Ihr gehorsamer Sohn

Wilhelm.

Im Haag, den 8. August 1830.

Die Nachricht, daß Charles X. der Gefahr des nach Rambouillet

gestürmten bewaffneten Haufens in die Hände zu fallen entronnen

ist, hat uns freilich sehr erleichtert hier, aber die Gefahr bleibt

immer noch sehr dringend für ihn bis zu dem Moment, wo er sich wird

embarquieren können...

Den Fürsten Wittgenstein, der die Kölner Mitteilungen gemacht hat, habe

ich gestern gesprochen... er meint, daß sie vielleicht nur eine Scene

gewesen, wie man sie wohl an vielen Orten erlebt haben würde, ohne

deshalb auf einen allgemeinen schlechten Geist rechnen zu können, worin

ich ihm ganz beistimme...

Der König hat gestern den General Constant au secret nach London

gesandt, um mit dem Herzoge von Wellington zu conferieren, namentlich

in militärischer Hinsicht über die hiesigen Lande und wiederum speciale

über den Festungsgürtel, der in seiner jetzigen Verfassung ganz offen,

unarmiert dasteht. Denn, wenn etwas unternommen werden sollte, so

wünscht der König vor Allem, daß dem Beschlusse des Congresses von

Aachen[71] zu Folge Preußen und England die zu besetzen übernommenen

Festungen auch sofort besetzen würden, was uns wohl 24-30000 Mann

kosten würde.

Wilhelms I. Briefe an seinen Vater König Friedrich Wilhelm III. (1827-1839) · 第 32 / 54 题