6. Zusammensetzung der Körper aus Molekülen.

Trotz der weitgehenden Teilbarkeit der Stoffe nimmt man an, daß die

Stoffe aus sehr kleinen Teilchen zusammengesetzt sind, die an sich

^unteilbar^ sind. Man hat sich also vorzustellen, daß jeder Körper aus

ungemein vielen, ungemein kleinen Teilchen besteht, die durch kein

Mittel in noch kleinere Teile zerlegt werden können; man nennt ein

solches Teilchen #Molekül# oder Massenteilchen. Ein einzelnes Molekül

ist auch bei der stärksten Vergrößerung nicht zu sehen, und wir sind

wohl nicht imstande, einen festen Körper durch Zerreiben oder ein

ähnliches mechanisches Mittel in seine Moleküle zu zerlegen. Ein

Stäubchen, das in der Luft schwebt, das kleinste Lebewesen, das nur bei

stärkster Vergrößerung eben noch wahrgenommen wird, besteht doch noch

aus sehr vielen Molekülen. In der Luft sind eine Million Moleküle

nebeneinander auf der Länge eines Millimeters, also ca. 1 Trillion in

einem Kubikmillimeter enthalten. Die Chemie lehrt, daß jedes Molekül aus

mehreren gleichartigen oder verschiedenen Stoffteilchen besteht, daß es

in diese zerlegt und in vielen Fällen aus ihnen wieder zusammengesetzt

werden kann, daß die Stoffteilchen sich aber (bis jetzt) nicht weiter

zerlegen lassen. Die Stoffteilchen nennt man #Atome# (Atom = das

Unteilbare).

Aufgaben:

~a~) Wie viele Moleküle enthält 1 ~cbm~ Wasser, wenn dessen Moleküle

nach jeder Richtung je ein Zehntausendstel Millimeter groß sind? ~b~)

Wenn man die Luft eine millionmal dünner macht, wie viele Moleküle sind

dann immer noch in 1 _cbm_? ~c~) Wenn man Zucker in Wasser auflöst, oder

Wasser mit Weingeist vermischt, so tritt eine Volumverminderung ein. Wie

ist das möglich?

Man nimmt ferner an, daß auch bei festen und flüssigen Körpern die

Moleküle sich nicht berühren, sondern in Abständen nebeneinander

liegen, welche ca. 10 mal größer sind als ihre Durchmesser. Die

Entfernung zwischen den Mittelpunkten benachbarter Moleküle beträgt

bei gewöhnlichen festen oder flüssigen Körpern nicht mehr als ein

Zehnmilliontel und nicht weniger als zwei Hundertmilliontel eines

Millimeters, so daß ein Kubikmillimeter wenigstens 1000 Trillionen und

höchstens 125 000 Trillionen Moleküle enthält. „Dehnt sich eine

erbsengroße Glaskugel oder ein Wassertropfen bis zur Größe der

Erdkugel aus, so ist jedes Molekül größer als ein Schrotkorn und

kleiner als ein Krocketball” (Thomson). Von den kleinsten bekannten

Lebewesen (Mikroben), den Spaltpilzen, gehen ca. 3000 Millionen auf 1

Kubikmillimeter, so daß jedes aus vielen Hunderttausend Millionen

Molekülen bestehen kann; deshalb können auch sehr kleine Lebewesen

noch einen komplizierten Bau haben.

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 7 / 340 题