Jeder Körper ist teilbar, d. h. er läßt sich durch Anwendung einer Kraft
in ^kleinere Stücke zerteilen^. Bedarf es hiezu nur geringer Kraft, so
nennt man den Körper ^weich^, bedarf es großer Kraft, so heißt der
Körper ^hart^. Auch der härteste Körper, der Diamant, ist teilbar; denn
er läßt sich nach gewissen Richtungen spalten, und mittels seines
eigenen Pulvers schleifen. Ein Körper ist härter als ein zweiter, wenn
man mit dem ersten Körper den zweiten ritzen kann; so ist Diamant härter
als Rubin, dann folgen der Härte nach Stahl, Glas, Eisen, Kupfer u. s.
w.
Manche Körper lassen sich ungemein fein zerteilen, besonders die
Farbstoffe. So genügt die geringe Menge Farbstoff, die in einer
Cochenillelaus enthalten ist, um ein ganzes Glas Wasser rot zu färben,
was nur durch äußerst feine Zerteilung des Karmins möglich ist. Je
feiner sich ein Farbstoff zerreiben läßt, desto besser ^deckt^ er. Gut
deckt Tusch, Berlinerblau, Zinnober, Schweinfurtergrün; schlecht deckt
Bleiweiß (Kremserweiß), Ocker und Veronesergrün.
Riechstoffe müssen sich wohl in ungemein kleine Teile zerlegen; denn ein
erbsengroßes Stück Moschus kann ein ganzes Jahr hindurch die oft
wechselnde Luft eines Zimmers mit seinem Geruche erfüllen, ohne daß es
an Größe merklich abnimmt. Der ^Kieselgur^, ein feiner Sand der
Lüneburger Heide, besteht aus den Kieselpanzern einer einzelligen
Pflanze, welche mikroskopisch klein ist.
Aufgaben:
~a~) Nenne Körper, welche sich mit dem Fingernagel ritzen lassen! ~b~)
Wie ordnen sich die Stoffe: Stahl, Glas, Marmor, Quarz und Gips der
Härte nach? ~c~) Warum deckt Tusch besser als zerriebene Kohle? ~d~)
Welche Organismen sind dir aus der Naturkunde als sehr klein bekannt?