»Nao’m Rathuus! Mir bringen de Fahn’ derhin!«
»Warum dann? Warum schreit ihr dann eso?!«
»Ich weiß et nit!«
»Wat? Och, sagt doch!«
»Ich weiß et nit! Ho–ch!«
Keiner hielt ihr stand. Eine genügende Antwort bekam sie nicht. »Mir
feiern,« das brachte sie endlich heraus.
Schnakenbergs Hendrich kam jetzt die Straße entlang. Der war auch bei
den Schützen, eine Preismedaille trug er auf der Brust. Es gab Frau
Trina einen leichten Stich durch’s Herz – ach, wie schön müßte es sein,
am Arm eines solchen Preisschützen alles gucken zu gehen!
»Pst – Sie – ’n Abend, Herr Schnakenberg!«
Der Hendrich war doch immer noch galant; trotzdem alles vorwärts
drängte, blieb er einen Augenblick bei ihr stehen. »Kuck ens an, dat
Tring!«
»Och, sagen Se doch, wat wird dann jefeiert?«
»Och, de König in Berlin – no, wissen Se – de König, de hat en
Amnestie erlassen. Freiheiten soll de jejeben haben. Vor en Stund’ is
de Nachricht jekommen. ’schwind, Madam Rinke, ’schwind, nu jiebt et
wat zu kucken! Mir bringen ene Fackelzug nao’m ›Jägerhof‹ – adjüs! De
Prinz Friedrich, de Protektor vom Verein, de soll leben! Hoch de Prinz
Friedrich! Hoch de San Sebastian-Schützenverein! Hoch de König! Hoch
die Freiheit! Hoch dat janze königliche Haus – hoch!«