Björnstjerne Björnson ist am 8. December 1832 in einem Thale des
Dovrefjäld zu Kvikne, wo sein Vater Pfarrer war, geboren. Die Natur
dieser Gegend ist unfreundlich, arm und öde, die Felsen meist kahl,
hier und da Tannen und Birken, aber der Boden so schlecht und das
Wetter so rauh, dass der Bauer in fünf Jahren nur auf ein Getreidejahr
rechnen kann. Kein Kornfeld gedieh um den Pfarrhof. Im sparsam
bevölkerten Thal lagen die Häuser weit aus einander. Im Winter bedeckte
hoher Schnee Berg und Thal, umgab jedes Haus mit einer Umwallung und
lud zu Schlittenfahrten und Schneeschuhlaufen ein. Als der kleine
Björnstjerne sechs Jahre alt war, wurde der Vater nach Nässet in
Romsdalen, der wegen ihrer Schönheit berühmtesten Gegend Norwegens,
versetzt. Hoch und mächtig steigen hier zu beiden Seiten des Thals die
Felsen mit kühn geformten Zinnen empor, die nach und nach, während die
Ebene sich senkt und man sich dem Fjord nähert, in immer merkwürdigeren
Bildungen dem Auge erscheinen:
So weit den Blick ich lasse wandern
Der eine Berg-Riese ober dem andern,
Von diesem die Schulter an Jenes Lende,
Bis an den Himmelsrand ohn' Ende.
Man steht und harrt eines Weltenkrachs wild.
Die ewige Stille vergrössert das Bild.
Welche sind weiss, blau Andere scheinen,
Hitzig im Wettstreit die Zacken sie heben,
Welche sich einen,
Zu Ketten binden und vorwärts streben.
Nur wenige norwegische Thäler können sich an reicher Abwechslung
mit Romsdalen messen. Die Gegend ist überdies fruchtbar,
verhältnissmässig stark bevölkert, die Höfe hübsch, meistens
zweistöckig, der Menschenschlag bei aller Wortkargheit freundlich,
lebhaft und launenhaft, heftig und veränderlich, wie geprägt von den
»Windstoss-Fjorden« an denen sie wohnen. Der Unterschied von dem
früheren Aufenthaltsort war auffallend und ergreifend; er lehrte das
Kind nachzudenken und zu vergleichen, sich selbst mit neuen Augen zu
betrachten und seines Wesens bewusst zu werden. Die grossartige Natur
und das bewegte Volksleben füllten mit ihren Bildern die empfängliche
Seele des frischen und reichbegabten Jungen. Nach der kleinen Stadt
Molde in die gelehrte Schule geschickt, organisirte er Vereine unter
den Knaben und wurde bald eine Art Führer der Schuljugend. Er las alles
Geschichtliche und Dichterische, dessen er habhaft werden konnte,
die Volksmärchen, die Asbjörnsen, die Volkslieder, die Landstad kurz
zuvor gesammelt hatten, Bücher also, in welchen Vorstellungen von dem
Volke zum Ausdruck kamen, wie die Romantiker der Zeit sich sie von
diesem gebildet -- las aber auch die altnorwegischen Königssagen und
Wergeland's Dichtungen, die er mit Leidenschaft verschlang. Siebzehn
Jahre alt kam er nach Christiania, um sich zum Studentenexamen
vorzubereiten, las hier besonders dänische Litteratur, trat in engeres
Freundschaftsverhältniss zu dem genialen Sonderling Aasmund Vinje,
der sich schon als Dialektdichter einen Namen erworben hatte, sowie
zu dem gleichaltrigen, erst später bekannten Historiker Ernst Sars,
und führte ein geistig vielfach bewegtes, stürmisches, übermüthiges
Jugendleben. Das damalige, mit grosser Sorgfalt geleitete dänische
Theater in Christiania interessirte und beeinflusste ihn lebhaft. Als
er 1852 als Student in das Elternhaus zurückkehrte und dort ein Jahr
verbrachte, that sich das Volksleben in neuer Beleuchtung seinen Augen
auf. Er lebte mit dem Volk und dichtete Lieder im Volkston, die oft von
den Bauern auswendig gelernt und gesungen wurden.
Nach Christiania zurückgekehrt trat er als Kritiker, besonders als
Theaterrecensent auf, schrieb mit dem ganzen Ungestüm genialer Jugend,
mit der ganzen Ungerechtigkeit eines angehenden Dichters, und erwarb
sich viel Feinde. Er las jetzt vorzugsweise die dänischen Denker der
eben zu Ende gehenden Litteraturperiode, Heiberg, Sibbern, Kierkegaard,
und fing etwas später an, sich in die Gefühlswelt Grundtvig's zu
vertiefen. Die Lehre Grundtvig's vom »frohen Christenthum« ergriff
ihn als Gegensatz zum düstern Pietismus seines Heimathlandes, der
starke Glaube an die hohe Begabung und die Mission des skandinavischen
Nordens, die er bei Grundtvig fand, musste den so typisch nordischen
und mit Europa so unbekannten Jüngling nothwendigerweise fesseln. Bis
tief in die siebziger Jahre hinein lässt sich der Einfluss Grundtvig's
bei ihm spüren. Er, der Pfarrerssohn aus dem einsamen Dorfe, der
Schüler aus der unbedeutenden Kleinstadt, der Student an einer
Universität, wo moderne philosophische und sociale Anschauungen nicht
vertreten waren, wo vieles Tüchtige in den Specialfächern geleistet
wurde, es aber kein europäisches Bewusstsein gab, fand damals im
Grundtvigianismus all' das, was er beständig gesucht, späterhin aber
ausserhalb desselben gefunden hat: das Menschliche in seiner höchsten
Freiheit und Schönheit.
Ein Paar Ausflüge in die Nachbarländer, zuerst die Theilnahme an dem
skandinavischen Studentenzug nach Upsala 1856, unmittelbar danach ein
längerer Aufenthalt in Kopenhagen, brachten seine dichterischen Anlagen
zur Reife. Er hatte schon das kleine Schauspiel »Die Neuvermählten«
begonnen, es aber im Gefühl der Unzulänglichkeit seiner Kräfte
hingelegt. Jetzt schrieb er sein dramatisches Erstlingswerk »Zwischen
den Schlachten«, ein kleines, etwas süssliches Schauspiel, in welchem
indessen der knappe, schroffe Prosastil zu dem wortreichen Pathos
der Oehlenschlägerschen Schule im schärfsten Gegensatz stand. Das
Stück wurde vom königlichen Theater in Kopenhagen zurückgewiesen, in
Christiania aufgeführt, erst später gedruckt. Welche lange Strecke
Björnson und die ganze spätere poetische Litteratur seit damals
auf dem hier eingeschlagenen Wege zurückgelegt hat, merkt man am
besten, wenn man dies kleine Drama, das bei seinem Erscheinen durch
die vermeintliche Wildheit des Stoffs und die Härte der Behandlung
abstiess, auf der Bühne wiedersieht; es kommt jetzt schon ganz
idyllisch und viel zu empfindsam vor.
Indessen empfand Björnson einen immer stärkeren Drang Bauernnovellen
zu schreiben. Sein Jugendleben, seine Jugendlectüre hatten veranlasst,
dass er »das Bauernleben im Lichte der Saga's und die Saga's im
Lichte des Bauernlebens« sah. »Synnöve«, »Der Vater«, »Das Adlernest«
brachten eine Verjüngung des alten Sagenstils. Und dieser Stil, der
ruhig, episch, immer anschaulich im Alterthum zur erzählenden Form für
Zwietracht, Todtschlag, Blutrache, Mordbrand, abenteuerliche Fahrten
und Grossthaten erschaffen wurde, war hier bewahrt, erneuert und hob
durch seine Grösse den idyllischen Stoff, das Liebesleben junger
norwegischer Bauern und Bauernmädchen.
Björnson gehört zu den Glücklichen, die ihre Form nicht suchen, sondern
vom Anfang an besitzen. »Synnöve Solbakken«, seine älteste Novelle, war
makellos in ihrem Guss. Er hatte nicht erst nach harten Kämpfen mit
dem widerspenstigen Stoff seinen Werken das innere Gleichgewicht zu
geben vermocht. Sie rannen aus dem Tiegel in die Form und standen mit
plastischer Sicherheit fest wie Denkmäler da.
Hiermit soll nicht etwa gesagt sein, dass Björnsons Dichterleben vor
dem Tappen noch vor Umschlägen verschont geblieben sei. Allein seine
Laufbahn ist nicht wie die so vieler Andern eine Felsenbesteigung im
Nebel gewesen, nur von einigen sonnigen Stunden auf der Höhe gekrönt,
sondern ein Steigen, während dessen sich auf jeder Stufe schöne
Aussichten eröffneten. Und zwar ist seine Entwickelung so vor sich
gegangen, dass er bei ursprünglicher, verhältnissmässiger Enge oder
Armuth der Ideen künstlerisch mit der höchsten Vollendung begann,
um ein immer reicheres Ideenleben und eine sich immer steigernde
Kenntniss des menschlichen Herzens in seine Werke niederzulegen. Er
hat dabei zwar nichts an poetischem Werth, aber doch immerhin etwas an
plastisch-klassischem Gleichgewicht eingebüsst.
Die ersten Arbeiten Björnsons wurden nicht eben mit einstimmigem
Beifall begrüsst. Seine frühesten Novellen und Dramen widersprachen
allzusehr dem, was das Publikum zu bewundern gewohnt war, um
ohne Widerspruch, geschätzt zu werden und viele der litterarisch
Gebildeten, die mit der bisherigen Poesie innig zusammen gelebt hatten,
mussten ihr ästhetisches Glaubensbekenntniss verletzt fühlen. Das
volltönende Pathos Oehlenschläger's klang mit seinem Wohllaut noch
Allen in den Ohren, seine Darstellung des nordischen Alterthums und
frühen Mittelalters schien den Männern von der alten Schule, wenn
auch äusserlich unwahrer, doch innerlich wahrer als Björnson's, die
unübertroffene Eleganz und Anmuth bei Henrik Hertz hatte den Geschmack
für das Urwüchsige bei ihnen geschwächt, und endlich vermisste man
in der neuen norwegischen Poesie die hohe philosophische Bildung,
die Heiberg das Publikum gewöhnt hatte bei dem Dichter zu fordern
und zu finden. Ich erinnere mich noch deutlich, wie fremdartig und
neu »Synnöve Solbakken« und »Arne« mir selbst als Jüngling bei ihrem
Erscheinen vorkamen.
Gleichwohl war Björnsons Ruf rasch begründet, und nichts dürfte so
sehr dazu beigetragen haben, als der Umstand, dass die herrschende
nationalliberale und skandinavische Partei die neue Dichtung in ihren
Schutz nahm. Zu jener Zeit waren die Nationalliberalen in Dänemark und
die Skandinaven in Norwegen noch Bauernfreunde in der Litteratur. Man
liebte den abstracten Bauer; den wirklichen kannte man noch nicht.
Man hatte ihm das Wahlrecht gegeben, war überzeugt, dass er in alle
Ewigkeit fortfahren werde, sich von denen leiten zu lassen, die ihm
»die Freiheit geschenkt hatten«, und lebte der Hoffnung, dass er nie
diese »Freiheit« zu anderem verwenden werde, als dazu, diese seine
städtischen Wohlthäter zu wählen und zu feiern. Desswegen hiess der
Bauer damals noch in den grossstädtischen Organen der gesunde Kern des
Volks; man sah in ihm den Sprössling der Recken des Alterthums, besang
ihn und schmeichelte ihm. Dichterwerke, die zugleich mit Feinheit und
in einem neuen und grossen Stil sein Leben verherrlichten, waren in
Dänemark im Voraus einer begeisterten Aufnahme sicher, besonders wenn
sie aus einem der Brüderländer stammten, die dem Herzen des echten
Skandinaven fast noch näher waren als das eigene Vaterland.
Der blasirte Kopenhagener hatte ausserdem dieselbe Vorliebe für
die Bauernnovellen Björnson's, die man an den Höfen des vorigen
Jahrhunderts für Schäferromane und Schäferspiele gehabt hatte. Man
war jetzt zu kritisch, um Schäferinnen mit rothen Hacken und Lämmer
mit rothseidenen Bändern um den Hals zu verlangen, aber man fand
einen Ersatz in norwegischen Burschen und Dirnen, deren Gefühlsleben
reichlich so fein und tief wie das irgend eines Studenten oder
Fräuleins war.
Die Bauernnovelle war keine an und für sich neue litterarische Abart.
Die prächtigen jütländischen Dorf- und Haidebilder _Sten Stensen
Blicher's_ eröffneten Anfangs der dreissiger Jahre die Reihe. 1839
begründete Immermann sie halb unbewusst als Kunstart durch die
in seinen »Münchhausen« eingeflochtene meisterhafte Novelle »Der
Oberhof«. 1843 gab Auerbach die »Schwarzwälder Dorfgeschichten«
heraus und entwickelte die deutsche Erzählung aus dem Bauernleben zu
einer selbständigen Varietät der Novelle; zum ersten Mal vertiefte
ein deutscher Dichter sich ganz in die Vorgänge und Charaktere der
stillen Dörfer. George Sand, die auf dem Lande erzogen war und sich,
nachdem sie die poetisch-stürmische Jugendperiode ihres Lebens hinter
sich hatte, abermals auf dem Lande aufhielt, gab als poetische
Landschaftsmalerin ersten Ranges, als das Naturkind, das sie trotz
aller ihrer Erfahrungen geblieben, in »Jeanne« (1844) »La mare au
diable« (1846) »François le champi« u. s. w. Frankreich eine kleine
Reihe feiner, idealistisch ausgeführter, ländlicher Bilder.
Weder die Schwarzwälder Dorfgeschichten, noch die französischen
Dichterwerke verwandter Art, waren, wie es heisst, Björnson bekannt,
als er auftrat. Er hatte jedenfalls wenig mit Auerbach gemein.
Besonders durch zwei Eigenthümlichkeiten scheiden sich die norwegischen
Bauernnovellen von den deutschen. Auerbach ist Epiker; er schildert das
ländliche Leben in dessen ganzer Breite; wir sehen den Bauer in seiner
täglichen Beschäftigung im Felde und in dem Stall; wir folgen der
halb trägen, halb würdevollen Langsamkeit, dem Gebundensein an Sitte
und Gebrauch, den Gewohnheiten seines Lebens. Bei Björnson hingegen
ist alles dies gedrängt, knapp, und nur um der Herzensgeschichte
willen da. Ein fernerer Unterschied ist der folgende: Die ländlichen
Erzählungen Auerbach's sind aus einer Weltanschauung geschrieben, die
der Dichter nicht mit dem Bauer theilt, mit seinem Helden und seiner
Heldin nicht gemeinsam hat. Auerbach schrieb nicht von dem Standpunkte
des kindlichen Gemüths und Glaubens aus: Er war ein Gelehrter und ein
Denker; er besass die reiche und vielseitige Bildung des deutschen
Geistes zu seiner Jugendzeit. Er war ein Schüler Schelling's gewesen,
er hatte mit einem Roman über Spinoza debutirt, dessen Werke er
übersetzt und dessen Lebensansicht er sich zugeeignet hatte, um sie
sein Leben hindurch zu verkündigen. Er hatte zwar den Spinozismus nach
seinen eigenen Bedürfnissen und Sympathien umgestaltet -- denn es ist
wohl mehr als zweifelhaft, ob Spinoza sich für die Darstellung jener
endlichen Wesen, jener beschränkten Intelligenzen, die man Dorfbewohner
nennt, besonders erwärmt hätte -- aber er fasste die Lebensansicht
Spinoza's als das Evangelium der Natur, den Philosophen selbst als den
Apostel der Naturfrömmigkeit und Naturanbetung auf. Auerbach stellte
mit Vorliebe den Bauer dar, weil dieser ihm ein Stück Natur war, und er
suchte mit Vorliebe in den naiven Seelen die Keime der Lebensansicht
auf, die er für die wahre und bald endgültig siegreiche hielt. Seine
classische Novelle »Barfüssele« stellt der orthodoxen Moral die des
jungen, barfüssigen Bauernmädchens mit dem lebhaften Erwerbstriebe
gegenüber, das, weit davon entfernt, nach dem Gebot der Schrift:
die linke Backe hinzuhalten, wenn sie auf die rechte einen Streich
erhält, mit geballten Fäusten durch das Leben geht, ohne sich in
Unrecht zu finden und ohne desshalb eine Demüthigung zu erleiden. Die
Stimmung, von welcher diese Bücher getragen werden, ist die politische
Leidenschaft des vormärzlichen Deutschlands dafür, den gemeinen Mann
zum Verständniss der politischen und religiösen Ideale der Gebildeten
emporzuheben. -- Ganz andere verhielt sich in Björnson's Bauernnovellen
der Erzähler zu seinem Stoff. Der Dichter fusste in allem Wesentlichen
in derselben Lebensansicht wie seine Helden, er schrieb aus keiner
Philosophie heraus. Ein dichterisches und künstlerisches Genie, kein
überlegener Geist trat dem Leser aus diesen Blättern entgegen. Daher
aber auch die merkwürdige Einheit von Stil und Ton.
Die Vorzüge waren specifisch dichterisch: das weichste Gefühl war in
die härteste Form gegossen. Die Seele dieser Dichtung war eine lyrische
Innigkeit, die das Ganze durchdrang und sich in den zahlreichen
eingestreuten Kinder-, Volks- und Liebesliedern freiere Bahn brach.
Eine romantische Grundstimmung schwebte über der Erzählung. Die
Novelle liess sich wie in »Arne« ohne Disharmonie durch ein Märchen
einleiten und war dem herben Realismus einzelner Charaktere zum Trotz
so idyllisch, dass kleine eingelegte Geschichten, wo Waldfeen eine
Rolle spielten, ohne Bruch mit dem Geiste der Handelnden sich mit der
Totalstimmung vermählten. Der Dichter war ein guter Beobachter. Er
hatte, wie sein Arne die Gabe, die Vorstellungen und Eindrücke, die
Andere entfliehen lassen, festzuhalten, und die Beobachtung versah
ihn mit einem ganzen Magazin von kleinen Zügen aus der Wirklichkeit.
Uebrigens waren Sage, Volkslied, Volksmärchen die Quellen, durch deren
Zusammenströmen seine Kunstform sich krystallisirte. Er schuf sie nicht
in einsamer Grösse, er blieb gerade durch sie auf mancherlei Art in
Berührung mit dem Volksgeist.
»Synnöve Solbakken« war die plastische Harmonie innerhalb der
Beschränkung des norwegischen Bauernlebens, und die Hauptperson
Thorbjörn der Typus des kräftigen, harten Jünglings, der um zu reifen
der Milderung und der Besänftigung bedarf. »Arne« war umgekehrt das
Verlangen in die Ferne zu ziehen, weit fort über die hohen Felsen, der
lyrische, schwärmerische Hang des Volks, der zur Sehnsucht nach dem
Reisen verwandelte Trieb des Vikingerblutes, und der Held der Typus
des weichen, schwärmerischen Jünglings, welcher der Stählung bedarf um
ein Mann zu werden. »Ein fröhlicher Bursch« endlich war gleichsam ein
befreiendes, all die brütende Schwermuth, welche das norwegische Gemüth
bedrückt, hinwegfegendes Lüftchen, die frohe Botschaft der unbefangenen
Lebenskraft und Lebenslust, ein frischer, luftreinigender Lachgesang.