„Gehen wir hinein, die Menschen, die etwas sein wollen, sitzen drinnen
und sammeln sich, statt sich schon am Flitterkram zu zersplittern.
Schnell, dort wickeln sie die Stullen aus dem Papier, das Pack frißt
immer, schade, daß es nicht unsterblich ist!“
„Komm, Jappes,“ bat Pepy, „sei vernünftig.“
„Ich will es versuchen, Liebe. Es ist gefährlich, mit Menschen
zusammenzukommen, man muß immer auf etwas gefaßt sein. Du bist sehr
schön, wenn du so schweigend neben mir gehst. Hier die Plätze, ich
glaube, im Theater setzt sich die Dame rechts.“ Und Pepy: „Jappes, du
bist ein liebes Schaf.“
Er drückte ihre Hand.
Die Kunstgelehrten streiten
darüber, ob Lohengrin eine
spaßhafte oder eine ernste Figur
sei.
Die ersten Takte gerannen zur Melodie und das Orchester erzählte ein
Märchen:
Monsalvat im fernen Land ist eine heilige Burg. Ein lichter Tempel,
dessen Pracht die Rosen Schiras’ glühend neiden, liegt im Purpur eines
glückverklärten Scheins. Verzückte Engel tragen Liebessehnsucht auf dem
weichen Flaum der Flügel nieder. Im ätherklaren Schein harrt eine
Ritterschar des Wunders, das aus lichten Höhn herniederschwebt. Süßer
Duft umschmeichelt sanft die Wartenden. Und bebend legt die süße Furcht
das zage Herz in seinen Bann. Ein Purpurschein umloht ein Flaumgewölk,
das schwebend sich der Erde naht. Die Wartenden, vom Strahl der Liebe
heiß durchglüht, erschauern in verklärter Wonne. Die Schale mit dem Blut
des Herrn, in weißen Nebelflor gehüllt, erglüht im Flammenglanz der
ewigen Glut und senkt sich vor dem Auserkorenen der Schar, vor
Lohengrin, der seiner Sinne nicht mehr mächtig anbetend sich als Opfer
weiht. Segnend gibt der Gral dem Ritter seinen Weihekuß. Im Herzen des
Auserwählten verzehrt sich die Beseligung zur Wirklichkeit, indes die
lichte Schar dem ätherklaren Zelt entgegenschwebt. – – – –
Die viergeteilten Violinen verklangen in hoher Lage auf dem Gralmotiv
modulierend.