[Abbildung: Fig. 44.]
Wenn zwei Röhren oder Gefäße unten durch eine Röhre verbunden sind, so
sagt man, sie ^kommunizieren^. #In kommunizierenden Gefäßen steht das
Wasser beiderseits gleich hoch;# die Verbindungslinie der beiden
Oberflächen ist ^horizontal^; dabei ist es gleichgültig, welche Form
oder Größe die Röhren oder Gefäße haben. In irgend einem Querschnitt der
Verbindungsröhre wird das Wasser von beiden Seiten gedrückt nach den
Gesetzen des Seitendruckes, und ist dann in Ruhe, wenn die Kräfte ~s~
von rechts und links gleich groß sind; diese Kräfte hängen aber, da die
Fläche ~g~ beiderseits dieselbe ist, bloß ab von der Höhe des Wassers,
sind also gleich, wenn die Wasserhöhen ~h~ rechts und links gleich sind.
Steht das Wasser in beiden Röhren ungleich hoch, so fließt so lange
Wasser von der höheren in die niedrigere, bis es gleich hoch steht. In
einem Gefäß ist das Wasser nur dann in Ruhe, wenn seine Oberfläche
horizontal ist, weil nur dann sämtliche Punkte der Oberfläche von einem
beliebigen unten liegenden Punkte, gleich weit in vertikaler Richtung
abstehen, also gleichen Druck auf ihn ausüben. Ist die Oberfläche des
Wassers nicht horizontal, so fließt das Wasser von der höheren Stelle
zur niedrigeren.
Große Wasserflächen, wie das Meer oder große Meeresteile sind zwar auch
an jedem Punkte ihrer Oberfläche horizontal, d. h. ihre Oberfläche steht
senkrecht zur Richtung der Schwerkraft; aber sie sind nicht mehr eben,
sondern gekrümmt, und sind Teile der kugeligen Oberfläche der Erde.
Schon bei ziemlich kleinen Seen wie beim Bodensee ist die Krümmung des
Wasserspiegels deutlich erkennbar. Bei kleineren Wasserflächen ist
diese Krümmung so gering, daß man sie nicht merkt, weshalb man die
Fläche als eben ansehen kann.