Italien, Kammhöhe Schweiz.
(2500 _m_),
Luftdruck 760 _mm_ 564,3 _mm_ 755,2 _mm_
Temperatur 20° 5,9° 30,5°
Dunstdruck 15,0 _mm_ 7,0 _mm_ 9,4 _mm_
Relative Feucht. 86% 100% 29%
[5] Aus „Mohn, Grundzüge der Meteorologie“.
Ähnliche Verhältnisse trifft man in den Ländern, welche im Bereiche
eines herrschenden Windes, etwa des Passatwindes liegen; trifft dieser
auf eine Gebirgskette, so verliert er beim Überschreiten derselben seine
Feuchtigkeit und erscheint auf der Westseite des Gebirges als sehr
trockene Luft. Deshalb findet man z. B. an der Westküste von Südamerika,
Südafrika, sowie in dem Teil von Australien, der westlich von seinem an
der Ostküste gelegenen Küstengebirge liegt, regenarme, trockene
Gegenden: die Guanoinseln, Lüderitzland und die australische Wüste.
Die ^großen Haufenwolken^ (~cumulus~), die sich besonders hoch bei
Gewittern bilden, entstehen auf folgende Weise. Wenn durch irgend welche
Ursache ein Landstrich stärker erwärmt ist als die umliegenden
Landstriche, so steigt die auf ihm liegende Luftmasse in die Höhe, indem
von allen Seiten die etwas kältere Luft hinzuströmt. Dies Aufsteigen
würde sehr bald ein Ende nehmen, (bei 3-400 _m_), weil durch die
Ausdehnung die Luft sich abkühlt. Wenn aber die aufwärts treibende Kraft
nur so weit reicht, daß die Temperatur der Luft unter den Taupunkt
sinkt, so tritt etwas Neues hinzu, was das weitere Aufsteigen befördert.
Sie scheidet Wasser in Form von Nebel aus, wodurch die latente Wärme des
Wasserdampfes der Luft zugute kommt. Sie ist deshalb wärmer als sie
infolge der Höhe sein sollte und als die umliegende Luft ist, fährt
deshalb fort, in die Höhe zu steigen, wobei wieder das nämliche
eintritt. Erst wenn sie sehr hoch gestiegen ist, und fast allen
Wasserdampf ausgeschieden hat, kann sie beim weiteren Steigen nur mehr
wenig Wasserdampf ausscheiden, und die frei werdende latente Wärme
genügt nicht mehr, um den durch das Aufsteigen verursachten
Kälteverlust zu ersetzen. Die Luft wird deshalb so kalt, als sie infolge
der Höhe sein muß, ist noch dazu erschwert mit dem Gewichte der
ausgeschiedenen Wassertropfen und hört deshalb in einer gewissen Höhe
auf, noch weiter zu steigen.
Eine solche Wolke ist unten scharf abgeschnitten in einer Höhe, in
welcher der Taupunkt liegt (Nebelgrenze, bei Gewittern in 1400 _m_
Höhe). Nach oben zeigt sie sich geballt, aufgetrieben, mit abgerundeten,
scharf gezeichneten Rändern. Sie ist nicht etwa durch Vermischen zweier
Luftmassen entstanden, sondern durch Aufsteigen der unteren Luft unter
gleichzeitiger Ausscheidung von Wasser (Gipfel der Gewitterwolken in
3600 _m_ Höhe).
Je feuchter die Luft ist, zu um so größerer Höhe kann sie steigen. Diese
Wolken bilden sich oft sehr rasch, in einer oder einigen Stunden, und da
die Luft dabei zu sehr bedeutender Höhe aufsteigt, demnach fast alle
Feuchtigkeit ausscheidet, so enthalten sie große Mengen Wasser und geben
starke Regengüsse.
^Nebel^ entsteht, wenn feuchte Luft sich unter den Taupunkt abkühlt und
Wasser ausscheidet. Er entsteht häufig auf dem Meere, wenn die Luft sich
am Tage erwärmt und mit Feuchtigkeit gesättigt hat und sich nachts
abkühlt; ebenso zu Lande, besonders in wasserreichen Tälern im Frühjahre
und Herbste, wenn auf einen warmen, windstillen Tag eine helle Nacht
kommt, in der sich die Luft rasch abkühlt. Ebenso entstehen starke
Nebel, wenn warme Luft, die sich auf dem Meere mit Feuchtigkeit
gesättigt hat, über einen kalten Meeresteil oder über ein kälteres Land
streicht.