82. Magnetische Influenz.

[Abbildung: Fig. 104.]

#Wenn man einem Magnetpole ein Stück weiches Eisen nähert, so wird es

angezogen und dabei selbst magnetisch#; in ihm wird durch das Annähern

magnetische Kraft erregt, #influenziert#, und zwar bekommt es am

^genäherten^ Ende einen dem einwirkenden Pole ^ungleichnamigen^, am

^entfernten^ Ende einen ^gleichnamigen^ Magnetismus: beides ist leicht

nachzuweisen.

Das magnetische Doppelpendel besteht aus zwei Stäbchen Eisen, die an

gleich langen Fäden an einem Punkte aufgehängt sind. Nähert man ihnen

einen Magnetpol, so werden sie angezogen; zugleich aber stoßen sie sich

gegenseitig ab, da sie an den benachbarten Enden gleichen Magnetismus

haben.

Hängt man an einen Magnetpol ein Stück weiches Eisen, so kann man an

dessen freies Ende, weil es jetzt selbst magnetisch ist, ein zweites

Eisenstück hängen; dies wird auch magnetisch; deshalb kann man an dessen

freies Ende ein drittes Stück hängen, und so mehrmals nacheinander. Bei

einem hufeisenförmigen Magnet kann man zwischen dessen Polen leicht eine

Kette von vielen Eisenstückchen bilden, deren Enden sich um so stärker

anziehen, als sie von den beiden Magnetpolen magnetisch erregt werden.

[Abbildung: Fig. 105.]

#Die Erregung der magnetischen Kraft in einem Stück Eisen durch

Annäherung an einen Magnetpol nennt man magnetische Influenz.# Sie

wächst mit der Annäherung, nimmt ab und verschwindet mit der Entfernung.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 86 / 340 题