Da wurde in ihr der Entschluß fest, groß, berühmt und reich zu werden,
um den Aermsten und Elendesten in ihrer Noth helfen zu können.
Die Liebe blieb ihr fern in jeder Gestalt. Als sie die erste zögernde
Anerkennung ihrer operativen Geschicklichkeit, die erste staunende
Bewunderung ihrer sicheren Diagnose erfuhr, wurde ihr die
rücksichtsvollste Achtung der Männer zu Theil. Sie hätte vielleicht
jetzt noch einmal Gelegenheit finden können zu heirathen, so wie im
Anfange ihrer Laufbahn, als der Cigarrenarbeiter für seinen Kameraden um
sie warb.
Aber sie dachte gar nicht an diese Möglichkeit. Die Männer waren ihr so
uninteressant, so gleichgültig. -- Die Collegen interessirten sie wohl als
solche, aber nicht als Männer, keinen Gedanken hatte sie dafür übrig.
So erwarb sie sich nach und nach einen geachteten Namen und ein weit über
ihre Bedürfnisse hinaus gehendes Einkommen.
Ob sie glücklich dabei war oder nicht, wußte niemand zu sagen, denn
niemals sprach sie von sich selbst, sie hatte überhaupt gar keine
Privatangelegenheiten.