Jappes flüsternd zu Pepy: „Darf ich klatschen?“

„Wenn du etwas empfunden hast. Ja.“

„Ich habe sehr stark empfunden.“

Die fanfarenartig rauschenden Triolen, die König Heinrichs Rede

begleiteten, füllten Jappes mit hellem Jubel, daß er Pepys Hand fast

zerdrückte. Dem falschen Telramund wäre er am liebsten an den Hals

gesprungen. Telramund, der in seiner blechernen Rüstung und mit seiner

blechernen Anklage eine jämmerliche Figur bot. Als Oboe und Englischhorn

erklangen, als trauernde Zeugen von Elsas Unschuld, weinte Pepy, und

Jappes flüsterte: „Vergiß nicht, wo wir sind.“ Ein Herr zischte und

Jappes schwieg. Als der Schwan mit Lohengrin erschien, sagte er lachend:

„Der gefiederte Omnibus!“ Erneutes Zischen und Pepy schaute ihren

„Kavalier“ vorwurfsvoll an. Als das Warnungsmotiv im düsteren As-moll

unheilkündend vor Ungehorsam warnte, schaute Jappes den Zischenden

bedeutungsvoll an. Der erste Aufzug verlief unbefriedigend für Jappes,

weil Telramund nicht getötet worden war.

Pause.

Ein junger Künstler unterhielt sich mit Jappes über Wagner: Es sei

schauderbar, daß man Wagner früher ausgepfiffen habe. Und dazu die

unsinnigen Gerüchte, daß der Besuch einer Wagner-Oper Pest und Blattern

und Gallensteine nach sich ziehe. „Das ist mir neu,“ sagte Jappes, „ich

erinnere mich, daß ein Jahr vor meiner Geburt Lohengrin im Berliner

Opernhaus seine dreihundertste Aufführung erlebte. Uebrigens, haben Sie

den Draht gesehen, mit welchem der Schwan über die Bühne gezogen wurde.

Ich entdecke den Schwindel immer.“

Fetzen · 第 23 / 82 题