5. Teilbarkeit.

Jeder Körper ist teilbar, d. h. er läßt sich durch Anwendung einer Kraft

in ^kleinere Stücke zerteilen^. Bedarf es hiezu nur geringer Kraft, so

nennt man den Körper ^weich^, bedarf es großer Kraft, so heißt der

Körper ^hart^. Auch der härteste Körper, der Diamant, ist teilbar; denn

er läßt sich nach gewissen Richtungen spalten, und mittels seines

eigenen Pulvers schleifen. Ein Körper ist härter als ein zweiter, wenn

man mit dem ersten Körper den zweiten ritzen kann; so ist Diamant härter

als Rubin, dann folgen der Härte nach Stahl, Glas, Eisen, Kupfer u. s.

w.

Manche Körper lassen sich ungemein fein zerteilen, besonders die

Farbstoffe. So genügt die geringe Menge Farbstoff, die in einer

Cochenillelaus enthalten ist, um ein ganzes Glas Wasser rot zu färben,

was nur durch äußerst feine Zerteilung des Karmins möglich ist. Je

feiner sich ein Farbstoff zerreiben läßt, desto besser ^deckt^ er. Gut

deckt Tusch, Berlinerblau, Zinnober, Schweinfurtergrün; schlecht deckt

Bleiweiß (Kremserweiß), Ocker und Veronesergrün.

Riechstoffe müssen sich wohl in ungemein kleine Teile zerlegen; denn ein

erbsengroßes Stück Moschus kann ein ganzes Jahr hindurch die oft

wechselnde Luft eines Zimmers mit seinem Geruche erfüllen, ohne daß es

an Größe merklich abnimmt. Der ^Kieselgur^, ein feiner Sand der

Lüneburger Heide, besteht aus den Kieselpanzern einer einzelligen

Pflanze, welche mikroskopisch klein ist.

Aufgaben:

~a~) Nenne Körper, welche sich mit dem Fingernagel ritzen lassen! ~b~)

Wie ordnen sich die Stoffe: Stahl, Glas, Marmor, Quarz und Gips der

Härte nach? ~c~) Warum deckt Tusch besser als zerriebene Kohle? ~d~)

Welche Organismen sind dir aus der Naturkunde als sehr klein bekannt?

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 6 / 340 题