81. Einfache Gesetze des Magnetismus.

Man findet in der Natur ein Eisenerz, ^Magneteisenstein^, von welchem

manche Stücke die Eigenschaft haben, kleine Eisenstückchen anzuziehen.

Diese Eigenschaft nennt man Magnetismus und das Mineral einen

^natürlichen Magnet^; beide waren schon den Alten bekannt.

#Ein künstlicher Magnet ist ein Stück Stahl, welches die Eigenschaft

besitzt, ein anderes Stück Eisen oder Stahl anzuziehen#; ^magnetische

Kraft^. Wenn man einen Magnet auf eine Spitze leicht drehbar und frei

beweglich stellt, so sucht sich das eine Ende nach ^Norden^, das andere

nach ^Süden^ zu richten; #Magnetnadel#; Nordpol, Südpol.

Durch Nähern der Pole zweier Magnetnadeln findet man, daß Nord- und

Nordpol sich abstoßen, ebenso Süd- und Südpol, daß aber Nord- und Südpol

sich anziehen: #Gleichnamige Pole stoßen sich ab, ungleichnamige ziehen

sich an.# Es scheinen demnach in einem Magnete ^zwei Arten magnetischer

Kraft^ vorhanden zu sein, die nordmagnetische und die südmagnetische

Kraft.

Wie in einem stabförmigen Magnete die magnetische Kraft ^verteilt^ ist,

ersieht man ungefähr, wenn man ihn auf Eisenfeilspäne legt und

emporhebt; an der Menge der angezogenen Späne erkennt man: der

Magnetismus ist an den Enden des Stabes, den Polen, am größten, nimmt

gegen die Mitte zu rasch ab, und verschwindet dort; ^neutrale^ oder

^indifferente^ Zone.

[Abbildung: Fig. 103.]

#Jeder Magnet hat stets beide Pole und in gleicher Stärke.# Versucht

man, die beiden magnetischen Kräfte zu trennen, durch Zerbrechen des

Magnetstabes, so ist jedes selbst wieder ein vollständiger Magnet,

dessen Pole in derselben Richtung liegen, wie die des ursprünglichen

Magnetes.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 85 / 340 题