hängen; dies wird auch magnetisch; deshalb kann man an dessen
freies Ende ein drittes Stück hängen, und so mehrmals nacheinander. Bei
einem hufeisenförmigen Magnet kann man zwischen dessen Polen leicht eine
Kette von vielen Eisenstückchen bilden, deren Enden sich um so stärker
anziehen, als sie von den beiden Magnetpolen magnetisch erregt werden.
[Abbildung: Fig. 105.]
#Die Erregung der magnetischen Kraft in einem Stück Eisen durch
Annäherung an einen Magnetpol nennt man magnetische Influenz.# Sie
wächst mit der Annäherung, nimmt ab und verschwindet mit der Entfernung.