Trotz der weitgehenden Teilbarkeit der Stoffe nimmt man an, daß die
Stoffe aus sehr kleinen Teilchen zusammengesetzt sind, die an sich
^unteilbar^ sind. Man hat sich also vorzustellen, daß jeder Körper aus
ungemein vielen, ungemein kleinen Teilchen besteht, die durch kein
Mittel in noch kleinere Teile zerlegt werden können; man nennt ein
solches Teilchen #Molekül# oder Massenteilchen. Ein einzelnes Molekül
ist auch bei der stärksten Vergrößerung nicht zu sehen, und wir sind
wohl nicht imstande, einen festen Körper durch Zerreiben oder ein
ähnliches mechanisches Mittel in seine Moleküle zu zerlegen. Ein
Stäubchen, das in der Luft schwebt, das kleinste Lebewesen, das nur bei
stärkster Vergrößerung eben noch wahrgenommen wird, besteht doch noch
aus sehr vielen Molekülen. In der Luft sind eine Million Moleküle
nebeneinander auf der Länge eines Millimeters, also ca. 1 Trillion in
einem Kubikmillimeter enthalten. Die Chemie lehrt, daß jedes Molekül aus
mehreren gleichartigen oder verschiedenen Stoffteilchen besteht, daß es
in diese zerlegt und in vielen Fällen aus ihnen wieder zusammengesetzt
werden kann, daß die Stoffteilchen sich aber (bis jetzt) nicht weiter
zerlegen lassen. Die Stoffteilchen nennt man #Atome# (Atom = das
Unteilbare).
Aufgaben:
~a~) Wie viele Moleküle enthält 1 ~cbm~ Wasser, wenn dessen Moleküle
nach jeder Richtung je ein Zehntausendstel Millimeter groß sind? ~b~)
Wenn man die Luft eine millionmal dünner macht, wie viele Moleküle sind
dann immer noch in 1 _cbm_? ~c~) Wenn man Zucker in Wasser auflöst, oder
Wasser mit Weingeist vermischt, so tritt eine Volumverminderung ein. Wie
ist das möglich?
Man nimmt ferner an, daß auch bei festen und flüssigen Körpern die
Moleküle sich nicht berühren, sondern in Abständen nebeneinander
liegen, welche ca. 10 mal größer sind als ihre Durchmesser. Die
Entfernung zwischen den Mittelpunkten benachbarter Moleküle beträgt
bei gewöhnlichen festen oder flüssigen Körpern nicht mehr als ein
Zehnmilliontel und nicht weniger als zwei Hundertmilliontel eines
Millimeters, so daß ein Kubikmillimeter wenigstens 1000 Trillionen und
höchstens 125 000 Trillionen Moleküle enthält. „Dehnt sich eine
erbsengroße Glaskugel oder ein Wassertropfen bis zur Größe der
Erdkugel aus, so ist jedes Molekül größer als ein Schrotkorn und
kleiner als ein Krocketball” (Thomson). Von den kleinsten bekannten
Lebewesen (Mikroben), den Spaltpilzen, gehen ca. 3000 Millionen auf 1
Kubikmillimeter, so daß jedes aus vielen Hunderttausend Millionen
Molekülen bestehen kann; deshalb können auch sehr kleine Lebewesen
noch einen komplizierten Bau haben.