Durch Abziehen finde ich den Gewichtsverlust in

Spiritus = 23,9 _g_ = ~a - b~, und den in

Wasser = 30,1 _g_ = ~a - c~; nach dem archimedischen Prinzip

bedeutet das erste das Gewicht eines Volumens Spiritus, das so groß ist

wie der eingetauchte Glaskörper; das zweite das Gewicht eines

ebensogroßen Volumens Wasser; folglich ist das sp. G. des

23,9 ( a - b )

Spiritus = ---- = 0,794; (sp. G. = ~-----~).

30,1 ( a - c )

4. #Methode mit Hilfe eines anderen spezifischen Gewichtes#, passend für

feste Körper, die sich in Wasser auflösen. Diese Methode beruht auf

folgendem Satz: Das sp. G. eines Körpers in bezug auf Wasser ist gleich

dem sp. G. des Körpers in bezug auf einen Hilfskörper mal dem sp. G. des

Hilfskörpers in bezug auf Wasser, was man so schreiben kann:

+-+ +-+ +-+

|K| |K| |H|

K K H +-+ +-+ +-+

~sp G = sp G · sp G ~; oder: ~--- --- ---~.

W H W +-+ +-+ +-+

|W| |H| |W|

+-+ +-+ +-+

Beispiel: Das sp. G. von Kupfervitriol in bezug auf Petroleum nach der

Methode des Eintauchens ist 1,84; das sp. G. von Petroleum in bezug auf

Wasser nach der Methode des Eingießens ist 0,88, also ist das sp. G. von

Kupfervitriol = 1,84 · 0,88 = 1,62.

[Abbildung: Fig. 42.]

5. #Methode des Zusammenbindens#, passend für feste Körper, die leichter

sind als Wasser. Um das sp. G. des Holzes zu finden, wählt man ein

passendes Stück Blei, so daß Holz und Blei zusammen im Wasser

untersinken, und bestimmt den Auftrieb von Blei allein, dann den

Auftrieb von Holz und Blei zusammengebunden. Durch Abziehen erhält man

den Auftrieb des Holzes. Hieraus und aus dem Gewicht des Holzes ergibt

sich dessen sp. G.

6. Das #Nicholson’sche Aräometer# (1787.) Ein Cylinder aus Messingblech,

der oben und unten spitz zuläuft und ganz geschlossen ist, trägt unten

ein Schälchen, das so schwer ist, daß der Cylinder vertikal im Wasser

schwimmt, oben einen Drahthals mit einer Marke und einem Teller. Man

taucht den Apparat in Wasser und legt so viele Gewichte auf, bis er bis

zur Marke einsinkt, z. B. 3,046 _g_ = ~a~; man entfernt die Gewichte,

legt den Körper, dessen sp. G. man bestimmen will, auf den Teller und so

viele Gewichte dazu, bis er wieder zur Marke einsinkt, 1,241 _g_ = ~b~,

so ist das Gewicht des Körpers durch Abziehen = 1,805 _g_ (~a - b~). Man

legt den Körper in das Schälchen und legt auf den Teller so viel

Gewichte, bis der Apparat wieder bis zur Marke einsinkt = 2,179 _g_ =

~c~. Der Unterschied, nämlich 2,179 - 1,241 = 0,938 _g_ (= ~c - b~) gibt

den Auftrieb; also das Gewicht des gleich großen Volumens Wasser;

demnach ist

1,805 ( a - b )

das sp. G. = ----- = 1,92; (= ~-----~).

0,938 ( c - b )

Diese Methode paßt für feste Körper, die sich im Wasser nicht auflösen

(sind sie leichter als Wasser, so kann man sie am Schälchen anbinden);

sie macht die Wage entbehrlich.

[Abbildung: Fig. 43.]

7. #Das Skalenaräometer.# Sind Stoffe in Wasser aufgelöst oder mit

Wasser vermischt (Spiritus, Schwefelsäure, Salzwasser), so ist das

spezifische Gewicht einer solchen Flüssigkeit von dem des Wassers

verschieden und zwar um so mehr, je mehr von diesen Stoffen im Wasser

enthalten ist. Wenn man also das sp. G. der Flüssigkeit kennt, so kann

man daraus auf den Gehalt an solchen Stoffen schließen und dadurch ihren

Wert bestimmen. Dies geschieht leicht mittels des ^Skalenaräometers^.

Eine Glasröhre, die in der Mitte cylindrisch ausgebaucht ist, endigt

unten in eine kleine Kugel, die mit Schrotkörnern oder Quecksilber

gefüllt ist, damit das Aräometer vertikal im Wasser schwimmt, und oben

läuft sie aus in den Hals, eine lange, überall gleich dicke Glasröhre,

die oben geschlossen ist und in deren Innern eine Papierskala angebracht

ist. Taucht man das Aräometer nun in eine Flüssigkeit, so taucht es

stets so tief ein, ^bis das Gewicht der verdrängten Flüssigkeitsmasse

gleich dem Gewichte des Aräometers ist^; je leichter also die

Flüssigkeit ist, desto mehr muß das Aräometer verdrängen, desto tiefer

sinkt es ein; je schwerer die Flüssigkeit ist, desto weiter steigt es

heraus.

~a~) ^Das Alkoholometer oder die Spirituswage^ dient dazu, den Gehalt

des gewöhnlichen Spiritus an reinem Spiritus (absolutem Alkohol) zu

bestimmen. Das sp. G. des reinen Spiritus ist 0,794, das des Wassers =

1; deshalb taucht das Alkoholometer in reinem Spiritus fast ganz ein und

dort steht an der Skala, also oben, 0,794; in Wasser sinkt es so wenig

ein, daß fast der ganze Hals herausschaut, deshalb steht dort unten 1.

An dieser von 1 bis 0,794 laufenden Skala kann das sp. G. des Spiritus

abgelesen werden. Für jedes sp. G. des Spiritus ist auch der Gehalt an

reinem Spiritus bestimmt worden (zuerst von Tralles) und zwar in % des

Volumens; deshalb ist auf der Skala neben dem sp. G. auch der Gehalt

angegeben, laufend von 0% unten bis 100% oben. Sinkt also das Aräometer

bis 75 ein, so bedeutet das, in 100 _l_ dieses Spiritus sind enthalten

75 _l_ reiner Spiritus und 25 _l_ Wasser. Man nennt diese Prozente auch

^Volumprozente^, ^Literprozente oder Prozente nach Tralles^. Im Handel

und bei der Versteuerung dienen sie als Grundlage der Wertbestimmung.

Man sagt 100 _l_ à 100% = 10 000 _l%_ (Literprozent), also 340 _l_ à 82%

= 27 880 _l%_; 10 000 _l%_ kosten etwa 38,4 ~ℳ~, oder 10 000 _l%_ müssen

so und so viel ~ℳ~ Steuer entrichten; damit ist der Preis oder die

Steuer leicht zu berechnen. An manchen Alkoholometern sind auch noch die

Gewichtsprozente angegeben, nach ^Richter^; 75% bedeuten: in 100 _kg_

sind 75 _kg_ Spiritus und 25 _kg_ Wasser.

~b~) ^Salzwage^ oder Salzspindel, Aräometer für Salzwasser, gibt an, wie

viel Gewichtsteile Kochsalz in 100 _l_ Salzwasser enthalten sind; wird

verwendet in den Salinen, um nachzusehen, ob die Sole schon genug Salz

enthält, also sudwürdig ist. ~c~) ^Laugenwage^ gibt an, wie viel

Gewichtsteile Ätznatron oder Ätzkali in 100 _l_ Lauge enthalten sind;

wird vom Seifensieder benützt. ~d~) ^Bierwage^ gibt an, wie viel

Gewichtsteile Malzzucker in der Würze enthalten sind, die man durch

Kochen des Malzes erhält. ~e~) ^Mostwage^ gibt ungefähr an, wie viel

Traubenzucker im Moste enthalten ist. Die verbreitetste ist die von

Öchsle (in Pforzheim); 0 ist Wasser, 100 bedeutet guten Most; dient

dazu, ungefähr die Güte des Mostes zu prüfen, und den Käufer gegen

nachträgliches Verdünnen des Mostes mit Wasser zu schützen. ~f~)

^Milchwage^, gibt das sp. G. der Milch an; wenn sie auf 31 steht, so

bedeutet das, das sp. G. der Milch ist 1,031. Die Milch ist im

allgemeinen um so gehaltreicher an Milchzucker, Käsestoff und Butter, je

größer das sp. G. ist; Verdünnen mit Wasser macht sie leichter, die

Milchwage sinkt tiefer; Abrahmen macht sie schwerer. ~g~) Für

Schwefelsäure, Salzsäure, Salpetersäure, Essig etc. hat man je ein

besonderes Aräometer, das den Gehalt derselben an reiner Säure angibt.

Bemerkenswert sind die Aräometer von ~^Baumé^~, von denen eines für

leichte, das andere für schwere Flüssigkeiten bestimmt ist. Die

Skaleneinteilung ist eine willkürliche, so daß sie weder sp. G. noch

Gehalt direkt angeben. Da aber alle derartigen Aräometer mit derselben

Skala versehen sind, so geben sie wenigstens direkt vergleichbare

Angaben; sie waren früher vielfach gebräuchlich, werden aber jetzt durch

die Aräometer, welche zugleich einen Gehalt angeben, verdrängt. Das

^Volumeter^ von Gaylüssac hat ein bestimmtes Gewicht (etwa 100 _g_) und

läßt an seiner Skala erkennen, wie viele Volumteile (etwa _ccm_) einer

Flüssigkeit es beim Schwimmen verdrängt.

#Tabelle der spezifischen Gewichte.#

Platin (gezogen) 23,00

„ (gehämmert) 21,36

Gold (gehämmert) 19,36

„ (gegossen) 19,26

Quecksilber 13,596

Blei (gegossen) 11,35

Palladium 11,30

Silber (gehämmert) 10,51

„ (gegossen) 10,47

Wismut (gegossen) 9,82

Kupfer (gehämmert) 9,00

„ (gegossen) 8,788

Glockenmetall 8,81

Kobalt 8,51

Messing 8,39

Nickel 8,28

Stahl 7,82

Schmiedeisen 7,79

Gußeisen 7,21

Zinn 7,26

Zink (gegossen) 6,86

Mangan 6,85

Antimon (gegossen) 6,71

(Diese Stoffe bis hieher nennt man

die Schwermetalle.)

Aluminium 2,57

Magnesium 1,75

Natrium 0,972

Kalium 0,862

Lithium 0,59

(Diese Stoffe heißen Leichtmetalle.)

Chrom 5,90

Jod 4,95

Diamant 3,53

Graphit 1,8-2,23

Schwefel 2,03

Phosphor 1,77

Schwerspat 4,47

Flintglas 3,20-3,70

Glas 2,49

Flußspat 3,14

Turmalin 3,08

Alabaster 2,87

Granit 2,80

Marmor (carrarisch) 2,72

Gneis 2,71

Bergkristall 2,69

Smaragd 2,68

Tonschiefer 2,67

Basalt 2,66

Quarz 2,62

Porphyr 2,60

Feldspat 2,57

Kalkstein (dichter) 2,45

Sandstein 2,35

Porzellan 2,38-2,15

Zement 3,05

Mörtel 1,6-1,9

Backstein 1,47

Gips (gegossen u. getrocknet) 0,97

Potasche 2,26

Glaubersalz 2,25

Steinsalz 2,14-2,41

Kochsalz 2,08

Eisenvitriol 1,84

Alaun 1,71

Bittersalz 1,66

Salpeter 1,62

Elfenbein 1,92

Knochen 1,8-2

Bernstein 1,08

Pech 1,15

Harz 1,06

Honig 1,46

Wachs 0,97

Ebenholz 1,19

Eichenholz (frisch) 0,95

„ (trocken) 0,75

Buchenholz 0,75

Birkenholz 0,74

Ahornholz 0,65

Kiefernholz (frisch) 0,64

„ (trocken) 0,55

Lindenholz 0,56

Lärchenholz 0,47

Tannenholz (frisch) 0,54

„ (trocken) 0,45

Pappelholz 0,38

Kork 0,24

Äther 0,71

Alkohol reiner bei 0° 0,807

„ „ „ 15° 0,794

Olivenöl 0,915

Terpentinöl 0,872

Mohnöl 0,91

Repsöl 0,91

Steinöl 0,75-0,84

Meerwasser 1,026

Schwefelsäure 1,843

Salpetersäure 1,51

Salzsäure 1,21

Essigsäure 1,063

Milch 1,029-1,034

Fette 0,92-0,94

Kalkstein (roh) 1,44

„ (gebrannt) 0,884

„ gelöscht [trocken] 0,5

„ „ [fester Teig] 1,33

Dammerde, locker trocken 1,32

„ nat. feucht 1,6

„ naß 1,91

Sand trocken 1,4-1,74

„ nat. feucht 1,66

„ durchnäßt 1,95

Lehm trocken 1,50

„ nat. feucht 1,87

„ naß 1,98

Kies, trocken 1,73

„ feucht 1,80

Roggen, gehäuft 0,69-0,78

Weizen, „ 0,71-0,81

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 29 / 340 题