Man findet in der Natur ein Eisenerz, ^Magneteisenstein^, von welchem
manche Stücke die Eigenschaft haben, kleine Eisenstückchen anzuziehen.
Diese Eigenschaft nennt man Magnetismus und das Mineral einen
^natürlichen Magnet^; beide waren schon den Alten bekannt.
#Ein künstlicher Magnet ist ein Stück Stahl, welches die Eigenschaft
besitzt, ein anderes Stück Eisen oder Stahl anzuziehen#; ^magnetische
Kraft^. Wenn man einen Magnet auf eine Spitze leicht drehbar und frei
beweglich stellt, so sucht sich das eine Ende nach ^Norden^, das andere
nach ^Süden^ zu richten; #Magnetnadel#; Nordpol, Südpol.
Durch Nähern der Pole zweier Magnetnadeln findet man, daß Nord- und
Nordpol sich abstoßen, ebenso Süd- und Südpol, daß aber Nord- und Südpol
sich anziehen: #Gleichnamige Pole stoßen sich ab, ungleichnamige ziehen
sich an.# Es scheinen demnach in einem Magnete ^zwei Arten magnetischer
Kraft^ vorhanden zu sein, die nordmagnetische und die südmagnetische
Kraft.
Wie in einem stabförmigen Magnete die magnetische Kraft ^verteilt^ ist,
ersieht man ungefähr, wenn man ihn auf Eisenfeilspäne legt und
emporhebt; an der Menge der angezogenen Späne erkennt man: der
Magnetismus ist an den Enden des Stabes, den Polen, am größten, nimmt
gegen die Mitte zu rasch ab, und verschwindet dort; ^neutrale^ oder
^indifferente^ Zone.
[Abbildung: Fig. 103.]
#Jeder Magnet hat stets beide Pole und in gleicher Stärke.# Versucht
man, die beiden magnetischen Kräfte zu trennen, durch Zerbrechen des
Magnetstabes, so ist jedes selbst wieder ein vollständiger Magnet,
dessen Pole in derselben Richtung liegen, wie die des ursprünglichen
Magnetes.