4. Die Porosität.

Kein Körper nimmt seinen Raum ^vollständig^ ein, sondern jeder hat in

seinem Innern kleine Löcher, Gänge und Höhlungen, die mit einem anderen

Stoffe ausgefüllt sind, meist mit Luft oder Wasser. Diese Hohlräume sind

die #Poren#, und die Eigenschaft heißt #Porosität#. Sehr stark porös und

^großporig^ sind: Schwamm, Brot, Bimsstein, das Mark von Binsen.

Sehr porös aber ^kleinporig^ sind Kreide, Gips, Mörtel, Ton,

Ziegelsteine, Sandsteine, manche Kalksteine, Holz, Zucker u. s. w. Ihre

Poren sind so fein, daß man sie mit freiem Auge nicht sehen kann. Taucht

man einen solchen Körper ins Wasser, so dringt es in die Poren des

Körpers ein und macht ihn auch im Innern feucht. Die meisten dieser

Körper sind dadurch porös geworden, daß bei ihrer Bildung oder zu ihrer

Herstellung Wasser verwendet wurde, und daß beim Austrocknen an dessen

Stelle Luft eintrat.

Tönerne Gefäße lassen die Flüssigkeit auch in ihr Inneres eindringen und

durchsickern; um das zu verhindern, glasiert man sie, d. h. man

überzieht sie mit einer Glasschichte, welche die Poren verstopft.

Ähnlichen Zweck hat das Auspichen der Fässer, das Versiegeln der

Weinflaschen, Zementieren der Ställe, Wasserbehälter und Abtrittgruben,

das Ölen und Firnissen hölzerner Gegenstände u. s. w.

In porösen Wänden steigt das Wasser des Erdbodens empor und hält das

Haus feucht (Einlegen von Asphalt- oder Bleiplatten).

Feinporige Körper kleben an der Zunge, weil sie die Feuchtigkeit

aufsaugen. Poröse Gesteine verwittern leicht.

Holz, obwohl sehr porös, läßt das Wasser doch nur langsam eindringen;

denn die meisten Poren des Holzes bestehen nicht aus Gängen, die das

Holz durchsetzen, sondern aus abgeschlossenen Hohlräumen (Zellen).

Ebenso Kork, welcher sogar einen luft- und wasserdichten Verschluß gibt.

Manche Stoffe zeigen sich unporös; man nennt sie #dicht# oder #kompakt#.

Solche sind Marmor, Basalt, Elfenbein, dann die Kristalle und solche

Körper, welche aus einem dichten Gefüge kleiner Kristalle bestehen

(kristallinische Gesteine), dann solche, welche aus ruhigem Schmelzfluß

in den festen Zustand übergegangen sind, wie die Metalle, Glas, Pech,

Schwefel, Kautschuk, Porzellan, Klinkersteine u. s. w. Glas ist selbst

bei hohem Drucke undurchlässig für Wasser und Luft.

Wasser, jede Flüssigkeit und jede Luftart sind nicht porös in dem Sinne

wie die festen Körper.

Aufgaben:

~a~) Wodurch wird Brot porös? ~b~) Durch welchen Versuch kann man

erkennen, daß das Holz Poren hat, die es der Länge nach durchsetzen?

~c~) Welche Papiersorten sind porös? ~d~) Inwiefern kann man Tuch porös

nennen? ~e~) Welche Gesteine aus der nächsten Umgebung sind porös?

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 5 / 340 题