+Die andere schel+[499] ist: gotz dienst irren[500]. Es seint
ettlich, wan sie in die kirchen wöllen gon, so rüsten sie sich, als
wolten sie gon beissen[501] oder jagen, und nemmen die vögel mit den
schellen uff die hend, und ein huffen hünd: so klinglen da die schellen
unnd beissen die hünd einander, und wird der predicant geirret, und
hœrt man nit, was man im chor singt, und künnen die lüt nit betten.
O brüeder, es ist nit da ein feld venandi sed veniandi, zejagen,
aber zevenjen[502]. Nun wiewol es ynn allen menschen {10} straffbar
ist, so stot es doch geweichten[503] leuten übeler an, dan anderen:
als dann vil pfaffen thuontt, die vögel uff den henden tragen, mitt
federspil[504] umbgond; dar umb das sie edel[505] seint, so wenen sie,
inen zimm das und anders noch weitter (baz), den anderen priestern;
wann am morgen so seint sie priester, und am andern tag ein edelman.
Denen sol geantwurt werden, wie ein buer ein mal eim bischoff ein
bequemliche[506] oder guote antwurt gab.
Es reit ein bischoff uff ein mal über feld mitt viertzig pferden und
mit seim zug: da liess ein buer den pfluog ston und sach dem zeug
zuo, und het das mul offen und die hent jn die seitten gestelt. {20}
Der bischoff der sach es, reit zuo im unnd sprach: ‘meier[507], was
denckstu, das du uns also zuoluogst?[508]’ Der buer sprach: ‘Her, ich
hab gedacht, ob sant Martin auch also mitt eim reisigen zeug geritten
sei, der auch ein bischoff was.’ Der bischoff wart rott im antlit,
schamt sich und sprach: ‘Ich bin nit allein ein bischoff, ich bin auch
ein weldtlicher fürst; jetz bin ich ein fürst. Wiltu aber ein bischoff
sehen, so kum uff den tag in die kirchen, so würd ich das fron ampt
haben.’ Der buer fieng an lachen, das er in einander hotzlet[509]. Der
her fraget yn, wess er lachte. Der bur sprach: ‘herr, da lach ich, da
gott vor sei: wan der teuffel den fürsten am letsten nimpt, was thet
dan der bischoff dar zuo?’ Also fuor der bischoff dar von und het ein
antwurt gelœsst.
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