Das Durcheinander entwirrte sich schnell; zu zweien und dreien
reihten sich die Schützen – Fackelträger rechts und links – voran die
schwarz-rot-goldne Fahne. Wohlgeordnet, mit Musik und Gesang, setzte
sich ein Zug in Bewegung. Und immer noch schlossen sich Bürger an, auch
Frauen und Mädchen und Kinder liefen nebenher, immer mit im Schritt,
und mischten ihre hellen Stimmen in den Chor der Männer:
›Was ist des Deutschen Vaterland?!‹ –
Mächtig dröhnte es durch die Nacht.
Nun hielt es Frau Trina nicht mehr aus – ihre Söhne waren schon längst
auf und davon – sie stürzte in die Stube zurück: »Rinke, ich jeh’ ens
kucken!«
Der Feldwebel stand am Fenster, beide Hände auf’s Fensterbrett
gestützt, und starrte hinaus. Als seine Frau rief, sah er sich nicht
um. Das mächtige ›O nein, o nein, o nein, o nein – sein Vaterland muß
größer sein,‹ das draußen noch immer anschwoll, verschlang jeden andern
Laut.
»Rinke, Rinke!« Trina stieß ihn an.