G.

Sage Kaysern, daß ich indeß auf 12 Exemplare subscribire. Grüse B.

26.

Weimar den 8. August 1780.

Die Kiste ist wirklich angekommen, und ich finde den Riß sehr schön und

gut. Er ist just nicht wohlfeil, aber der Preis ist so ungeheuer nicht,

wie du ihn machst. Deswegen wirst du künftig hin so gut sein und immer

gleich schreiben, was eine Sache kostet, damit man nicht inzwischen

denke es gelte Haut und Haar. Nun aber bitte ich dich, denn es fehlt

noch die Hauptsache, der Proceß wie es gemacht wird, wie viel Zeit man

braucht, wie viel Leute dabey angestellt sind u. s. w.

Mit grosem Verlangen sehe ich dem Waserischen Ende entgegen, nimm dich

zusammen so bald möglich, und schick mirs.

Unter den neuen Kupfern die du geschickt hast waren vier bis fünf

Albrecht Dürers die du noch nicht besasest, und einige bessere Abdrücke,

ich hab sie schon eingeordnet, und du erhältst sie nächstens. Der

Holzschnitte sind noch zu wenig. Unterdeß habe ich auch von Martin Schön

und Luckas von Leiden sehr gute Sachen die dein gehören, diese sollen

nach und nach auch zierlich zusammengebracht werden, und folgen.

Ferner schicke ich dir mit der fahrenden Post das Manuskript das der

alte Bodmer verlangt hat; der Herzog hat sich dafür bey dem Herzog von

Gotha verbürgt, und es kommt ihm hauptsächlich darauf an daß du eine

Sicherheit zu erhalten suchst, das Buch wenn der Alte stirbt ohne

Umstände aus dem Nachlasse heraus nehmen zu können. Ueberleg es, und

händige es ihm nicht anders als gegen einen Schein aus.

Knebeln ist es im Ursern Thale ganz wohl geworden, ich glaube er blieb

drey Tage drinn.

Mit dem zweyten Portrait des Herzogs ist es wieder ein Unglück; man

verkauft doch sonst die grosen Herrn in den schändlichsten Karikaturen.

Das Unglück bey diesem ist aber, daß es mit Geist in eine ganz fremdes

Wesen übergetragen ist. Die ganze Welt wünscht nichts mehr als ein Bild

vom Herrn, und wenn ich diese iemand anbiete, so ist als wenn sie Brod

verlangten, und ich gäb Ihnen einen Stein.

Schreibe mir was vom Befinden deiner Frau. Adieu Lieber!

Briefe von Goethe an Lavater aus den Jahren 1774 bis 1783 · 第 31 / 54 题